Eine zeitlang stolperte ich in Seminaren und Artikeln über Anregungen
wie „Gehen Sie Ihren Weg.“ oder „Machen Sie, was Ihnen Freude bereitet.“.

Schöne Hinweise dachte ich.
Doch was ist mein Weg?
Welche Aktivitäten begeistern mich denn?
Ich wusste es nicht.
Und das frustrierte mich zusehends.

Wie kann ich mein Leben planen,
wenn ich noch nicht einmal diese scheinbar simplen Fragen beantworten kann?

Was nützen mir die ganzen Planungsmethoden,
wenn ich kein erfüllendes Ziel habe?

Ich finde mittlerweile, diese Frage ist auch gar nicht so einfach zu beantworten.
Heisst es doch, sich Zeit zu nehmen.
In Ruhe zu überlegen, welche Möglichkeiten es für einen gibt.
Die grundsätzliche Chance einer Veränderung zu bejahen.
Geduld zu beweisen.

Heute kann ich mir diese Frage zum Glück beantworten.
Darüber bin ich sehr dankbar.
Um dahin zu gelangen, musste ich allerdings viele Zweifel aus dem Weg räumen.
Meine Ansprüche und Vorstellungen hinterfragen.

Wenn Sie dieses Thema ebenfalls beschäftigt, helfen Ihnen vielleicht die folgenden Fragen.
– Welche Tätigkeiten habe ich als Kind oder Jugendlicher gerne gemacht?
– Welche Aufgabe würde ich angehen, wenn Zeit keine Rolle spielt?
– Womit würde ich mich gerne beschäftigen, wenn Geld keine Rolle spielt?
– Was würde ich machen, wenn mich keiner beobachtet?
– Was würde ich machen, wenn mich keiner kritisiert?
– Welche Aktivitäten erfüllen mich mit Zufriedenheit?
– Bin ich gerne mit Menschen zusammen?

Zuerst geht es aus meiner Sicht darum, Einfälle zu sammeln.
Zu Träumen und der Fantasie freien Lauf zu lassen.
Machen Sie bitte nicht den Fehler, die Ideen gleich auf Umsetzbarkeit zu prüfen.

Besonders solche Denkmuster wie „Ich bin nicht kreativ.“,
„Steht mir das überhaupt zu?“ oder „Ich bin nicht perfekt genug“
sind aus meiner Erfahrung die größten Stolpersteine.

Kreativität bedeutet sicherlich nicht nur malen zu können wie Picasso
oder mit Worten zu spielen, wie Hermann Hesse.

Wir dürfen sicherlich auch Freude an unserem Beruf oder an unserem Hobby haben,
ohne perfekt zu sein.

Wenn ich etwas Neues beginne, sind meine Fähigkeiten natürlich nicht perfekt.
Die Frage ist zudem, ob ich überhaupt perfekt sein muss,
um mich einer Aufgabe enthusiastisch hinzugeben.

Vielleicht ist der hohe Anspruch dabei sogar hinderlich …

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