MeinLebenIstKostbar

Mein Leben ist kostbar

Vor einiger Zeit war ich zu Besuch auf einer Leukämiestation. Die Stunden dort haben mir wieder die Augen geöffnet. Manche Patienten werden diese Station nicht mehr verlassen. Ich hingegen ging nach draußen an die frische Luft, spürte die Sonne und erfreute mich an den Farben der Natur. Selten habe ich das Licht, den Duft und die Geräusche so intensiv wahrgenommen, wie in diesem Moment.

Im Angesicht dieser Endlichkeit gewinnt alles eine besondere Bedeutung. Die Geschehnisse werden auf einmal zu einem Geschenk und es ist nicht mehr so wichtig, was angenehm oder anstrengend ist. Die eigenen Probleme bekommen eine andere Bedeutung. Natürlich sind sie noch da und wollen angegangen werden. Doch sie wirken weniger dramatisch.

Jeder Tag wird auf einmal zu einem Geschenk. Und am Abend zählt nur die eine Frage: Wie intensiv habe ich heute gelebt? Dabei geht weniger darum, ein Highlight nach dem anderen zu konsumieren. Es geht um viel mehr – dankbar für das Leben zu sein.

Wir brauchen viele Jahre bis wir verstehen, wie kostbar Augenblicke sein können. – Ernst Ferstl

Unsere Zeit auf Erden ist unendlich wertvoll. Leider wird uns das selten bewusst. Wir sind gefangen im Alltag, in unseren Aufgaben, Wünschen, Probleme und Sorgen. All dies verstellt leicht den Blick auf das Wesentliche. Wir sind gesund und haben die Kraft, unser Leben zu gestalten.

Deswegen ist es so wichtig, jeden Tag zu genießen, ihm mit Achtsamkeit und Dankbarkeit zu begegnen. Zu lachen, zu tanzen und uns mit lieb gewordenen Menschen zu treffen. Spüren Sie, was Ihnen wichtig ist und fangen Sie damit an. Machen Sie heute noch den ersten Schritt.

Es ist nichts normal im Leben. Sobald ich das glaube, lässt meine Aufmerksamkeit nach und ich habe mir zu viel genommen. Manchmal brauchen wir vielleicht extreme Momente, um unser Leben neu auszurichten und innere Klarheit zu entwickeln.

Mein Leben ist kostbar. Das habe ich im Krankenhaus gespürt, als ich dem Tod begegnet bin. Tod ist nicht bloss die Abwesenheit von Leben, sondern eine Stille, die uns Augen und Ohren öffnen kann für eine achtsamere Wahrnehmung.

Welcher Moment hat Ihr Leben verändert?

About the Author

Joachim HilbertJoachim Hilbert Vor 10 Jahren begann meine Reise nach Innen, denn ich suchte Antworten auf 3 Fragen. Was berührt mich? Woran habe ich Freude? Was verleiht meinem Leben Sinn? Dafür gibt es natürlich keine allgemein gültigen Lösungen. Mit meinen Artikeln möchte ich anregen, Antworten auf diese Fragen zu finden und hinter die Fassaden und Gewohnheiten zu schauen, damit sich unser innerer Reichtum offenbart. VisionView all posts by Joachim Hilbert

  1. Helmuth Neugebauer08-30-2014

    Zu diesem Blog kann ich nur gratulieren und hoffe das mein Blog http://surveycontrol.wordpress.com eines Tages auch so informativ und interessant sein wird. Habe ihn erst gestartet und beschäftige mich momentan intensiv mit dem Thema Kundenzufriedenheit und wie man daraus Kundenbegeisterung machen kann.

    Liebe Grüße aus Wien

    Helmuth

  2. Beat09-01-2014

    Danke!

  3. Petra A.09-06-2014

    So gut gesagt. Bringt es auf den Punkt…. und mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück…..
    Danke

  4. Regina Schlager09-15-2014

    Ich lag im Spital und die Frau neben mir wurde von ihrer Schwester besucht. Diese Frau, die da täglich zu Besuch kam mit ihren zwei kleinen Kindern, wirkte so lebendig, so lebensfroh. Einen Monat später starb sie. Als ich an ihr Grab ging, war plötzlich die Erkenntnis „Das Leben ist so kostbar!“ so deutlich in mir. Es sind wohl solche Begegnungen mit unserer Sterblichkeit, die uns das Leben in neuem Licht zeigen.

