Wir wünschen uns Glück, Zufriedenheit und ein erfülltes Leben. Was das genau bedeutet, ist oftmals gar nicht so einfach herauszufinden. Dann wird es natürlich schwer, den eigenen Weg zu finden. Mir ging es zumindest lange Zeit so. Leider hatte ich nur sehr vage Vorstellungen, was meine Tage bereichert. Irgendetwas mit Spaß haben, in den Urlaub fahren, Karriere machen und natürlich viel Geld verdienen. Die Klassiker halt. Weil ich keine eigenen Träume entwickelte, bediente ich mich bei den allgemeinen Wünschen.

Heute ist das zum Glück anders. Mein Leben fühlt sich farbenfroh und gehaltvoll an. 5 Gewohnheiten haben mir dabei geholfen. Und das Schöne dabei ist: Es ist nicht schwierig, sich ihnen zu widmen. Es geht nicht um große Geheimnisse, wundersame Fähigkeiten oder gar anstrengende Plackerei. Natürlich erfordert es auch Anstrengung, Gewohnheiten zu ändern und einen neuen Rhythmus zu finden. Doch jeden Tag in das Hamsterrad zu steigen, erfordert mindestens genauso viel Anstrengung – und bringt uns nicht weiter.

Stille

Mir tut es wahnsinnig gut, jeden Tag mindestens 1 Stunde für mich zu haben. Ich genieße die Stille, denn sie bietet mir den Raum für Muße und innere Einkehr. Es sind oftmals meine schönsten Momente. Nicht, dass ich ein Einsiedler und menschenscheu bin. Ganz im Gegenteil. Doch ohne die Momente des Innehalten und Spüren kann ich die anderen Teile meines Lebens nur schwer genießen.

Ich brauche diesen Schutzraum zum Regenerieren, für meine Kreativität. Und habe mich lange Zeit damit schwer getan. Warum brauche ich so viel Zeit für mich? Andere schaffen es doch auch ohne. Das war natürlich keine besonders schlaue Herangehensweise. Jeder hat seine Bedürfnisse, seine ganz individuellen Grenzen. Und es liegt an mir, diese Grenzen nach Außen deutlich zu machen.

Natürlich gibt es manchmal viel zu tun. Doch werden wir dazu gezwungen, alles mitzumachen? Liegt es nicht vielmehr an uns, auch einmal Nein zu sagen.

Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen

Lange Zeit war mir zumindest bewusst, dass ich Gefühle habe. Sie waren irgendwie da. Manchmal waren die Emotionen ganz nett. Manchmal unbequem. Vor allem waren sie für mich schwer beherrschbar und standen meinen Wünschen häufig im Weg.

Seit ein paar Jahren nehme ich diese Botschaften ernst. Ja, ich bin sogar dankbar dafür, denn Gefühle und Bedürfnisse zeigen, was mich berührt. Und vor allem geht es nicht darum, was andere machen und was die Mehrheit für richtig hält. Es gilt in erster Linie zu spüren, was ich empfinde. Den ersten Impuls vorsichtig wahrzunehmen – und nicht gleich zu bewerten oder gar zu abzuwerten. Was wir fühlen ist richtig. Es ist unser Ausdruck, so wie wir jetzt sind. Damit meine ich nicht, dass wir alles machen können, wonach uns gerade ist. Natürlich sind wir in ein Umfeld eingebunden. Unsere Bedürfnisse sind ein Ausdruck, was uns wichtig ist. Und diesen Impulsen dürfen wir nachgehen und ihnen zu gegebener Zeit Ausdruck verleihen.

Klarheit gewinnen

Um im Leben eine Orientierung zu haben, ist es wichtig, sich Zeit für ein paar Fragen zu nehmen. Was ist mir wichtig? Welche Aufgaben erfüllen mich? Mit welchen Menschen bin ich gerne zusammen? Welche Fähigkeiten möchte ich vertiefen? Wir glauben leichtfertig, Besitz und Reichtum machen glücklich. Doch sind es nicht in erster Linie unsere Fähigkeiten, die unser Leben bereichern? Die Verbindungen zu Menschen, die unserem Leben Tiefe geben?

Diese Fragen lassen sich nicht so schnell beantworten. Ich brauchte mehrere Jahre dafür. Ja, ich war zwischendurch richtig unzufrieden, weil ich keine befriedigenden Antworten fand. Wahrscheinlich sind Sie schneller als ich. Haben Sie trotzdem Geduld mit sich und den Fragen. Es geht nicht darum, schnell irgendwelche Ziele zu definieren, die dann der Reihe nach abgehakt werden. Es geht um mehr. Es darum, was Sie bewegt. Was Ihre Werte sind. Was Ihr Herz berührt.

