Freiräume werden in der Gestaltung bewusst eingesetzt.
Leere Flächen lenken das Auge auf das Wesentliche.
Der Blick ist dankbar für einen Fokus.

Überladene Entwürfe hingegen stiften Verwirrung.
Textwüsten oder unterschiedlichste Schriftgrößen
ermüden die Aufmerksamkeit.
Der Betrachter bleibt ratlos,
weil unklar bleibt, was betont werden soll.

Dieses Prinzip lässt sich meines Erachtens
sehr gut auf das eigene Handeln übertragen.
Ich kann meinem Leben viel mehr Tiefe geben,
wenn nicht jede Minute verplant ist.

Volle Terminpläne gaukeln vor, produktiv zu sein.
Und das scheint heute ja ganz wichtig zu sein.
Oftmals habe ich meine ToDo Listen abgearbeitet.
Ich war froh, am Ende des Tages mein Pensum geschafft zu haben.
Freude kam dabei selten auf.

Freiräume ermöglichen Abstand zu den Dingen.
Ich habe Zeit, das Erlebte sacken zu lassen.
Durch Weite hat die eigene Kreativität Platz, sich zu entfalten.
So wachsen neue Lösungen heran.

Den Terminplan ausdünnen, weniger Ziele setzen,
führt meines Erachtens zu mehr Lebensqualität.
Lieber ein paar Dinge bewusst erleben,
als von einem Event zum nächsten hetzen.

Dabei geht es mir nicht um Perfektion.
Gerade der Druck die Dinge fehlerlos abzuliefern,
lässt die Freude und den Ideenreichtum oft ersticken.

Das Schreiben ist für mich ein gutes Beispiel.
Hier heisst es zunächst, Ideen auf das Papier zu werfen.
Aufzuschreiben, was einem in den Sinn kommt.
Danach folgen Phasen der Überarbeitung,
in denen gestrichen und strukturiert wird.

Um mit weniger Aktionismus mehr Erfüllung zu erfahren,
bedarf es einer wichtigen Voraussetzung.
Mir muss klar sein, was wirklich wichtig ist.
Nur so kann ich Unwichtiges nach und nach über Bord werfen.

Was gibt meinem Leben Bedeutung?
Was tut mir gut?
Um das zu beantworten, brauche ich Freiraum.
Zeit, in der ich spüren kann, was mich bewegt.
Phasen der Rückkopplung vermitteln Klarheit.

Viele fantastische Erlebnisse machen den Tag nicht unbedingt reicher.
Vergnügen lenkt sogar manchmal vom eigenen Weg ab.
Das Aussortieren des Unwesentlichen schafft Platz für die eigene Entfaltung.

Darf es in Zukunft ein bisschen weniger sein?