    „Wir sind gefangen im Alltag, in unseren Aufgaben, Wünschen, Probleme und Sorgen.“ – Aus meiner Sicht und Erfahrung ist es dieses Gefühl des Gefangenseins, nicht aber der Alltag selbst, der uns abhält, wirklich zu leben. Im Alltag die Kostbarkeit des Lebens spüren, das ist das, was ich übe. Beim Geschirr spülen, jetzt, wo ich diesen Text tippe, beim Post holen…

    Wenn ich heute hinausgehe, dann werde ich die Luft auf meiner Haut spüren und vielleicht auch Regentropfen. Die Menschen, die du im Spital getroffen hast., können das vielleicht nicht mehr erleben. Jeden Moment kann es zu Ende sein. Sterben zu lernen, das ist wohl das Größte und Schwerste, das uns aufgegeben ist.

  5. Richard02-14-2015

    Das Leben besteht nicht nur in der Hauptsache aus Tatsachen und Geschehnissen. Es besteht im wesentlichen aus dem Sturm der Gedanken, der jedem durch den Kopf tobt. Mark Twain.

    Ja leider, so nehmen wir unser Leben meist wahr. Doch ist das tatsächlich Leben, dieses Dasein mit dem Bewusstsein eingeschränkt auf die Gedanken? Ich meine, das muss nicht so sein. In der Meditation zumindest haben wir gute Chancen, eine Kraft wahrzunehmen, die uns ständig durchströmt. Und diese Kraft strömt auch durch Tier und Pflanze. Auf einmal können wir es vielleicht erahnen. Dies ist das eigentliche Leben. Und unsere Gedanken erreichen nur ein Sandkorn im Weltall. Das Leben geschieht, ob wir denken oder nicht.

    Nur unsere Gedanken selbst machen diese und jene Sorge derart groß und dieses oder jenes Denken derart wichtig, dass wir verlernt haben, das eigentliche Leben zu spüren. Werden wir konfrontiert mit dem Tod, dann zeigt uns unser Bewusstsein auf einmal eine Sicht wo dieses Denken vergangen und nicht mehr da ist. Vielleicht sind wir erstaunt darüber, dass das Denken gar nicht so wichtig ist wie es scheint und dass es immer noch etwas anderes gibt, das wir wahrnehmen können. Und Friede und Dankbarkeit erscheinen wieder.

    Ich habe an mir erfahren, dass diese Kraft immer wahrnehmbar ist, zu mindestens im Hintergrund. Und ich brauche mittlerweile keinen wissenschaftlichen Beweis, dass mein Sein in einer Hülle dieser Kraft ist, und nicht sterblich. So gibt es den Tod nicht im Sinne dieses eigentlichen Lebens. Und so gibt es auch nicht wirklich Dinge, die ich noch ängstlich erfahren will oder fertig stellen will, in diesem Leben.

    LG Richard

  6. Jenny Krapohl04-21-2016

    Hallo Joachim, schöner Artikel. Hab ihn gleich mal geteilt, der ist bestimmt auch für meine Leser interessant. Das was Du schreibst, kann ich auch persönlich sehr gut nachvollziehen. Ich habe damals des Tsunami in Thailand er- und überlebt. Dieses Erlebnis trägt auch zu meinem heutigen Umgang mit Glück bei. Liebe Grüße Jenny Krapohl – Wege ins Glück

  7. Olga Eser04-22-2016

    Ein toller Artikel! Vielen Dank!
    Bewusst dankbar für all die tollen Momente zu sein, die Gegenwart zu genießen und ihm mit Achtsamkeit zu begegnen, sowas merken wir oft, wenn wir solche und andere extreme Momente in unserem Leben erleben, dann wachen wir auf und verstehen, dass das Leben ist ein Geschenk…
    Viele Grüße
    Olga

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