Wenn ein nahestehender Menschen stirbt, wird mir bewusst,
dass auch ich ein Gast auf dieser Erde bin.
Natürlich war mir das schon länger klar.
Doch diese Endgültigkeit verdränge ich gerne.

Dinge wandeln sich oft langsam.
Die Veränderung wird dadurch für mich kaum wahrnehmbar.
Ich bekomme das Gefühl, die verbleibende Zeit ist unendlich.
Erst ein Blick auf alte Fotos zeigt mir meine Illusion.

Krankheit, Tod und Verlust geben meinem Leben eine besondere Bedeutung.
Das Alltägliche gewinnt auf einmal an Glanz.
Ich erlebe die Welt mit anderen Augen.
Ein Spaziergang, ein Gespräch ist plötzlich so viel kostbarer.

In der Hoffnung froher zu werden, verfolge ich meine Wünsche.
So nach dem Motto: Wenn ich dies oder das habe, dann bin ich glücklich.
Mit der Zeit wurde mir klar, dass diese „schönen“ Momente nur kurz anhalten.
Glück ist für mich demnach kein endgültiges Ergebnis einer Handlung.
Glück ist vielmehr ein Bewusstseinszustand, der immer wieder neu entsteht.
Oder ausbleibt.

Das bedeutet, es liegt vor allem an mir, wie ausgelassen ich sein kann.
Und was hat das mit Vergänglichkeit zu tun?
Abschied nehmen hilft mir zu erkennen, wie einmalig die Dinge sind.
Meine Zeit erhält dadurch eine besondere Bedeutung.

Und es zeigt mir auf, wie relativ meine Ziele sind.
Werde ich zufriedener, wenn ich viel schaffe?
Oder kann ich auch ohne Ansehen und Erfolg gute Laune haben?
Damit plädiere ich nicht für dauerhaften Müßiggang.
Ich bin nur dafür, dem Mantra des Erfolgs nicht blind hinterher zu laufen.

Vielleicht ist es an der Zeit, von manchen Vorstellungen Abschied zu nehmen.
Zu überdenken, was wirklich für mich zählt.