introvertierte Frau

Kreative Selbstgespräche

„Du schaffst das nicht.“ „Die Leute werden dich auslachen.“ „Du hast kein Talent.“ Wie fühlen Sie sich, wenn Sie diese Sätze hören? Wirft uns jemand Außenstehendes etwas Derartiges an den Kopf, bieten wir Paroli. Doch wenn die innere Stimme so zu einem spricht, ist die Angelegenheit verworrener. Angeklagter und Ankläger sind ein und dieselbe Person.

Missachtung ist die destruktivste Form der Kommunikation. Ein Dialog kann erst beginnen, sobald ich die Botschaften ernst nehme. Vielleicht hört es sich schräg an, Selbstgespräche zu führen. Doch dem inneren Kritiker auszuweichen, ist keine gute Idee. Nehmen Sie deshalb seine Einwände ernst.

Oftmals arbeiten zwei Kräfte in uns. Einmal lockt der Ruf nach Freiheit und Abenteuer, andererseits fordert das Streben nach Sicherheit Berechtigung. Diese sich im ersten Moment widerstrebenden Kräfte führen zu innerer Zerrissenheit, wenn wir nicht darauf eingehen.

Jeder Teil unserer Persönlichkeit, den wir nicht lieben, wird uns zum Feind werden. – Robert Bly

Weiterentwicklung ist kaum möglich, sobald wir einen Teil von uns negieren. Wachstum erfordert, den verschiedenen Potenzialen Beachtung zu schenken. Machen Sie Ihrem Kritiker klar, dass es Ihnen auch wichtig ist, Neuland zu betreten.

Dabei müssen die ersten „Gehversuche“ natürlich nicht vor einem riesigen Publikum statt finden. Es geht ums Ausprobieren, weniger um „Erfolg“.

Vor allem an der Ausdrucksweise der einzelnen Stimmen darf gefeilt werden. Ein „Ich fühle mich unsicher, wenn ich von den neuen Herausforderungen höre.“ klingt doch viel entspannter, als „Lass bloss die Finger davon.“

Mit großer Wahrscheinlichkeit entstehen neue Wege, wenn wir den inneren Dialog annehmen. Beide Kräfte arbeiten jetzt nicht mehr im Verborgenen gegeneinander. Das spart auf jeden Fall Energie.

Ideen haben es schwer, sobald eine Stimme Experimente reflexartig ablehnt. Berauben wir uns jedoch der Kreativität, bleiben wir in Gewohnheiten gefangen.

Schenke ich meinen Bedürfnissen Gehör, entsteht Offenheit. Innere Harmonie, mehr Energie und vor allem Selbstbewusstsein sind der Dank.

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Joachim HilbertJoachim Hilbert Vor 10 Jahren begann meine Reise nach Innen, denn ich suchte Antworten auf 3 Fragen. Was berührt mich? Woran habe ich Freude? Was verleiht meinem Leben Sinn? Dafür gibt es natürlich keine allgemein gültigen Lösungen. Mit meinen Artikeln möchte ich anregen, Antworten auf diese Fragen zu finden und hinter die Fassaden und Gewohnheiten zu schauen, damit sich unser innerer Reichtum offenbart. VisionView all posts by Joachim Hilbert

  1. Richard04-27-2015

    Ich finde auch, wir sollten auf die negativen Gedankenmuster in uns beachten und wahrnehmen, was hier immer wieder abgespult wird. Treten wir doch einen Schritt zur Seite und beobachten wir es! Die Gedanken wecken auch Gefühle und Emotionen. Wir wollen sie sehr oft nicht fühlen. Denn hätten wir sie immer angenommen, wären sie längst abgeebbt und die zugehörigen Gedanken hätten sich beruhigt. Oder besser gesagt, sie speisen die Emotionen mit Energie. Umgekehrt stecken auch hinter Unwohlsein Gedankenmuster, die gerade ablaufen, bzw. ausgelöst wurden. Oft nehmen wir die Gedanken nicht wahr, weil sie immer da waren. Sie wurden zu Glaubenssätzen und wir stellen sie nicht in Frage.

    Diese Gedanken und Glaubenssätze legen sich mit Bewusstheit alleine und ohne ein bewusster werden kaum. Manchmal verwechseln wir diese Gedanken auch mit der inneren Stimme, die gegen Illusionen und gegen Ziele gerichtet ist, die nicht harmonieren mit unserem Kern. Diesen Inneren Kritiker würde ich schon als Kommunikationspartner ernst nehmen und schätzen.

    Dem rein negativen Kritiker gebe ich möglichst wenig Bedeutung und nur so viel Beachtung, wie es der Aufdeckung der Muster dienlich ist. Ich muss ihn ja nicht noch bestätigen und ihn damit bei Energie halten.

Wie lautet Ihre Meinung?