Wenn wir uns Ziele setzen, möchten wir etwas erreichen. Klar.

Wir möchten vielleicht neue Fähigkeiten erlernen, einen Partner finden
oder bestimmte materielle Dinge haben.
In irgendeiner Weise möchten wir unser Leben bereichern.

Dann überlegen wir uns, wie wir das erreichen,
machen manchmal noch eine Planung
und legen uns dann mächtig ins Zeug.

Wenn wir geschickt sind und ein wenig Ausdauer haben,
überqueren wir bald unsere Ziellinie.
Jetzt kommt ein interessanter Zeitpunkt.
Wie sehr können wir uns über das Erreichte freuen?
Wie lange hält die Freude an?

Bei mir währte die Freude selten lange.
Ja, es war ganz nett aber ich fragte mich oftmals im Nachhinein:
Warum war mir das vorher so wichtig?

Ich hatte mir von meinen Zielen offenbar mehr versprochen.
Vor allem etwas ganz bestimmtes:
Glück und Zufriedenheit.

Wie geht es Ihnen, wenn Sie Ihre Ziele erreichen?
Sagen Sie dann: Klasse und klopfen sich auf die Schultern?
Oder eher: Na ja, war ganz nett.

Kann es sein, dass wir manchmal gar nicht unser vermeintliches Ziel
erreichen wollen, sondern etwas viel Elementareres?

Ich denke, es geht oftmals um etwas ganz Fundamentales.
Sich anzunehmen, wie man ist. Einfach sein.

Wenn ich das nicht kann, handele ich meistens aus einem inneren Mangel heraus.
Diesen versuche ich dann mit den üblichen Verdächtigen wie Geld, Status
oder Ansehen auszugleichen.
Doch fühle ich mich in meinem Innersten dann wirklich mehr wert?

Ein weiterer Punkt ist, dass der Weg zum Ziel weniger Spaß bringt.
Es geht uns ja weniger um das Tun, sondern vor allem unseren
inneren Mangel aufzufüllen.

Manche von Ihnen fragen sich jetzt vielleicht, ob ich Ihnen
Ihre Ziele ausreden möchte. Nein, ganz bestimmt nicht!
Ich finde es großartig, zu neuen Ufern aufzubrechen.

Doch frage ich mich jetzt immer häufiger nach meinen Motiven.
Und das bedeutet, nach meinen wirklichen Zielen.
Dadurch erspare mir heute manchen Umweg …