Das elementarste Bild eines Menschen ist aus meiner Sicht das Selbstbild.
Es entsteht im Laufe der Jahre mit Hilfe der gesammelten Erfahrungen,
die wir zu unserem ganz individuellen Kunstwerk zusammen fügen.
Diese Schöpfung bildet die Grundlage meines Handelns.

Eine positive Selbsteinschätzung ermutigt,
die wichtigen Dinge im Leben anzupacken.
Ich entwickle Vertrauen in meine Fähigkeiten und fühle mich wert.
Selbst „Niederlagen“ werfen mich nicht dauerhaft aus der Bahn.

Leider funktioniert es auch anders herum.
Viele Menschen lassen es bescheiden angehen,
weil sie sich in ihrem tiefsten Innern klein und unwürdig fühlen.
Sehe ich mich schwach und hilflos,
starte ich bereits mit angezogener Handbremse.

Doch wer ist der Künstler dieses einzigartigen Portraits?
Vielleicht ist er oder sie bereit, ein paar Pinselstriche
und Farben hinzu zu fügen?
Das Selbstbild ist eine Momentaufnahme.
Ich darf an der Gestaltung dieses Kunstwerkes
ein Leben lang mitwirken.

Behandeln Sie den eigenen Geist wie einen schönen Garten.
Genauso wenig wie wir die Pflanzen mit Unrat verunstalten würden,
macht es Sinn, sich mit Vergleichen oder Urteilen abzuwerten.
Eigenschaften wie Respekt und Begeisterung sind der Boden
für ein gesundes Selbstwertgefühl.
Das Säen von guten Eindrücken ermöglicht persönliches Wachstum.
Natürlich gelingt uns nicht alles im Leben.

Pleiten, Pech und Pannen prüfen die eigene Reife.
Ich habe einen Fehler gemacht.
Das tut mir leid.
Deswegen bin ich kein schlechter Mensch.

Wie können wir zu einem gesunden Selbstwertgefühl gelangen?
Aus meiner Erfahrung helfen vor allem drei Punkte.

Verantwortung übernehmen
Veränderung findet zunächst im Kopf statt.
Es ist eine befreiende Erfahrung, zu erkennen,
dass ich meinen inneren Zuständen nicht hilflos ausgeliefert bin.
Wie ich die Welt erlebe, hängt von meiner Sichtweise ab.
Welche Schlüsse ziehe ich aus den Ereignissen?
Wie ordne ich die Rückmeldungen meiner Mitmenschen ein?
Die Gestaltung meines Selbstbildes liegt bei mir.

Vergleiche vermeiden
Was macht es für einen Sinn, sich mit anderen zu vergleichen?
Natürlich kann ich von anderen Menschen lernen.
Das darf ich als Inspiration begreifen, nicht als Mangel.
Doch als Mensch bin ich einmalig.
Ich bin ein Original, keine Kopie.
Der Werdegang eines jeden Menschen ist einzigartig.
Was wollen Sie da vergleichen?

Sprache schafft Bewusstsein
Wie sieht mein innerer Dialog aus?
Wie rede ich über mich?
Vor allem pauschale Urteile wie „Ich bin faul.“ entwerten.
Aus meiner Erfahrung gibt es keine „faulen“ Menschen.
Sicherlich erfüllen wir manchmal nicht die an uns gestellten Anforderungen.
Ich kenne natürlich auch Tage, an denen ich gerne abhänge.
Doch das sind Momentaufnahmen.
Oder kennen Sie jemanden, der nur lethargisch ist?

Sobald wir meinen, wir sind unser Selbstbild, bedeutet das Stillstand.
Unsere „Wirklichkeit“ beruht in großem Maße auf
individueller Wahrnehmung und Bewertung.
Was liegt da näher, einmal die Perspektive zu wechseln.

“Sich selbst zu lieben,
ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.”

Oscar Wilde