Vor ein paar Jahren reagierte ich vorwiegend genervt, wenn eine Unterhaltung anstrengend verlief. Mein Adrenalinpegel stieg, sobald ich mich Vorwürfen ausgesetzt sah oder mein Gegenüber mich nicht ausreden lies.

Allerdings trägt Ärger wenig zu einer Lösung bei. Wut kostet Energie, ohne dass ich in der Sache weiter komme. Worauf wir den Blick richten, liegt dabei im eigenen Ermessen. Ich kann mich über die „Unvollkommenheit“ anderer ärgern oder versuchen, mein Bestes zu geben.

Eine gewinnbringende Kommunikation setzt voraus, dass wir eine Verbindung zu unseren Mitmenschen aufbauen. Richten wir den Fokus auf die folgenden 3 Eigenschaften, schaffen wir gute Voraussetzungen.

Achtsamkeit – Aufmerksames Zuhören vermittelt die Einstellung: Du bist mir wichtig. Fühlt mein Gegenüber sich gehört, entsteht Respekt. Zudem kann ich nur gezielt argumentieren, wenn ich verstehe, was den anderen bewegt.

Offenheit – Die eigenen Bedürfnisse und Erwartungen auszusprechen, vermittelt Klarheit über das eigene Anliegen. Bei mir und meinem Gegenüber. Woher sollen andere mein sonst wissen, was ich mir wünsche?

Geduld – Oftmals gilt es zu erkennen, was möglich ist. Manchmal braucht es Zeit für eine gemeinschaftliche Lösung. Es hilft wenig, auf den anderen einzureden, nur weil er immer noch nicht unserer Meinung ist.

Kontakt ist die Voraussetzung für Kommunikation. Alles andere wäre Zeitverschwendung. Halten sich 2 Menschen zum Beispiel in verschiedenen Räumen auf, ist eine Verständigung kaum möglich. Geht man dagegen aufeinander zu, begegnet sich, nimmt die Kommunikation eine andere Qualität an.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Dalai Lama“]Wenn du sprichst, wiederholst du nur, was du eh schon weißt; wenn du aber zuhörst, kannst du unter Umständen etwas Neues lernen.[/pullquote2]

Jetzt kommen 3 weitere Fähigkeiten ins Spiel.

Vertrauen – Wenn ich meinem Gegenüber am Anfang des Gespräches nicht ein Mindestmaß an Vertrauen entgegenbringe, sollte ich mich fragen, warum ich dieses Gespräche überhaupt führe. Vertrauen und Wertschätzung bilden das Fundament für ein Miteinander.

Lösungen – In vielen Gesprächen wird leider diskutiert, wie etwas nicht laufen soll. Schuldzuweisungen engen ein und sind wenig konstruktiv. Die negative Spirale lässt sich leicht durchbrechen, indem man den Blick auf die Lösung lenkt. Sagen Sie, wie Ihrer Meinung nach ein gutes Ergebnis erreicht werden kann und machen deutlich, wie Ihr Beitrag lautet.

Fragen – Gerät ein Gespräch ins Stocken, kann ich mit Fragen eine Brücke bauen. Was ist dir wichtig? Was erwartest du von einer Lösung?

Sobald ich verschiedene Möglichkeiten vor Augen habe, kann der eigene Ärger in den Hintergrund treten. Statt dessen investiere ich meine Energie lieber in gewinnbringende Lösungen. Wut ist oftmals eine Reaktion der Hilflosigkeit. Wir fühlen uns ohnmächtig und des eigenen Handlungsspielraumes beraubt.

Natürlich gib es Situationen, in denen Menschen nicht an einer einvernehmlichen Lösung interessiert sind. Sind wir deswegen hilflos? Ich denke nicht. Das Leben geht weiter und neue Chancen werden kommen. Mit dem Gefühl, sein Bestes gegeben zu haben, lässt sich auf jeden Fall gut leben.