Zwischen Möglichkeiten wählen zu können,
ist meistens eine feine Sache.
Allerdings beinhaltet Vielfalt, eine Entscheidung zu treffen.
Und das bereitet mir manchmal weniger Freude.
Denn mich festzulegen bedeutet, Verzicht zu üben.

Irgendwann habe ich mich gefragt, was denn an Entscheidungen so schwierig ist.
Sind es die verlockenden Optionen?
Kann ich schlecht verzichten?
Oder ist es vielleicht die fehlende innere Klarheit?

Solange ich ein Fragezeichen in mir trage, kostet das Energie.
Ich fühle mich hin und hergerissen.
Der Abwägungsprozess nimmt meine Aufmerksamkeit in Anspruch.

Setze ich ein Ausrufungszeichen, gebe ich meiner Energie eine Richtung.
Eine Entscheidung sorgt für innere Klarheit.
Ich kann meinen Fokus wieder anderen Themen zuwenden.

Wichtig ist für mich, dass ICH eine Entscheidung treffe.
Ich möchte meinen Beitrag für eine Lösung leisten.
Denn zögere ich das Ganze zu lange hinaus,
werden irgendwann andere Fakten schaffen.
Ich werde zum Spielball der Umstände.

Natürlich spielt auch das Thema eine wichtige Rolle.
Geht es darum, ob ich das grüne oder blaue Hemd kaufe,
sind die Auswirkungen trivial.
Wäge ich einen Jobwechsel ab, mit dem ein Umzug in eine andere Stadt verbunden ist,
erfordert das Abwägen schon mehr Weitsicht.

Entscheidungen fallen mir deutlich leichter, wenn ich mir über meine Ziele im Klaren bin.
Da können sich manche Optionen noch so verlockend anhören.
Wenn mich mein Ziel begeistert, dann habe ich für einen Umweg keine Zeit.

Doch wie kann ich für mehr Klarheit sorgen?
Folgende Fragen haben sich für mich beim Abwägen als nützlich erwiesen.

Wer ist von der Entscheidung betroffen?
Wen muss ich in meine Überlegungen einbeziehen?
Wen muss ich eventuell um Einverständnis bitten?

Wann muss ich eine Entscheidung treffen?
Muss ich mich jetzt schon festlegen?

Welchen Vorteil bringt mir die Entscheidung?
Was passiert, wenn ich nichts unternehme?

Den Blick auf eine einfache Lösung versperren
manchmal auch die selbst gemachten Scheuklappen.
Ich suche z.B nach einer perfekten Lösung.
Oder ich habe Angst, Neuland zu betreten.

Fehlende Entschlusskraft zeigt mir,
ich bin mir nicht klar genug.

Wenn ich mich jetzt wieder einmal frage:
Wie soll ich mich entscheiden?
Dann lautet mein erster Impuls:
Was sind meine Ziele?