Warum

Kennen Sie die Antwort auf die wichtigste Frage?

Tag für Tag stehen unzählige Entscheidungen an. Jeden Moment stehen wir vor der Wahl, etwas zu tun oder nicht. Was ist die nächste Aufgabe? Wie viel Zeit steht mir zur Verfügung? Wie gehe ich die Aufgabe an? Am Abend sind wir dann froh, wenn die ToDo Liste abgearbeitet wurde. Oder frustriert, wenn wichtige Dinge liegen geblieben sind. Ein Spiel, das jeden Tag aufs Neue beginnt. Das Hamsterrad lässt grüßen.

Zwischen all der Betriebsamkeit, den vielen Aufgaben und vielfältigen Verlockungen gerät allzu leicht ein Aspekt in Vergessenheit. Haben wir für uns eine Inspiration, einen tieferen Sinn im Leben entdeckt? Spüren wir, warum unser Leben Bedeutung hat? Arbeiten wir unsere Aufgaben einfach nur ab, oder spüren wir eine Befriedigung in unserem Tun?

Suche in allem, was du tust, die Freude, die dir mehr Energie schenkt, als du verbrauchst. – Ribul

Das Warum im Leben ist weit mehr als äußerer Erfolg und Anerkennung. Das Warum lässt uns weiter machen, obwohl der Tag nicht gut lief. Trotz Misserfolgen geben wir nicht auf. Natürlich tut es gut, wenn das Konto gefüllt ist und sich unsere Wünsche erfüllen. Solide Planung sowie handwerkliches Geschick bilden die Grundlage für die Umsetzung unserer Vision. Es geht nicht um naives Träumen, sich einfach nur etwas zu wünschen. Doch ohne eine innere Vision wird das Leben schnell farblos und die Arbeit zur Plackerei.

Wie lautet das Warum in Ihrem Leben

Mit ein paar Fragen kommen wir der inneren Kraft näher. Die Schatzsuche braucht Geduld sowie ein feines Gespür. Nehmen Sie sich Zeit und schreiben all die Antworten auf, die Ihnen einfallen. Nein, nicht nur kurz darüber nachdenken, sondern in irgendeiner Weise festhalten. Auf einem Blatt Papier oder in einer Datei.

Warum ist das schriftliche Fixieren so wichtig? Weil unser Gehirn nicht dafür geeignet ist, komplexe Themen über einen längeren Zeitraum zu behalten. Unser Speicher ist einfach begrenzt. Oder anders gefragt: Was ist der Grund für all die Ordner, in denen Sie wichtige Haushaltsunterlagen abspeichern? Vermutlich verlieren Sie sonst den Überblick.

Wofür stehe ich am Morgen gerne auf?
Was inspiriert mich, mein Bestes zu geben?
Wofür bin ich bereit, Risiken einzugehen?
Was berührt mich?
Welche Informationen sauge ich förmlich auf?
Wofür investiere ich gerne mein Herzblut, meine Kraft?
Warum arbeite ich, obwohl Geld nicht die Motivation ist?

Hinzu kommt, dass sich unser Warum selten sofort zeigt. Es dauert in der Regel eine gewisse Zeit, bis wir klarer sehen. Uns fallen weitere Antworten ein oder wir spüren, dass manches nicht (mehr) passt. Deshalb macht es Sinn, an Vorhandenem anzuknüpfen und nicht jedes Mal von vorne zu beginnen.

Die Antwort auf die Frage Warum ist unser Leitstern

All unser Handeln ist Ausdruck einer inneren Einstellung. Wir spüren, ob wir mit dem Herzen bei der Sache sind, ob wir uns Mühe geben und achtsam sind. Es macht einen großen Unterschied, wie wir den Pinselstrich setzen, welche Wörter wir auswählen, wie viel Zeit wir uns nehmen, wie sorgfältig wir vorgehen. Vor allem bekommen wir für unsere Anstrengungen etwas Größeres zurück. Etwas, dass mehr wiegt als Geld, Ruhm und Macht.

Jeder Mensch verfolgt einen Traum in seinem Leben. Entweder den eines anderen oder seinen eigenen. Gib acht, dass du deinen eigenen Traum verfolgst. – La Brec

Ich habe ein paar Jahre gebraucht, um das Warum in mir zu entdecken. Es begann damit, dass ich anfing, eine Liste mit all den Dingen zu erstellen, die mir wichtig sind. Menschen, die mir am Herzen liegen, Werte, die meinem Leben Tiefe verleihen und Aktivitäten, die mir Freude bereiten. Das war der erste Schritt. Es fühlte sich bereits sehr gut an, doch irgendwie war klar, das war noch nicht der Kern, die Essenz.

Haben Sie Geduld

Wege entstehen, indem wir sie gehen. Wir brauchen diese Erfahrungen, um in Resonanz zu gehen. Ohne dieses Erleben können wir keine eigenen Einsichten entwickeln. Es ist wie mit dem Fernsehen. Wir können uns eine spannende Dokumentation über die Wüste anschauen. Doch es ist etwas ganz anderes, selber die Wüste zu erleben, sie zu betreten, die Stille wahrzunehmen.

