In jungen Jahren schauen wir erwartungsvoll auf die Möglichkeiten, die uns das Leben bietet. Unser Blick ist noch weitestgehend unverbaut und zum Glück haben wir haben wenig Angst, etwas auszuprobieren. Unsere Maxime ist das Lustprinzip. Wir folgen intuitiv den Dingen, die uns Freude bereiten. Warum sollten wir auch dauerhaft etwas tun, was keinen Spaß macht?

Irgendwann kommt dann der Ernst des Lebens. Uns wird gesagt, was im Leben zählt und worauf es ankommt. Da die eigenen Erfahrungen noch begrenzt sind, können wir diese Ratschläge kaum einordnen. Das ist einerseits auch gut so, denn mit unserer Neugierde sind wir bereit aufzubrechen, um neue Kontinente zu entdecken.

Lernen heisst nicht kopieren

Um Neues zu lernen, macht es Sinn auf andere Menschen zu hören und von ihnen zu lernen. Wir können vom Reichtum ihrer Erfahrungen profitieren. Lernen bedeutet allerdings auch einordnen und reflektieren. Wie fühlen wir uns damit? Passt es zu uns? Das Erfahrene fällt bei jedem Menschen auf einen ganz individuellen Boden. So können wir unseren eigenen Stil entwickeln und die Welt bereichern.

Oftmals dienen die Eltern als Vorbild. Und so streben wir ihnen nach, weil wir an sie glauben und sie glücklich sehen möchten. Wir ergreifen „sichere“ Berufe und freuen uns über das Geld am Monatsende. Und dann gibt es da noch all die schönen Verlockungen, die das Leben so wundervoll machen. Haben die Anschaffungen ihren Zauber verloren, gibt es hoffentlich als Belohnung bald das nächste Spielzeug.

Was brauche ich, um glücklich zu sein?

Irgendwann spüren wir, dass wir unsere Träume nicht kaufen können. Das neue Auto verliert an Glanz und ein gut gefüllter Kleiderschrank garantiert auch kein sorgenfreies Erwachen. Ein bestimmter Lebensstandard hilft uns entspannter durch den Alltag zu kommen, stiftet aber keinen Sinn. Das was uns wichtig ist, was uns antreibt, das können nur wir selber heraus finden. Es geht weniger um Haben, sondern mehr um Handeln und Sein. Träume wollen gelebt und nicht besessen werden.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“John Ruskin“]Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden.[/pullquote2]

Leben wir unseren Traum?

Zu träumen, bedeutet nicht, naiv zu sein. Vielmehr gilt es, der eigenen Fantasie von Zeit zu Zeit freien Lauf zu lassen, um zu spüren, was uns begeistert. Und vor allem können sich Träume ändern. Wir brauchen Mußestunden, um wahrzunehmen, was uns fasziniert. Oder einengt. Wofür möchte ich meine Energie gerne einsetzen? Möchte ich meinen momentanen Traum weiter verfolgen? Ist es überhaupt mein Traum? 

Wir Menschen neigen dazu, den äußeren Dingen viel Platz einzuräumen. Im Laufe des Lebens sammeln wir ein enormes Wissen an. Viele achten aber wenig auf sich selbst und kennen zwar die Ergebnisse des letzten Bundesligaspieltages können aber kaum sagen, wie Sie sich fühlen.

Oder wir erlauben uns nicht, den eigenen Wünschen zu folgen, weil wir denken, das sei zu egoistisch. Ich kann doch nicht machen was ich will! Warum nicht? Machen Sie lieber das, was andere für richtig halten?

Den eigenen Träumen zu folgen heisst nicht, dass auf einmal alles nur leicht ist und wir machen können, was wir wollen. Der Fehler ist vielmehr, dass wir dazu neigen, in Extremen zu denken. Warum sollte auf einmal ALLES besser sein? Und was heisst überhaupt besser?

Ist das Leben nicht eine Entdeckungsreise, in deren Verlauf wir immer wieder neu spüren, was für uns zählt? Unser Urlaub wird auch nicht reicher, wenn wir jeden Tag hunderte von Kilometer abreißen, um möglichst viele Eindrücke zu sammeln. Irgendwann sind Sie satt und wissen immer weniger, was Sie wann und wo erlebt haben. Und schon gar nicht, was Sie dabei empfunden haben.

Und wie finden wir nun unsere Träume?

Gönnen Sie sich Zeit. Reservieren Sie dafür feste Termin. Suchen Sie dafür am besten einen Ort auf, an dem Sie ungestört Ihren Gedanken freien Lauf lassen. Das kann zum Beispiel ein Spaziergang im Wald sein, ein Besuch in der Sauna oder ein anderer Ort der Stille.

Entspannung ist eine wesentliche Voraussetzung für Kreativität. Für manche ist gerade das Loslassen eine schwierige Übung. Dann brauchen Sie einfach viel Zeit, um zu üben, den Alltag hinter sich zu lassen.

Fragen Sie sich, was sie gerne machen würden, wenn Sie einen Monat Zeit hätten. Haben Sie Lust zu wandern? Möchten Sie eine Sportart erlernen? Haben Sie Sehnsucht, Freunde zu besuchen? Es geht nicht darum, dass unsere Träume unbedingt „sinnvoll“ und „produktiv“ sind. Natürlich krempeln wir in unserem Leben auch die Ärmel hoch, um etwas zu bewegen. Aber das kann nicht der alleinige Beweggrund sein.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Paul Ferrini“]Mach keine Kompromisse. Sei dir selbst verpflichtet. Reserviere jeden Tag eine Stunde nur für dich. Oder einen Tag pro Woche. Mache dir diese Zeit selbst zum Geschenk. Auf diese Weise wirst du dich kennenlernen. So entwickelst du eine verlässliche Beziehung zu dir selbst.[/pullquote2]

Nehmen Sie sich bitte Zeit für Ihre Herzenswünsche und entdecken Sie Ihren inneren Reichtum. Zu Anfang mag sich das vielleicht ungewohnt anfühlen. Mit der Zeit werden Sie spüren, wie wichtig es ist, die eigenen Bedürfnisse wertzuschätzen.