Innere Werte geben einem Menschen Tiefe und sind eine wichtige Voraussetzung für Vertrauen. Leider sind diese Eigenschaften auf den ersten Blick nicht sichtbar. Grund genug, sich auch mit der eigenen Außenwirkung zu beschäftigen. Indem wir einen authentischen Kleidungsstil entwickeln, machen wir es uns und anderen Menschen leichter.

Elisabeth Motsch ist Rednerin, Referentin und Trainerin für die Erfolgsfaktoren Kleidung und Umgangsformen. Sie hilft ihren Kunden, ihr Image-Konzept zu entwickeln, um als Person auch optisch zu überzeugen. In den unterschiedlichsten Branchen motiviert sie Führungspersönlichkeiten und Mitarbeiter, sich authentisch und kompetent zu kleiden und entsprechend aufzutreten. Elisabeth Motsch ist darüber hinaus erfolgreiche Fachbuchautorin, Lehrbeauftragte an der Steinbeis-Hochschule Berlin SHB, Ansprechpartnerin verschiedener Medien sowie Professional Member der German Speaker Association (GSA) und der International Federation of Professional Speakers (IFFPS).

Wie kann uns der persönliche Stil helfen, authentischer zu wirken und klarer zu kommunizieren?

„Wie Du kommst gegangen, so wirst Du auch empfangen“! Schon Goethe wusste um die Macht des ersten Eindrucks. Menschen ziehen beim ersten geschäftlichen Zusammentreffen Rückschlüsse von der Kleidung auf die Kompetenz des Trägers. Wenn das Äußere mit dem Inneren ein stimmiges Gesamtbild ergibt, dann wirkt der Mensch authentisch und klar und somit sicher und souverän. Das Wissen um den authentischen Stil und den Dresscode hilft uns, den roten Teppich für die Inhalte zu legen.

Professionelle Beratung in Stil- und Kleiderfragen ist eine wichtige Investition in sich selbst und die Karriere. Wer die Codes nicht kennt, vertut sich viele Chancen im Berufsleben.

Welche Botschaften transportieren Kleidung und Stil aus Ihrer Sicht?

Man soll ein Buch nicht nach seinem Umschlag beurteilen – doch welche anderen Anhaltspunkte bleiben beim ersten Gegenübertreten? So wichtig die inneren Werte auch sind, so klar ist es auch, dass man diese auf den ersten Blick nicht sehen kann. Doch bereits bei diesem werden erste Urteile über Sie gefällt.

Noch bevor Sie die Möglichkeit bekommen, Ihre Persönlichkeit und Kompetenz in einem Gespräch zu vermitteln, geben Sie mit Ihrem Äußeren einen Hinweis auf Ihre Identität und treffen unweigerlich eine Aussage über sich selbst.

Kleidung vermittelt Werte und die Einzigartigkeit eines Menschen. Wer für eine Situation die passende Kleidung auswählt, zeigt, dass er die Werte, die in dieser Situation gelten, sowohl kennt als auch respektiert. Wer zur Situation auch sein „Ich“ zu kleiden versteht, schafft Klarheit und Vertrauen und unterstreicht seine Stärken.

Um Menschen in Stilfragen zu begleiten, bedarf es eines eingehenden Gesprächs, um individuell auf die Wünsche, Bedürfnisse und Ziele der Beratung eingehen zu können. Die vorherrschenden Linien in Gesicht und Körperbau, wie geschwungen (feminin) oder eckig (maskulin), oder eine Kombination aus beidem, sowie die Charakteranteile und das Temperament, werden in der Kleidung wiederholt. Dadurch entsteht eine Gesamtharmonie und die Person gewinnt an Souveränität und Ausstrahlung.

Bekanntlich läuft im Leben nicht alles nach Plan. So laufen wir manchmal in die gefürchteten Fettnäpfchen oder sind unfreiwilliger Mittelpunkt eines Missgeschickes. Wie reagiert man am souveränsten in solchen Momenten?

Jeder von uns kennt das. Eine kleine Unachtsamkeit, eine falsche Bemerkung, und schon ist es passiert. Am liebsten würde man das Rad zurückdrehen. Für eine große Entschuldigung ist das Fehlverhalten zu klein, und doch bleibt ein schlechter Nachgeschmack zurück. Hier gilt es zu versuchen, den Fehltritt sofort wieder gut zu machen. Große Worte sind dafür meist nicht nötig, ein Eingeständnis des Fehlverhaltens reicht.

Wer zugibt, dass ihm das gerade peinlich ist, wirkt auf seine Mitmenschen bei Weitem sympathischer als jemand, der versucht, die unangenehme Situation zu überspielen. Ist einem das Fehlverhalten erst später aufgefallen, sendet man am besten eine Karte oder ein Mail, entschuldigt sich kurz und klärt das Missgeschick, damit bereits vor der nächsten Begegnung alles bereinigt ist. Tritt man einmal doch in ein größeres Fettnäpfchen, ist eine Entschuldigung unumgänglich.

 


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Stil und Etikette unterliegen auch dem kulturellen Umfeld. Inwieweit ist es wichtig, sich bei geschäftlichen Anlässen darauf einzulassen?

