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Zufriedenheit im Jetzt

Erinnern Sie sich an das Kribbeln im Bauch, als Sie sich zum ersten Mal mit Ihrer Herzdame oder Ihrem Traumprinzen verabredet haben? Unser Herz schlägt schneller vor Freude, wenn der lang gehegte Wunsch in Erfüllung geht und dem persönlichen Glück scheint nichts mehr im Wege zu stehen.

Irgendwann kommt allerdings der Punkt, an dem die Träume an Glanz verlieren. Der neue Freund oder die neue Freundin sind noch wichtig, haben aber nicht mehr vor allem Vorrang. Das Besondere wird mit der Zeit alltäglich. Eine Entwicklung, die sich oftmals schleichend vollzieht.

Woran liegt es, dass die erfüllten Wünsche auf Dauer an Bedeutung verlieren?

Sobald ein Bedürfnis befriedigt wird, verändert sich dessen Stellenwert. Haben wir Hunger, hat eine gute Mahlzeit oberste Priorität. Nach dem Essen dagegen, sieht das schon ganz anders aus. Ebenso geht der Reiz des Neuen durch Wiederholung verloren und der Traumwagen wird nach ein paar Wochen zum Gebrauchsgegenstand.

Das Kommen und Gehen der Wünsche ist ein Teil unseres Lebens. Erleben wir das zunehmend entspannter, wird unser Dasein müheloser. Sobald wir nicht mehr glauben, von diesem oder jenem Wunsch abhängig zu sein, ändert sich unser Leben grundlegend.

Die eigenen Wünsche weniger ernst zu nehmen bedeutet nicht, sie loszuwerden. Es geht vielmehr darum, den Gedanken erst einmal anzuschauen und nicht gleich loszurennen. Dahinter steht die Erfahrung, dass nach der Befriedigung eines Wunsches schon der nächste wartet.

Wunschlos glücklich zu sein, ist nicht etwas, was einfach geschieht.

Zufriedenheit beinhaltet für mich, dem Vorhandenen dankbar zu begegnen. Verlange ich dagegen nach dem was gerade fehlt, begebe ich mich wieder auf der Suche. Natürlich finde ich auf meinem Weg auch nicht alles wunderbar. Die Kunst dabei ist, sich auf die wesentlichen Geschehnisse zu konzentrieren. Mit etwas Achtsamkeit sehe ich zunehmend die schönen Dinge im Alltag. Dann kann die Freude über ein gutes Gespräch mehr wiegen, als der Ärger im Berufsverkehr.

Wer nicht zufrieden ist mit dem, was er hat, der wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er haben möchte. – Berthold Auerbach

Je weniger Erwartungen und Wünsche ich verfolge, desto mehr kann ich mich an dem Vorhandenen erfreuen.
Zufriedenheit ist ein großer Reichtum. Das mag sich manchmal komisch anfühlen, meinen wir doch, uns fehlt noch etwas zu unserem Glück.

Was brauche ich wirklich?

Wir investieren viel Energie, um unsere Ziele zu verwirklichen. Mit der Zeit spüren wir, dass das Erreichte uns auch nicht dauerhaft froh macht. Die Suche nach dem Glück kann zu einem nie endenden Zyklus werden. Doch wir haben die Möglichkeit diesen Kreislauf zu durchbrechen. Voraus geht der Wunsch, nicht fortlaufend im Hamsterrad der Begierden gefangen zu sein.

Zufriedenheit ist eine Kraftquelle die von Innen wächst. Um sie zu finden, bedarf es Geduld und Reflexion.
Und wir brauchen Antworten auf folgende Fragen: Was verspreche ich mir von der Erfüllung immer neuer Wünsche? Wie fühle ich mich, wenn ich 2 Stunden gar nichts mache? Was fehlt mir scheinbar zu meinem Glück?

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Joachim HilbertJoachim Hilbert Vor 10 Jahren begann meine Reise nach Innen, denn ich suchte Antworten auf 3 Fragen. Was berührt mich? Woran habe ich Freude? Was verleiht meinem Leben Sinn? Dafür gibt es natürlich keine allgemein gültigen Lösungen. Mit meinen Artikeln möchte ich anregen, Antworten auf diese Fragen zu finden und hinter die Fassaden und Gewohnheiten zu schauen, damit sich unser innerer Reichtum offenbart. VisionView all posts by Joachim Hilbert