nachdenkliche junge Frau

Motivation – Was dahinter steht

„Nur wer ein Ziel hat, kann seinem Leben eine Richtung geben.“ Die Botschaft klingt einleuchtend. Auch ich hatte mir in den letzten Jahren einiges vorgenommen. Obwohl die meisten Vorhaben sich gut entwickelten, fühlte ich mich innerlich unzufrieden. Ich hatte anscheinend etwas anderes erwartet.

Manchmal scheint uns gar nicht bewusst zu sein, wonach wir eigentlich suchen. Wir geben Gas im Beruf oder engagieren uns in der Freizeit. Schritt für Schritt geht es die Karriereleiter hinauf. Hilfsbereit stehen wir unseren Freunden zur Verfügung.

Allzu leicht folgen wir den bekannten Pfaden. Doch was ist der Antrieb? Was bedeutet das genau für mich?
Ist es die Aufgabe oder möchte ich am Ende besser dastehen? Tun wir es in erster Linie für uns oder für andere? Fühle ich mich mehr wert, wenn ich einen angesehenen Posten bekleide? Möchte ich sogar zeigen: Ich habe es geschafft!

Klarheit entwickeln

Aus meiner Sicht geht es nicht darum, ob die eigene Motivation „gut“ oder „schlecht“ ist. Es geht vielmehr um Klarheit. Zu erkennen, was treibt mich an. Dem Handeln eine Richtung zu geben, reicht nicht aus. Wir wollen ja nicht irgendwo hin.

Mit einfachen Fragen und Achtsamkeit können wir ermitteln, was unsere wahren Beweggründe sind. Als ich Anfang 2011 Leben ohne Limit startete, tat ich genau das. Was ist mein Ziel? Welchen Erfolg erwarte ich?
Was will ich investieren? Wozu bin ich nicht bereit?

Wer zu sich selbst finden will, darf andere nicht nach dem Weg fragen. – Paul Watzlawick

Die Fragen klingen im ersten Moment einfach. Doch die Antworten sind oft vielschichtig. Geht es mir in meinem Blog zum Beispiel in erster Linie um möglichst viele Besucher? Suche ich vielleicht nach Anerkennung? Oder geht es mehr darum, die eigene Kreativität zu leben? Es gehört viel Achtsamkeit dazu, die eigenen Beweggründe zu erkennen.

Was will ich wirklich?

Äußerer Erfolg dient leicht als „Pflaster“ für ein verletzliches Selbstbewusstsein. Obwohl wir es ahnen oder schon erfahren haben, sind Ruhm und Reichtum nur kurzfristige Drogen.

Mein Einsatz entfaltet viel mehr Wirkung, wenn ich aus Überzeugung handele. Sobald mich die Aufgabe begeistert, spielt Ansehen eine untergeordnete Rolle. Wir brauchen dann nicht mehr unsere Energie verschwenden, indem wir in die falsche Richtung laufen.

Ich bin überzeugt, dass wir spüren, was uns bewegt. Am besten stellen wir uns dafür einfach vor einen Spiegel. Mit ein wenig Übung kommen die Antworten von alleine. Mir ist dadurch bewusst geworden, dass ich in der Vergangenheit vieles anderen zuliebe getan habe. Ich wollte halt der „Nette“ sein.

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About the Author

Joachim HilbertJoachim Hilbert Vor 10 Jahren begann meine Reise nach Innen, denn ich suchte Antworten auf 3 Fragen. Was berührt mich? Woran habe ich Freude? Was verleiht meinem Leben Sinn? Dafür gibt es natürlich keine allgemein gültigen Lösungen. Mit meinen Artikeln möchte ich anregen, Antworten auf diese Fragen zu finden und hinter die Fassaden und Gewohnheiten zu schauen, damit sich unser innerer Reichtum offenbart. VisionView all posts by Joachim Hilbert

  1. Barbara Engel09-03-2012

    Lieber Joachim Hilbert,

    ich bin eine der 2433 Personen (morgen sind es schon wieder weit mehr),
    denen „Leben ohne Limit“ gefällt. Sehr gefällt.

    Wenn ich mich freue,
    weil ich fühle,
    dass ich ganz bei mir bin,
    dann lebe ich „ohne Limit“.
    Diese drei Worte
    haben mitten in mein Herz getroffen,
    etwas von „mir“ beschrieben.

    Heute will ich mich
    mit meiner „Meinung“bedanken.
    Uneingeschränkt, ohne Limit.

    Mir gefällt die Art,
    wie Sie schreiben.
    Die Unaufdringlichkeit starker Aussagen.
    Das bewegte Weiterfragen.
    Der sanfte Schritt,
    der seine Bestimmtheit in keinem
    entschleunigten Hinschauen einbüßt.
    Meine eigenen Fragen
    und immer öfter auch
    meine eigenen Antworten
    in einer anderen Handschrift.

    Ich danken Ihnen sehr.
    Und grüße Sie herzlich
    von der Alpensüdseite aus Kärnten.

    Ihre Barbara Engel

  2. yidam09-04-2012

    Hallo Barbara,
    vielen Dank für die persönlichen und kreativen Worte.
    Joachim

  3. Cordula Rosenfeld05-16-2013

    Ich folge Ihrem Blog seit einiger Zeit und finde es sehr hilfreich, zu lesen, wie andere Menschen es schaffen, die vertrauten eingetretenen Pfade zu verlassen, um sich auf die Spur des Eigenen zu begeben.
    Ich selbst befinde mich ebenfalls in dieser Phase der Neuausrichtung und stellle immer wieder fest, daß es ein großes Abenteuer ist, die eigenen Beweggründe aufzuspüren und plötzlich aus der unendlichen Vielzahl der Möglichkeiten zu wählen.
    Schon oft habe ich gehört, „Du hast es gut. Du kannst nochmal völlig neu wählen“. Gerade in der vermeintlichen Freiheit, nochmal ganz neu wählen zu können und genau das zu tun, was mir Freude bereitet und mich erfüllt, liegt für mich jedoch eine große Herausforderung. Ich habe erlebt, daß es gar nicht so einfach ist, Klarheit darüber zu erhalten, was mich wirklich begeistert. Fast wie bei diesen russischen Matroschka Püppchen, die Schicht für Schicht immer noch eine weitere Puppe in sich verbergen. Und da entspringen ganz schön viele Schichten bei genauem Hinsehen gar nicht meiner ureigenen Motivation. Ein sehr spannender Prozess. Ich emfpinde es als unterstützend, wenn wir uns da mit anderen Menschen verbinden können, die ebenso ihre ganz individuellen Wege gehen. Ihre Beiträge bieten für mich dafür eine tolle Gelegenheit. Herzlichen Dank!

    • Joachim05-16-2013

      Vielen Dank für Ihre offenen und wertschätzenden Worte.
      Darüber freue ich mich sehr.
      Joachim

  4. Richard04-20-2015

    Hallo Joachim, ich meine es ist die Freude am Tun und die Begeisterung, die der Beste Motivator sind. Konkrete Ziele sollten sich hieraus zeigen. Der Verstand sollte Werkzeug sein für die praktischen Schritte und Etappenziele. Doch der innere Kompass liefert auch gute Daten für die ständige Navigation – und auch für die Zielanpassungen.

    Ich glaube nicht wirklich, dass ich Ziele brauche, wenn ich ein Gefühl für die richtige Richtung habe. Wohin schaust du mehr, auf das Ziel oder auf deinen Weg? Am Ziel hängen eventuell Mängel, denen wir uns anderweitig besser zuwenden.

Wie lautet Ihre Meinung?