Wenn wir auf die Welt kommen,
ist unsere innere Landkarte weitgehend unbeschrieben.
Mit zunehmenden Erfahrungen ändert sich das.
Die Erlebnisse hinterlassen Spuren in Form von Bildern und Gefühlen.
Allmählich füllt sich die Landkarte.

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, indem der Vorgang auch umgekehrt funktioniert.
Ich fange an, meine inneren Bilder mit der äußeren Welt zu vergleichen.
Passen die Bilder zusammen, bin ich entspannt.
Bekomme ich allerdings die Rückmeldung,
dass meine Sicht nicht passt,
reagiere ich ungehalten.

Nun kann ich meine Überzeugungen verteidigen
oder weiter am Ausbau der Landkarte arbeiten.
Dieses Dilemma verfolgt mich ein ganzes Leben.

Das elementarste Bild ist aus meiner Sicht das Selbstbild.
Diese Annahme begleitet mich mein ganzes Leben
und ist die Grundlage meines Handelns.
Je mehr ich mich wertschätze, desto mehr werde ich mir zutrauen.
Leider gilt auch der umgekehrte Fall.

Mein Selbstwert hängt davon ab, wie ich mich wahrnehme
und wie ich die Rückmeldungen meiner Mitmenschen einordne.
Zum Glück ist das eigene Bild kein abgeschlossenes Kunstwerk.
Ich darf an der Gestaltung mitwirken.

Bei genauerer Betrachtung kann die Vergangenheit in einem anderen Licht erscheinen.
Fest gefügte Vorstellungen müssen mich nicht länger einengen.

Ich kann nicht Malen!
Als Kind konnte ich nicht Malen …
Ich habe in der Schule schlechte Noten in Kunst erhalten …
Manche Bilder gefielen meiner Lehrerin nicht …

Was hindert mich daran, heute kreativ zu sein?
Vor allem meine selbst auferlegten Beschränkungen.
Ich darf jetzt Freude haben und neue Dinge ausprobieren,
wenn ich mir die Erlaubnis dazu gebe.

Selbstbewusstsein bedeutet für mich, dem Leben Tiefe und Freiraum zu geben.
Mich selbst annehmen.
Bewusst nach meinen Werten leben.
Einfach sein.

„Sich selbst zu lieben, ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.“
Oscar Wilde