So ist es meines Erachtens auch mit dem Warum. Wir dürfen einiges ausprobieren, damit es sich irgendwann zeigt. Wir entwickeln ein Gespür dafür. Wie ein Bildhauer legen wir nach und nach die Skulptur frei. Was vorher noch ein unbehauener Block war, erstrahlt auf einmal in seiner einzigartigen Schönheit.

Das Warum wirkt wie ein Zauberschlüssel. Besonders wenn große Veränderungen anstehen. Eine Entscheidung wird sich für Sie langfristig nur stimmig anfühlen, wenn sie im Sinne Ihres Mission Statements ist.

About the Author

Joachim HilbertJoachim Hilbert Vor 10 Jahren begann meine Reise nach Innen, denn ich suchte Antworten auf 3 Fragen. Was berührt mich? Woran habe ich Freude? Was verleiht meinem Leben Sinn? Dafür gibt es natürlich keine allgemein gültigen Lösungen. Mit meinen Artikeln möchte ich anregen, Antworten auf diese Fragen zu finden und hinter die Fassaden und Gewohnheiten zu schauen, damit sich unser innerer Reichtum offenbart. VisionView all posts by Joachim Hilbert

  1. Markus Spitzli11-26-2014

    Hi Joachim

    Ich bin gerade über deinen Beitrag gestolpert. Die Fragestellungen finde ich auch sehr wichtig.
    Was treibt uns an?
    Was wollen wir erreichen?
    Was fühlt sich gut und energiereich an?

    Ich für mich vermeide „Warum“-Fragen weil es mich veranlasst Argumentationen zu suchen weshalb ich etwas tun soll. Stattdessen stelle ich mir Wie, Was, Wer, Wo, Wann Fragen. Diese helfen mir mich mehr mit meinen Empfindungen (Körper), Gefühle und Gedanken auseinander zu setzen.

    Schönen Gruss
    Markus

  2. Ildiko Varga11-29-2014

    Hallo Joachim,

    das merke ich auch immer wieder. Ich bin noch nicht ganz so geübt darin, mir mein „Warum“ schriftlich festzuhalten, wodurch ich immer wieder meinen persönlichen Überblick verliere.

    Es ist einfach so, dass heutzutage der Input so viel, so hoch ist, dass man sich gar nicht alles merken kann, was man sich merken möchte. Das ist eben das Ergebnis dessen, dass wir uns immer wieder vorstellen, alles haben zu wollen, alles machen zu können, und am besten noch gestern gleich, nicht erst nächste Woche.

    Also danke für den Reminder, wird mal wieder Zeit, dass ich meine Ziele, Wünsche für mich selbst auffrische…

  3. Richard02-14-2015

    Ja, das Mission Statement, die Richtung zu kennen und sich stimmig mit ihr zu bewegen, das scheint wichtig zu sein besonders wenn wir Verantwortung tragen. Wir wollen das Chaos entwirren, der Entwicklung eine „gute“ Richtung geben, möglichst langfristig. Ich meine, das „warum“ ruft tatsächlich gezielt in mich hinein und ich erhalte auch Antworten, und wenn es nur Klarheit darüber ist, dass es mir nicht klar ist. Weitere „Warums“ arbeiten daran weiter und destillieren vielleicht auch immer weiter heraus, was mir wichtig ist und welche Richtung ich kraftvoll aufnehmen sollte. Das Momentum wirkt dann entsprechend in die Zukunft. Ich meine, es ist hauptsächlich der maskulin ausgerichtete Mensch, der eine Mission braucht, sich nicht stimmig fühlt, wenn er seine Richtung nicht kennt, für die er auch kämpfen will. Ein Mensch, der das Warum braucht.

    Doch wie allgemein gültig ist das nun? Wie oft haben wir scheinbar ein Chaos entwirrt, Regeln aufgestellt, einen Plan gemacht und eisern daran festgehalten, und irgendwann haben wir festgestellt, die Regeln und der Plan passen schon länger nicht mehr. Sehr viel früher wäre eine sensitive Wahrnehmung wichtig gewesen, mir der dann eine eher ausgleichende Reaktion hätte erfolgen können. Ja sogar im Chaos hätte man auch gut immer eine zum jeweiligen Zeitpunkt „gute“ Entscheidung treffen können, mit der Bereitschaft, morgen wieder gegenzusteuern. Eine Vision hat es nicht wirklich gebraucht, nur ein einfühlsames und ausgleichendes aufeinander Eingehen. Den feminin ausgerichteten Menschen eben. Oder einen Menschen, der auch seine feminine Energie wertschätzt, stärkt und einsetzt. So ein Mensch braucht oft gar keinen Traum und auch keine Mission. Er lebt den Augenblick und findet Erfüllung in seiner ausgleichenden Haltung.

    So gibt es auch Stimmen und Vorhersagen, dass das Zeitalter der maskulinen Dominanz nun einer mehr feminin ausgerichteten Haltung weichen wird. Halten wir uns doch einfach mal die aktuellen Krisen in unserer Welt vor Augen. Und stellen wir uns einmal vor, dass die einflussreichen Wortführer nicht einer Mission folgen, sondern eine eher offene und ausgleichende Haltung zeigen.

    LG Richard

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