Es gibt diese Momente, in denen alles zuviel wird. Weil wir uns überfordert fühlen, reagieren wir zunehmend gereizter. Die Stimmung rutscht in den Keller und der Energiepegel wechselt in den roten Bereich. Wir beißen die Zähne zusammen, spannen die Muskeln an, um unsere letzten Reserven zu mobilisieren.

Hand auf Herz: Wie oft fühlen Sie sich in letzter Zeit so? Einmal im Monat, einmal pro Woche oder sogar jeden Tag? Klar, wir möchten nicht als Mimosen auftreten und Jammern ist auch kein Erfolgsrezept. Auf der anderen Seite fühlt sich Lebensqualität deutlich anders an. Also was ist zu tun, wenn die Ferieninsel noch in weiter Ferne ist?

Im Grunde genommen, wissen die meisten von uns, was gut tut. Doch in all dem Stress und der Komplexität unseres Alltags vergessen wir leicht unsere tiefsten Bedürfnisse. Das heisst nicht, dass sie nicht da sind, vielmehr wir verlieren einfach den Kontakt zu uns. Unter Druck bekommen wir leicht den Tunnelblick und meinen, unbedingt bestimmte Aufgaben erledigen zu müssen.

Nicht das zuerst reduzieren, was uns gut tut

Ist es nicht merkwürdig, dass wir oft die für uns schönen Dinge hintenan stellen, wenn es zeitlich knapp wird? So als wären wir nur ein Statist im eigenen Leben. Doch wie können wir unsere Aufgaben schaffen und auch noch an uns denken?

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Christian Morgenstern“]Den Puls des eigenen Herzens fühlen. Ruhe im Innern, Ruhe im Äußern. Wieder Atem holen lernen, das ist es.[/pullquote2]

Agiere ich lange Zeit unter Hochdruck, zahle ich einen hohen Preis. Verkommt das Leben zu einem Wettrennen, stumpfe ich zunehmend ab und betreibe Raubbau an meinem Körper und meiner Seele. Das halten wir vielleicht eine zeitlang durch. Doch auf Dauer ist das keine gewinnbringende Situation. Nur wenn wir selber froh sind, verfügen wir über die Kraft und den Überschuss, unseren Beitrag zu leisten. Und wenn wir uns dann sogar richtig gut fühlen und strahlen, sind wir ein Geschenk für unser Umfeld.

Selbstfürsorge

Doch wie kann das Gelingen? Wie können wir unsere Aufgaben erledigen, Verantwortung übernehmen und uns auch noch gut dabei fühlen? Reservieren Sie jeden Tag feste Zeiten für sich! Wenn Sie können, verteilen Sie diese kostbaren Momente über den Tag. Eine halbe Stunde am Morgen, eine halbe Stunde am Mittag und eine halbe Stunde am Abend. Sie finden das ganz egoistisch? Sie fragen sich, woher Sie die Zeit nehmen sollen? Nun ja, es ist Ihre Zeit, Ihre einmalige kostbare Lebenszeit. Und wie schon gesagt: Nur wenn Sie glücklich sind, entwickeln Sie Kraft und Überschuss für andere.

10 Tipps um sich aufzuladen

1 – Wenn Sie sich überfordert fühlen, fangen Sie an, langsam und tief zu atmen. Der achtsame Atemrhythmus wird Sie beruhigen und der zusätzliche Sauerstoff verleiht Ihnen Energie.

2 – Um Verspannungen zu lockern, ist Bewegung, wie zum Beispiel ein Spaziergang, eine schnelle und kostengünstige Lösung. Gehen Sie am besten eine zeitlang in die Natur oder schnappen Sie sich ein Fahrrad.

3 – Sorgen Sie für einen Szenenwechsel. Verlassen Sie für einen Moment Ihren Arbeitsplatz. Andere Eindrücke helfen oftmals, um auf neue Gedanken zu kommen oder Abstand zu gewinnen.

4 – Zelebrieren Sie für sich ein liebgewonnenes Ritual. Vielleicht trinken Sie ein schönen Tee, spüren seine Wärme, erfreuen sich am Duft und genießen den wunderbaren Geschmack.

5 – Druck kommt nicht nur von Außen, sondern oftmals von Innen. Deswegen ist es wichtig, sich seiner Gedanken bewusst zu werden. Mit welchem müssen/sollen setze ich mich besonders unter Druck? Wie kann ich liebevoller mit mir umgehen?

6 – Wie wäre es mit einem kurzen Schlaf? Das gelingt natürlich nicht immer, gerade wenn wir uns stark unter Druck fühlen. Auf jeden Fall ist es einen Versuch wert, sich wenn möglich, für 30 Minuten hinzulegen. Nicht nur die Beine und der Rücken werden erst einmal von der physischen Last befreit.

7 – Haben Sie Ihre Lieblingsmusik griffbereit? Lassen Sie sich von den Schwingungen berühren und tauchen für kurze Zeit in eine andere Welt. Vielleicht möchten Sie sogar dazu ausgelassen tanzen.

8 – Dankbarkeit übt auf mich eine enorme Kraft aus. Zugegeben ist das in angespannten Situationen nicht ganz einfach zu praktizieren. Doch gerade dann erfüllen mich die Gedanken und Gefühle an liebgewordene Menschen und Dinge. Dankbarkeit ist die Achtsamkeit des Herzens und hat für mich etwas Meditatives, dass vor allem nach Innen wirkt.

9 – Welche Menschen tun Ihnen gut? Vielleicht können Sie mit jemanden sprechen, der gut zuhören kann. Manchmal kann alleine die Anwesenheit eines besonderen Menschen Wunder bewirken.

10 – Finden Sie für sich einen Weg des Verweilens im Augenblick. Das braucht nicht Meditation in klassischem Sinne sein, sondern kann auch Progressive Muskelentspannung oder Yoga sein. Spüren Sie Ihren Körper und richten den Blick eine zeitlang nach Innen. Dort finden wir die für uns stimmigsten Antworten.

Entspannung will gelernt sein

Für nicht gerade wenige Menschen ist Entspannen harte Arbeit. Zu hoch ist die Anspannung tagsüber, zu viele Termine und Aufgaben drängen sich dicht aneinander. In all der (auch selbstgemachten) Hektik vergessen wir leicht unsere tiefsten Bedürfnisse. Sich Zeit für sich zu nehmen, ist das nicht die natürlichste Sache der Welt? Muss es erst so weit kommen, dass unser Körper SOS funkt, damit einem klar wird, dass es so nicht mehr weiter gehen kann?

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“John Steinbeck“]Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.[/pullquote2]

Auf sich selbst zu achten, ist eine grundlegende Fähigkeit. Es ist von elementarer Bedeutung, für sich und seine Gesundheit Verantwortung zu übernehmen. Diese Aufgabe kann uns niemand abnehmen. Reservieren Sie bitte deshalb jeden Tag ein paar Momente der Ruhe und Regeneration.

Was hilft Ihnen, um sich zu entspannen?