Manche Menschen scheinen das gewisse Etwas zu besitzen. Sie sind beliebt, haben viele Freunde und ihre Gegenwart wird als Bereicherung empfunden. Sympathie beruht auf der seinen Seite auf individuellen Vorlieben. Ob wir jemanden gut riechen können oder ob wir sie oder ihn attraktiv finden, hängt von unserem persönlichen Geschmack ab.

Doch warum gibt es beliebte Menschen, die weder besonders gut aussehen noch besonders erfolgreich sind? Wäre es nicht schön, etwas mehr über die Kunst der guten Beziehungen zu wissen und das Leben ein bisschen weniger dem Zufall zu überlassen?

Was macht Menschen sympathisch?

Menschen die wir als liebenswürdig beschreiben, strahlen emotionale Wärme aus. Sie begegnen anderen mit Vertrauen, interessieren sich für deren Anliegen und haben ein ehrliches Interesse, wie es ihren Mitmenschen geht. Diese emotionale Intelligenz beinhaltet die Fähigkeit, offen mit Emotionen umzugehen, indem wir den Gefühlen anderer sowie den eigenen mit Mitgefühl begegnen.

Durch aufmerksame Anteilnahme entsteht ein besonderer Kontakt, der sich in der Körpersprache und in einer harmonischen, vertrauensvollen Atmosphäre ausdrückt. Liebe und emotionale Wärme zeigen sich, indem wir uns anderen Menschen wohlwollend zuwenden, Ihnen interessiert zuhören und Sie bewusst wahrnehmen.

Für einen wertschätzenden Umgang, ist Respekt eine wichtige Voraussetzung. Menschen sind einzigartig. Das macht Sie gerade interessant. Aus dieser Achtung erwachsen Toleranz und Freiraum, damit wir unseren Eigensinn leben und lieben können.

Probleme dauerhaft unter den Teppich zu kehren, trägt sicherlich nicht zur Qualität einer Freundschaft bei. Deswegen mach es Sinn, Konflikte offen anzusprechen. Oft wird Harmonie mit der Abwesenheit von Meinungsverschiedenheiten verwechselt. Unterschiedliche Ansichten resultieren aus unterschiedlichen Erfahrungen. Diese gilt es anzusprechen und nach Möglichkeit zu verstehen. Damit lernen wir einander besser kennen und machen unsere Beziehungen belastungsfähiger.

Weiterhin mögen wir Menschen, deren Handlungen einsichtig und nachvollziehbar sind. Vertrauen entsteht auf der Basis von Verlässlichkeit. Wir möchten das Verhalten von anderen Personen einschätzen können. Und natürlich haben wir ein Faible für Leute, die sich für etwas begeistern. Die ein inneres Feuer in sich tragen, weil ihnen eine Aufgabe am Herzen liegt.

Welche Eigenschaften mögen wir nicht?

Auf bestimmte Verhaltensweisen reagieren die meisten allergisch. Da gibt es zum Beispiel die Besserwisser, die selbst ernannten Experten, die uns ungefragt mitteilen, wie man es „richtig“ macht. Weil Sie damit einmal Erfolg hatten, meinen Sie, bei uns müsste das auch so sein. Und wenn nicht, haben wir irgendetwas falsch gemacht. Sie hören sich gerne reden und vergessen dabei, die Signale ihrer Mitmenschen aufzunehmen.

Manche Menschen scheinen besonders erfolgreich zu sein. Vor allem verspüren sie den Drang, das möglichst vielen mitzuteilen. Schade ist nur, dass das Interesse dieser Menschen vor allem der eigenen Person gilt. Sie vergessen zudem, dass Erfolge einen Menschen nicht automatisch sympathisch machen.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Friedrich Rückert“]Wer scheinen will, wird niemals etwas sein.[/pullquote2]

Oder die Kritiker, die ständig korrigieren und vergessen, auch mal zu loben. Zuviel Beanstandung verdirbt die gute Laune. Das schmeckt, wie zu viel Salz im Essen. Schwer zu ertragen sind auch permanent schlecht gelaunte Menschen und Berufspessimisten. An ihnen scheint das Unglück dieser Welt zu kleben.

Auf Kriegsfuß mit der Körpersprache stehen die Distanzlosen. Sie haben das Maß für Nähe und Distanz verloren und rücken einem so dicht auf die Pelle, dass man ahnt, was sie gerade gegessen haben.

Was können wir unternehmen, um besser anzukommen?

Sympathie hat auf jeden Fall nichts mit Anbiederung zu tun. Sobald wir schauspielern, wirken wir nicht authentisch und erwecken eher Misstrauen. Es geht nicht darum, irgendwelche Gesten einzustudieren oder uns zu verbiegen, um es möglichst vielen Menschen recht zu machen.

Wie so oft im Leben hilft Selbstreflexion. Welche sympathischen Eigenschaften trage ich in die Welt hinaus? Oder, Hand auf Herz, neige ich zum Besserwisser? Fragen Sie am besten gute Freunde. Das Feedback von Außen ist hilfreich. Manche Erkenntnis tut vielleicht weh, ist aber ein Schritt in Richtung Veränderung.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Dale Carnegie“]Wer sich für andere interessiert, gewinnt in zwei Monaten mehr Freunde als jemand, der immer nur versucht, die andern für sich zu interessieren, in zwei Jahren.[/pullquote2]

Welche Anregungen kann ich mir bei sympathischen Zeitgenossen holen? Wie reagieren diese Menschen in bestimmten Situationen? Was mag ich besonders an ihnen? Wenn es für uns passt, können wir diese Aspekte nach und nach in unser Leben integrieren. Zuerst fühlt es sich vielleicht noch ein wenig ungewohnt oder sogar gekünstelt an. Doch mit der Zeit entwickeln wir unseren eigenen Stil. Lernen heisst am Anfang oft kopieren, bevor wir unsere Persönlichkeit mit einbringen.

Im Wechsel zwischen Kontemplation, Beobachten und Üben lernen wir uns kennen. Wir entwickeln neue Fähigkeiten und das Gespür, was für uns passt. Wenn sich dann noch eine heitere Gelassenheit einstellt, die uns über die Unwägbarkeiten des Alltags hinweg hilft, ändert sich unsere Ausstrahlung zwangsläufig.

Entspannte Menschen verfügen über ein gesundes Selbstbewusstsein. Sie sind angenehme Zeitgenossen, weil sie sich annehmen und Überschuss für ihre Mitmenschen haben.