Selbstwertgefühl – Du bist einmalig
Eine Menge Menschen scheinen mit sich nicht zufrieden zu sein.
Sie sind unglücklich mit ihrem Körper, mit ihrem Beruf oder ihrem Privatleben,
fühlen sich enttäuscht vom Leben oder schätzen ihren Wert gering.
So verbringen viele einen großen Teil ihres Lebens mit der Suche nach Sinn und Selbstwert.
Wir sehnen uns nach Erfolg und Anerkennung.
Doch wann werden wir zufrieden sein?
Wann wird unser Bedürfnis gestillt sein?
Können wir mit unserer jetzigen Einstellung das Rennen überhaupt gewinnen?
Solange ich meiner Person nicht mit Respekt und Mitgefühl begegne,
werde ich wohl niemals glücklich sein mit dem, was ich bin oder habe.
Wer sagt mir denn, wann ich in Ordnung bin?
Was sind denn die Kriterien für einen liebenswerten Menschen?
Selbstgefälligkeit ist nicht das Ziel
Um Missverständnissen vorzubeugen: Selbstgefälligkeit ist nicht das Ziel.
Eine gesunde Selbstreflektion und Kritikfähigkeit machen sicherlich Sinn.
Natürlich kann ich an meinen “Unzulänglichkeiten” arbeiten und mich in bestimmten Bereichen verbessern. Die Frage dabei ist doch nur, ob mein Selbstgefühl dadurch wächst.
Vielleicht fühle ich mich weniger angreifbar.
Doch mit Selbstliebe hat das noch wenig zu tun.
Viele Menschen hoffen, mit der Erfüllung Ihrer Ziele kommt die innere Ruhe.
Mit dem richtigen Job, dem richtigen Partner werde ich schon glücklicher werden.
Kurzfristig mag das stimmen.
Doch sobald wir uns nicht annehmen, wird sich der innere Kritiker bald wieder melden.
Ich brauche und kann meine Individualität nicht mit äußeren Dingen beweisen.
Gelassenheit und Freude kann ich auch spüren, wenn ich nicht aussehe wie ein Fotomodell.
Dafür brauche ich kein Sportwagen oder ein Haus.
Erfüllung hat weder etwas mit Askese noch mit äußerem Reichtum zu tun.
Individualität macht auch angreifbar
Warum möchten wir anders sein, obwohl wir einmalig sind?
Wahrscheinlich weil wir uns im tiefsten Inneren nicht wert schätzen.
Wir schaffen es noch nicht, uns im gegenwärtigen Augenblick anzunehmen.
Innere Ruhe kann sich meines Erachtens erst einstellen, wenn wir beginnen,
uns selbst zu begegnen. In Momenten der Ruhe, werden wir der eigenen Gedanken gewahr,
dem unablässigen Strom der uns antreibt.
In der Stille können wir uns spüren, jenseits aller Konzepte und Zwänge.
Wir haben stets unser Bestes gegeben. Trotz aller Erwartungen und Befürchtungen.
Es ist manchmal nicht leicht, zwischen herzhaftem Anpacken und innerer Einkehr zu wechseln.
Aufgaben wollen erledigt werden und tatkräftiges Handeln verändert die Welt.
Doch wenn wir uns nicht Annehmen, hasten wir ruhelos umher.
Wir können nicht perfekt sein und brauchen das auch nicht.
Es wird immer Menschen geben, denen unser Handeln nicht zusagt.
Doch eine Person darf mit sich zufrieden sein. Das sind wir selbst.
Es gibt eine Vitalität, eine Lebenskraft, eine Energie, eine Bewegung,
die durch dich in Handlung übersetzt wird,
und weil es dich selbst nur ein einziges Mal gibt, ist dieser Ausdruck einmalig.
Und wenn du ihn blockierst, wird er nie existieren und verloren gehen.
Martha Graham





