Es gab einen Moment in meinem Leben, da konnte ich meine Maske nicht mehr tragen. Die Anstrengung mich zu verstellen, war zu groß. Ich wusste: So kannst und willst du nicht mehr weiter machen. Heute bin ich dankbar für diesen Wendepunkt. Mir ist bewusst geworden, dass ich mehr bin, als die Summe meiner Pflichten.

Lebensrollen

Eine Vielzahl von Rollen begleiten uns im Leben. Manche suchen wir uns aus (Chefin, Angestellter), andere sind vorbestimmt (Tochter, Mann). Wir schauen uns zuerst um, wie andere sich verhalten. Diese Art zu lernen, ist uns von Kindheit an vertraut. Rollen bieten einen Rahmen, an dem man sich orientieren kann.

Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt, die eigene Persönlichkeit einzubringen. Nicht mehr nur das brave Kind sein, was alles kopiert.

Verhaltensweise hinterfragen

Sich zu verstellen, kostet Energie. Verbiege ich mich dauerhaft, mündet das in Selbstverleugnung.

Ich bin der Wirklichkeit jedoch nicht hilflos ausgeliefert. Jeden Moment habe ich die Möglichkeit, neu zu entscheiden. Nach und nach darf ich die Maske ablegen, damit meine Persönlichkeit zum Vorschein kommt.

Vielleicht möchte ich nicht mehr nur lieb und nett sein. Vielleicht ist es an der Zeit, meinem Dasein andere Facetten hinzuzufügen.

Unsere Zeit und Energie sind unendlich kostbar. Das merken wir oftmals erst, wenn diese Ressourcen knapp werden. Wir fühlen uns zum Handeln gezwungen, wenn es nicht mehr wie bisher weiter geht.

Persönlichkeit entwickeln

Je stärker wir annehmen, etwas zu sein, desto weniger können wir uns entfalten. Individualität beginnt, sobald wir anfangen, uns von Vorstellungen zu lösen.

Masken können uns vielleicht eine zeitlang schützen. Als Kind haben wir uns ja auch gerne hinter den Eltern versteckt. Doch irgendwann kommt der Punkt, sich zu zeigen und dem Maskenball ein Ende zu bereiten. Ansonsten droht „Gesichtsverlust“.

Der Körper ist dabei ein guter Wegweiser. Er zeigt mir, ob die Rolle auf Dauer Energie gibt oder Energie raubt. Dann haben wir es in der Hand, am Drehbuch mitzuschreiben.