Wenn ein dunkler Schatten auf die Seele fällt, ist oftmals ein Gefühl beteiligt. Angst. Angst engt ein und bestimmt schlimmstenfalls unser Leben. Wer das Gefühl kennt, wenn Panik in einem aufsteigt, weiß, was das bedeutet.

Bekanntermaßen schrecken nicht alle Menschen vor den gleichen Dingen zurück, denn Furcht ist etwas sehr Individuelles. Wessen wir uns nicht gewachsen fühlen, hat in der Regel mit unseren Erfahrungen zu tun.

Angst ist ein Gefühl im Hier und Jetzt, das sich auf mögliche Ereignisse in der Zukunft bezieht. Wir befürchten, dass unsere Erwartungen eintreffen. Angst entsteht vor allem aus dem Erleben, einen Teil der Wirklichkeit verstärkt wahrzunehmen.

Furcht ist nicht rational. Mit gut gemeinten „Ratschlägen“ hilft man den Betroffenen selten. Wenn man sich in einer bestimmten Situation elend fühlt, möchte man sich nicht auch noch dafür rechtfertigen.

„Deine Wunden werden durch die Heilung zu einem kostbaren Besitz, zu kostbaren Perlen.“ – Hildegard von Bingen

Ich kann meine Angst eine zeitlang ignorieren. Den Preis für dieses Verhalten zahle ich trotzdem. Mein Körper und meine Seele registrieren die Anspannung. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem meine Reaktion zerstörerisch auf mich wirkt.

 

Wie kann ich meiner Angst begegnen?

Je nach Bedrohlichkeit, macht es Sinn, sich Hilfe von Außen zu holen. Professionelle Unterstützung bietet Halt. Alleine das Gefühl, nicht alleine da zu stehen, kann schon enorm beruhigen.

Um in den Keller des Unterbewusstseins zu steigen, bedarf es Mut. Gefühle bewusst wahrzunehmen, ist aus meiner Sicht bereits ein großer Schritt in Richtung Befreiung. Die zunächst unangenehme Empfindung zu akzeptieren, verändert die Wahrnehmung entscheidend. Bin ich bereit, diese Tür zu öffnen, schaffe ich die Voraussetzung, Neuland zu betreten.

Es bedarf Geduld und Vertrauen, sich den folgenden Fragen zu stellen:
Wovor habe ich genau Angst?
Welche Bilder tauchen in mir auf?
Welche Gefühle sind damit verbunden?
Was will die Angst mir womöglich mitteilen?

Die eigenen Grenzen neu zu definieren, erfordert, sich mit Ihnen auseinander zu setzen. Daher ist Furcht oftmals der Beginn, neue Wege zu beschreiten und kann der Anstoß für unsere weitere Entwicklung sein.