Mit manchen Menschen gelingt das Miteinander scheinbar reibungslos. Wir haben die gleiche Wellenlänge und kleinere „Fehler“ werden großzügig übersehen. Dann gibt es noch diese Problemfälle, die anscheinend gar nichts verstehen, nicht richtig zuhören und sich benehmen wie ein Elefant im Porzellanladen.

Wir stehen ständig in Verbindung mit unserer Umwelt. Oder wie Paul Watzlawick es formulierte: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Die eigene Körpersprache, unsere Stimmung, das Gesagte, unser Geruch, ja selbst unsere Einstellung stehen in Resonanz zu unserer Umgebung.

Wie kann nun eine gewinnbringende Kommunikation aussehen? Bücher und Seminare zu diesem Thema gibt es Zuhauf. Einige habe ich selber gelesen bzw. besucht. Da geht es um Rhetorik und Ebenen der Kommunikation, wie zum Beispiel „Das Kommunikationsquadrat“ von Thun oder Techniken wie das Framing. Ich finde diese Methoden hilfreich. Doch sie bilden für mich nicht den Kern eines guten Miteinander. Vielmehr stellen sie Werkzeuge da.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“]Das Geheimnis der Kommunikation liegt im Respekt, den wir unseren Mitmenschen entgegenbringen.[/pullquote2]

Um mich auf einen Menschen einstellen zu können, bedarf es mehr als Techniken. Ich darf an mir arbeiten, um die Grundlage für eine gute Stimmung zu schaffen. Am Anfang steht für mich Respekt. Diese Wertschätzung beinhaltet: Ich bin ok, du bist ok. Durch Aufmerksamkeit kann Vertrauen entstehen. Ich gebe meinem Gegenüber das Gefühl: Du bist mir wichtig. Selbstwert gibt mir den Freiraum, mich anderen Menschen zuwenden zu können. Ich bin mit mir im Reinen. Mir ist bewusst, ich kann es nicht allen recht machen und niemand verlangt von mir, perfekt zu sein.

Die eigene Einstellung halte ich für elementar. Möchte ich einfach nur jemanden überzeugen, oder bin ich bereit, dem Anderen wirklich zuzuhören? Damit ist für mich nicht gemeint, ein Jasager zu werden. Klartext ist nach wie vor erforderlich, um nicht zum Mitläufer zu verkommen. Der entscheidende Unterschied ist meine innere Haltung. Spreche ich mein Nein mit Groll oder gar Hass aus, oder weise ich meinen Kontrahenten mit innerer Ruhe in die Schranken?

Das Ärgerliche am Ärger ist, dass er niemandem nutzt. Genauso ist es mit Wut oder Hass. Diese Gefühle wirken in erster Linie auf mich. Sie trüben meinen Blick und ich sehe in erster Linie meine aufgewühlten Emotionen. Das Anliegen meines Gesprächspartners kommt dann oft zu kurz.

Das umzusetzen ist manchmal nicht leicht. Natürlich brodelt es auch mal in mir. Manche Reaktionen kann ich (noch) nicht einordnen. Doch es gelingt mir, den Groll nicht mehr lange andauern zu lassen. In schwierigen Situationen hilft mit vor allem der folgende Satz: Wir Menschen sind so verschieden, damit wir voneinander lernen können.