Resonanz

Sprache erzeugt Resonanz

Oberflächig geht es in einem Gespräch um den Austausch von Informationen. Resonanz und Nutzen können allerdings nur erwachsen, wenn eine Verbindung zwischen den Beteiligten entsteht.

Das Geheimnis von Worten besteht darin, Menschen zu berühren. Es ist so wie mit dem Tanzen. Nur wenn beide miteinander harmonieren, entsteht etwas Besonderes. Deshalb hängt der Gewinn eines Austausches davon ab, in welchem Maße sich die Akteure aufeinander einstellen können.

Im Dialog geht es weniger darum, an Worten zu kleben. Gefühle und Bedürfnisse bewegen uns, etwas in Gang zu setzen. Genau das gilt es in der Unterhaltung heraus zu finden. Wenn ich es schaffe, den Menschen hinter den Begriffen zu erkennen, kann ich spüren, was ihn bewegt. Je mehr ich fähig bin, meine Bedürfnisse mitzuteilen, desto klarer kann mein(e) Gesprächspartner(in) erkennen, was mir am Herzen liegt.

Ich kann mich ärgern, wenn das Gespräch nicht in die gewünschte Richtung verläuft. Ich kann mein Gegenüber kritisieren, wenn er oder sie sich unklar ausdrücken. Ich kann Beschuldigungen aussprechen, wenn ich mich getroffen fühle. All das ist verständlich. Doch hilft es mir?

Nicht Worte sollten wir lesen, sondern den Menschen, den wir hinter den Worten fühlen. – Samuel Butler

Menschen handeln selten in böser Absicht. Genauso wie jemand bewusst schlecht tanzt, wird kaum jemand vorsätzlich ein Gespräch sabotieren. Hier sind Vertrauen und Aufmerksamkeit meine Einzahlungen auf das gemeinsame Konto. Dieser Einsatz trägt vielleicht nicht sofort Früchte, doch mein Gegenüber wird spüren, dass ich es ernst meine.

Mit meinen Äußerungen gestalte ich das Schauspiel meines Lebens. Ich kann mitentscheiden, ob ein Drama oder eine Komödie aufgeführt wird. Dabei ist Kommunikation letzten Endes eine Frage der Übung. Mit ein bisschen Routine werden meine Worte und Bedürfnisse greifbarer.

Veränderung gibt es nicht zum Nulltarif. Wenn ich meinen Austausch vertiefen möchte, brauche ich Achtsamkeit, um die Menschen hinter den Worten zu erkennen. Ich benötige zudem Mut, mein inneres Universum zu betreten.

Für die erste Aufgabe im Leben halte ich es, sich selber glücklich zu machen. Das ist aus meiner Sicht die beste Voraussicht, um auch für andere etwas zu bewegen. Je besser es mir geht, desto mehr Energie steht mir zur Verfügung. Die Herzen meiner Mitmenschen kann ich mit Teilnahme erreichen. Mit Verständnis und Mitgefühl bereite ich den Weg, damit auch meine Worte ankommen.

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Joachim HilbertJoachim Hilbert Vor 10 Jahren begann meine Reise nach Innen, denn ich suchte Antworten auf 3 Fragen. Was berührt mich? Woran habe ich Freude? Was verleiht meinem Leben Sinn? Dafür gibt es natürlich keine allgemein gültigen Lösungen. Mit meinen Artikeln möchte ich anregen, Antworten auf diese Fragen zu finden und hinter die Fassaden und Gewohnheiten zu schauen, damit sich unser innerer Reichtum offenbart. VisionView all posts by Joachim Hilbert

  1. Richard04-28-2015

    “ Ich kann mein Gegenüber kritisieren, wenn er oder sie sich unklar ausdrücken“.

    Ich meine, wir sollten nicht von vorne herein in Unklarheit einen Mangel sehen, oder gar mangelnden Respekt. Frauen zelebrieren oft mehr die Stimmung im Augenblick und folgen so ihrem Bedürfnis an Kommunikation.

  2. Horst Hermann Gutekunst12-16-2015

    VOLLTREFFER das Resonanz-Prinzip beseelt die Verbindung und überträgt die Lebenskraft die alles Leben antreibt und steuert.

  3. Corinna12-19-2015

    Ich bin Tänzerin und Schriftstellerin und kann am besten mit Lebewesen kommunizieren, die nicht meine Muttersprache sprechen oder in Situationen sind, in denen die erlebten Gefühle sich nicht mit Worten ausdrücken lassen, z.b. kurz vor dem Tod. Dieser Text, lieber Joachim, entspricht genau meinem Credo seit vielen Jahren. Herzlichen Dank dafür,

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