Wie unterschiedlich Hilfe ausfallen kann,
hat wahrscheinlich jeder von uns schon mal erfahren.

Die nachfolgenden Varianten in Sachen Beistand kommen Ihnen vielleicht bekannt vor.
Sie werden mit Tipps und Informationen überschüttet, wie man es richtig anpackt.
Sie bekommen Mitleid geschenkt.
Sie spüren, dass Ihnen gar nicht aufmerksam zugehört wird.

Nach solchen Erlebnissen fühle ich mich häufig frustriert.
Da springe ich schon über meinen Schatten und signalisiere,
dass ich nicht alleine weiter weiß.

Doch was macht eigentlich gute Hilfe aus?

Für mich ist es in erster Linie Aufmerksamkeit.
Das Gefühl, der andere interessiert sich für mein Anliegen.
Oftmals geht es mir darum, mich mitzuteilen, meine Gedanken zu ordnen.
Vielleicht auch um nicht alleine dazustehen.

Konkrete Schritte sind mir natürlich ebenso willkommen.
Wenn ich das Gefühl habe, ich wurde verstanden.
Dann prüfe ich, wie die Lösung für mich aussehen kann.

Durch diese Erfahrungen sensibilisiert,
hat die Rolle des Helfers für mich jetzt eine andere Bedeutung.
Und ich habe schnell gespürt,
dass es gar nicht so einfach ist,
Empathie, Verständnis, Geduld und konkrete Hilfe zu geben.

Folgende Fragen helfen mir dabei, zu mehr Klarheit ich Sachen Hilfe zu gelangen.

Habe ich jetzt überhaupt Zeit und Muße für das Anliegen?
Dieser Punkt ist für mich ganz elementar.
Wenn ich angespannt oder genervt bin,
besitze ich wenig Überschuss, anderen zu helfen.

Sind wir an einem Ort, an dem wir einigermaßen ungestört sind?
Hier spielt das Hilfethema für mich die entscheidende Rolle.
Je sensibler das Anliegen ist, desto wichtiger ist ein „geschützter Raum“.

Habe ich das Anliegen verstanden?
Das bedeutet für mich erst einmal zuhören.
Gerade bei emotionalen Themen wird gerne erst einmal Dampf abgelassen.
Wenn sich dann die Wogen allmählich glätten, komm oft der Kern des Anliegens zum Vorschein.
Dann prüfe ich mit vorsichtigen Fragen, ob ich verstanden habe, worum es geht.

Welche Hilfe wird erwartet?
Bei diesem Punkt können wir ganz viel Frustration und Energie sparen.
Ich frage ganz konkret, was von mir gewünscht wird.

Kann ich diese Hilfe überhaupt leisten?
Jetzt kommt Selbstreflektion ins Spiel.
Bin ich willens und in der Lage diese Unterstützung zu leisten.

Wie viel Verantwortung möchte ich übernehmen?
Hilfe beinhaltet meines Erachtens auch eine gewisse Verantwortung.
Mein Gegenüber vertraut mir.
Gerade wenn der Leidensdruck sehr hoch ist,
wird gerne nach jedem Strohhalm gegriffen.

Welche Fragen können meinem Gegenüber weiter helfen, eine eigene Lösung zu finden?
Das ist wohl mit die größte Kunst.
Jemandem mit Fragen zu helfen, eine eigene Lösung zu finden.
Oder zu mehr Klarheit zu gelangen.

Wie viel Eigeninitiative wird mitgebracht?
Für mich ein ganz wichtiger Gradmesser, wie wichtig das Anliegen zu sein scheint.
Jemanden zu helfen, der nicht mitzieht, dürfte sehr anstrengend werden.