Viele Menschen scheinen mit sich in irgendeiner Form nicht zufrieden zu sein. Sie sind unglücklich mit ihrem Körper, mit ihrem Beruf, mit ihrer Wohnung oder dem Privatleben. Sie fühlen sich enttäuscht vom Leben oder schätzen ihren Wert gering.

Wir sehnen uns nach Erfolg und Anerkennung. Doch wann werden wir zufrieden sein? Wann wird unser Bedürfnis gestillt sein? Wie lange wird das Glücksgefühl andauern? Solange ich meiner Person nicht mit Respekt und Mitgefühl begegne, wird es schwer werden mit dem Glücklichsein.

Selbstgefälligkeit ist nicht das Ziel

Um Missverständnissen vorzubeugen: Selbstgefälligkeit ist nicht das Ziel. Eine gesunde Selbstreflektion und Kritikfähigkeit machen Sinn. Natürlich kann ich dazulernen und mich in bestimmten Bereichen verbessern. Die Frage dabei ist allerdings, ob mein Selbstgefühl dadurch wächst. Vielleicht fühle ich mich weniger angreifbar. Doch mit Selbstliebe hat das noch wenig zu tun.

Wir hoffen, mit der Erfüllung unserer Ziele kommt die innere Ruhe. Mit dem richtigen Job, dem richtigen Partner werde ich schon glücklicher werden. Kurzfristig mag das stimmen. Doch sobald wir uns nicht annehmen, wird sich der innere Kritiker bald wieder melden.

Ich brauche und kann meine Individualität nicht mit äußeren Dingen beweisen. Gelassenheit und Freude kann ich auch spüren, wenn ich nicht aussehe wie ein Fotomodell. Dafür brauche ich kein Sportwagen oder ein Haus. Erfüllung hat weder etwas mit Askese noch mit äußerem Reichtum zu tun.

Individualität macht auch angreifbar

Warum möchten wir anders sein, obwohl wir einmalig sind? Wahrscheinlich weil wir uns im tiefsten Inneren nicht wertschätzen. Wir schaffen es noch nicht, uns im gegenwärtigen Augenblick anzunehmen.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Martha Graham“]Es gibt eine Vitalität, eine Lebenskraft, eine Energie, eine Bewegung, die durch dich in Handlung übersetzt wird, und weil es dich selbst nur ein einziges Mal gibt, ist dieser Ausdruck einmalig. Und wenn du ihn blockierst, wird er nie existieren und verloren gehen.[/pullquote2]

Innere Ruhe kann sich meines Erachtens erst einstellen, wenn wir beginnen, uns selbst zu begegnen. In Momenten der Ruhe, werden wir der eigenen Gedanken gewahr, dem unablässigen Strom der uns antreibt. In der Stille können wir uns spüren, jenseits aller Konzepte und Zwänge.

Wir haben stets unser Bestes gegeben. Trotz aller Erwartungen und Befürchtungen. Es ist manchmal nicht leicht, zwischen herzhaftem Anpacken und innerer Einkehr zu wechseln. Aufgaben wollen erledigt werden und tatkräftiges Handeln verändert die Welt. Doch wenn wir uns nicht Annehmen, hasten wir ruhelos umher.

Wir können nicht perfekt sein und brauchen das auch nicht. Perfektion ist eine der größten Illusionen denen wir nacheifern. Es wird auch immer Menschen geben, denen unser Handeln nicht zusagt.

Liebe und Wertschätzung setzen keine Makellosigkeit voraus. Deshalb darf eine Person mit sich zufrieden sein. Das sind wir selbst. Wer außer mir kann denn sagen, ob ich in Ordnung bin?