Und noch eine nicht unwichtige Sache: Die Antworten können sich im Laufe der Zeit ändern. Also nehmen Sie sich bitte immer wieder Zeit, um zu erkunden, was und wer in Ihrem Leben Bedeutung hat.

Dankbarkeit erfahren

Ich frage mich regelmäßig, was an diesem Tag schön war, worüber ich mich gefreut habe. Das klingt vielleicht im ersten Moment ein wenig sentimental. Für mich ist es eine wichtige Übung, mich auf emotionale und erfüllende Momente zu fokussieren. Manchmal ist es ein Gespräch, ein Lächeln, eine Mail oder das befriedigende Gefühl, einen Artikel geschrieben zu haben.

Vor allem denke ich dann nicht ständig daran, was alles nicht geklappt hat. Natürlich läuft im Leben nicht alles nach meinem Plan. Ich bin nach wie vor dazu aufgefordert, meine Baustellen anzugehen. Aber das deswegen brauche ich ja nicht die schönen Dinge aus den Augen zu verlieren.

Achtsamkeit leben

Kindern scheint es leicht zu fallen, im Moment zu sein. Ich bin immer wieder fasziniert, wie sie sich einer Sache widmen können. Und darum geht es meines Erachtens. Im Augenblick physisch und geistig anwesend zu sein. Sich auf ein Thema zu konzentrieren. Mir gelingt das bislang nur teilweise. Inzwischen spüre ich zumindest recht schnell, wenn ich abschweife. Manchmal fragt mich mein Gegenüber „Wo bist Du gerade?“ oder ich merke, dass ich an eine Sache sehr lange und unmotiviert sitze.

Schritt für Schritt zu mehr Glück und Zufriedenheit

Impulse von Außen sind für mich eine große Hilfe. Zuerst waren es Seminare, die mir den Raum boten, mich auszuprobieren und interessante Menschen außerhalb meines Alltags kennenzulernen. Menschen die anders dachten, die andere Erfahrungen hatten. Vor allem waren diese Begegnungen von Wertschätzung geprägt, anstatt eine große Show abzuziehen und zu zeigen, wie toll man doch ist.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Antonio Machado“]Reisender, es gibt keinen Weg – Wege werden geschaffen, indem man sie geht.[/pullquote2]

Irgendwann begann ich, Coaching Stunden zu nehmen. Eine Stunde nur für mich. Das fühlte sich zunächst ungewohnt an. Jemand hört nur mir zu. Stellt Fragen, geht auf mich ein. Und es war die bewusste Entscheidung, meine Themen ernst zu nehmen. Ich gestand mir ein, dass ich ohne fremde Hilfe in bestimmten Bereichen nicht weiter kam. Ich war auf einmal nicht mehr der einsame Cowboy, der seine Probleme alleine lösen musste. Was für eine Erleichterung!

Und ich lese gerne die folgenden WebSeiten. myMONK – Tim Schlenzig schafft es immer wieder, mich mit seinem motivierenden Schreibstil auf neue Gedanken zu bringen. Psychociety – Katharina Ohana hat einen besonderen Blick auf das menschliche Miteinander. Und Sie kann darüber wunderbar schreiben. brave Bird – Ute Kranz zog aus, um das Weite zu suchen und erfährt dabei viel über sich. Ein ReiseBlog der besonderen Art. Beruf & Berufung – Mathias Morgenthaler hat ein Gespür für besondere Menschen. Und die Fähigkeit daraus inspirierende Interviews zu machen. Marcus Cerenak – Markus hat es geschafft. Er ist dem Hamsterrad entkommen. Und er motiviert uns, es auch zu tun. Open Mind Akademie – Anne Heintze hilft außergewöhnlichen Menschen, sich mit ihren Begabungen wohl zu fühlen. Anstatt sich über das Anderssein zu sorgen.

Das Abenteuer beginnt, indem wir uns auf den Weg begeben. Der erste, bewusste Schritt ist der Eintritt in ein neues Erleben. Seien Sie Hauptdarsteller in Ihrem Leben, anstatt Zuschauer beim abendlichen Abhängen vor der Glotze. Das ist spannender als jeder Hollywood Thriller.

Was ist Ihr nächster Schritt auf dem Weg zu mehr Zufriedenheit und Erfüllung?