Sich ein Missgeschick einzugestehen, ist für viele Menschen eine unangenehme Übung. Worte der Einsicht kommen uns schwer über die Lippen, weil sie oft als Eingeständnis von Schwäche angesehen werden. Diese Blöße gibt sich in unser leistungsorientierten Welt niemand gerne. Zudem kommt mit einem Eingeständnis leicht das Gefühl auf, sich schuldig zu bekennen. Doch ist es das so?

Ein „Es tut mir leid.“ hat für mich weder mit Schwäche noch mit einem Schuldeingeständnis zu tun. Vielmehr übernehme ich Verantwortung. Ich verfüge über die innere Größe, mein Handeln zu reflektieren. Und zu erkennen, dass ich im Rückblick manches hätte anders machen können. Doch Vergangenes ist nicht mehr zu ändern, so schmerzlich das sein mag.

Ausflüchte lenken von meinem Handeln ab. Lange Rechtfertigungen sind oft der Versuch, Verantwortung abzugeben. Sicherlich brauche ich nicht tief gebeugt im Büßergewand meine „Unzulänglichkeit“ zum Ausdruck bringen. Ich habe einen Fehler gemacht. Das kann passieren. Deswegen bin ich kein „schlechter“ Mensch.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“ Steve Maraboli“]Es ist wichtig, dass wir uns selbst vergeben, dass wir Fehler machen. Wir müssen aus unseren Fehlern lernen und weitergehen.[/pullquote2]

Mein Bedauern auszudrücken, heisst für mich nicht, um Verzeihung zu bitten. Wenn ich von meinem Gegenüber erwarte, dass mir verziehen wird, entsteht Abhängigkeit. Wie meine Worte aufgenommen werden, habe ich nur bedingt in der Hand.

Natürlich hängt viel davon ab, welcher Art der Fehltritt war. Wenn der emotionale oder finanzielle Schaden groß ist, reichen ein paar Worte oft nicht aus. Zu tief sitzen möglicherweise die Wut oder der Schmerz.

In solchen Fällen kann unsere Einsicht auf taube Ohren stossen. Vielleicht entlädt sich sogar der ganze Ärger noch einmal. Hier können wir bestenfalls Ruhe bewahren. Die Zeit scheint noch nicht reif zu sein. Beide Parteien brauchen Geduld. Doch wir haben in meinen Augen einen wichtigen Schritt vollzogen. Wir machen uns den eigenen Beitrag zu einer bestimmten Situation bewusst. Damit kommt oftmals Bewegung in eine schwierige Situation. Vor allem machen wir das, was in unserer momentanen Macht steht.

Das Eingestehen von Irrtümern ist entscheidend für ein gutes Miteinander. Wir haben die Möglichkeit, Ärger und Enttäuschung aus dem Weg zu räumen. Rechtzeitig ausgesprochene Worte können größeren Schaden verhindern. Einsicht ist die Erkenntnis, dass mein Handeln Probleme verursacht hat. Sie ist ein wichtiger Schritt, inneren Frieden zu finden und aus der Vergangenheit zu lernen.