Stil und Etikette sind für Unternehmen enorm wichtig. Denn Mitarbeiter sind das Aushängeschild jedes Unternehmens. Nur wer die Regeln kennt, kann sein Unternehmen auf selbstbewusste und stilsichere Art stärken und damit vertrauensvoll nach außen repräsentieren. Im interkulturellen Bereich zeigt es von Wertschätzung und Respekt, die Kultur des anderen zu achten.

Jedes Land hat bestimmte Verhaltensrichtlinien, und auch der Kleiderstil wird unterschiedlich interpretiert. Speziell Frauen müssen wissen, was auf dem internationalen Parkett zu beachten ist. Wer die Etikette aus den Augen lässt, riskiert ein Scheitern der geschäftlichen Beziehungen.

Wie hat sich Ihr Blick für das Schöne entwickelt?

Mein Blick wurde schon in frühester Kindheit und Jugend entwickelt. Aufgewachsen mit einer Mutter, die viel Wert auf schöne Dinge und gute Qualität legte, entwickelte sich schon früh ein Sensorium für die schönen Dinge im Leben. Mit zwanzig lebte ich über drei Jahre in Monaco, das prägte mich mit. Mein damaliger Freund war ein „Schöngeist“ und liebte es ebenfalls, sich mit schönen Dingen zu umgeben.

Das Schöne tut meinem Auge gut, es nährt mich und erfreut mich in jedem Augenblick des Lebens. Auch die Umgangsformen waren mir immer schon wichtig. Mit 16 Jahren kaufte ich mir meinen ersten Umgangsformenratgeber, weil ich nicht unsicher sein wollte. Heute bin ich froh, mich überall sicher bewegen zu können, ohne darüber nachdenken zu müssen, ob ich mich gerade richtig oder falsch verhalte. Es ist mir in Fleisch und Blut übergegangen.

Was mögen Sie an Ihrem Beruf besonders?

Das unterstützen und fördern der Menschen begeistert mich tagtäglich aufs Neue. Das Leuchten in den Augen, wenn sie im Training und Coaching Dinge lernen, die Ihnen Sicherheit in der rauen Geschäftswelt geben. Es muss nicht immer alles falsch sein, auch die Bestätigung, dass sie schon vieles sehr gut machen, tut den Menschen gut. Wenn jemand durch mein Wissen seine Schönheit, das Authentische, das, was jeden Einzelnen ausmacht, noch mehr unterstreicht und Sicherheit im Umgang mit anderen bekommt, macht mich das glücklich.

Welche Erlebnisse haben Ihr Selbstbild geprägt?

Mein Selbstbild hat viele Phasen der Prägung hinter sich. Die prägendste davon war meine Zeit in Monaco, wo ich in einer Welt lebte, in der ich nicht zuhause war und deren Regeln ich nicht kannte. Diese Zeit war für mich nicht immer einfach. Das lehrte mich, dass man zuerst die Regeln kennen muss, um sich sicher bewegen zu können.

Was mich auch sehr geprägt hat, war die Ausbildung bei Carla Mathis – einer Amerikanerin. Ich erlernte eine Dimension der Stilberatung, die mir in dieser Form nicht bekannt gewesen ist. Sie stellte meine Beratung und meinen persönlichen Kleiderstil komplett in Frage, und ich war ein paar Wochen völlig orientierungslos, da ich in Europa etwas ganz anderes gelernt hatte. Es galt den Menschen in Harmonie zu seinen Formen und zum Charakter zu bringen. Dieses Wissen hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin und lehre.

Welche Gedanken kommen Ihnen bei den Worten von Wolfgang Reus „In allem, was existiert, ist Licht. Man muss es nur erkennen“?

Das ist eine interessante Frage, denn dieser Gedanke begleitet mich in meinem Tun. Jedes Licht leuchtet, nur stellen viele Menschen das ihre mit ihrem Verhalten und ihrer Kleidung unter ihrem Scheffel. Wer es sich wert ist zu leuchten, setzt meine Beratung um. Wer es nicht erkennt, wird nicht kommen oder weitermachen wie bisher.

Es ist das Recht eines jeden Menschen, in seinem Empfinden, in seinen Schritten den Weg zu gehen. Das be-oder verurteile ich nicht, das steht mir nicht zu. Das wäre Hochmut. Manchmal muss ein Mensch auch den richtigen Zeitpunkt abwarten, und den bestimme nicht ich.

Was macht für Sie das Leben lebenswert?

Tausend Dinge machen mein Leben lebenswert. Meinen Traumberuf gefunden zu haben und damit Menschen zu unterstützen. Menschen die ich nach Jahren treffe und die mir erzählen, was ich damals zu Ihnen sagte und wie sehr sie das positiv geprägt hat. Dinge weiter zu entwickeln, neues kennen zu lernen und offen zu sein für Veränderungen.

Eine große Dankbarkeit empfinde ich dafür, in der Natur zu wohnen, denn hier habe ich absolute Ruhe und kann einfach nur ich sein. Das Interview schreibe ich an einem sonnigen Tag, die Natur liegt mir zu Füssen, immer wieder blicke ich nach draußen und erfreue mich an allem, was ist. Das ist Leben.

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