Woran erinnern Sie sich gerne am Ende eines Tages? Welche Situationen hinterlassen bei Ihnen einen tiefen Eindruck? Ich freue mich über intensive Begegnungen. Das sind Momente, die mich berühren. Diesen Menschen bin ich dankbar, haben Sie doch einen wertvollen Beitrag zu einem erfüllten Tag beigetragen. Doch was sind das für schöne Momente? Und vor allem: Wie kann ich dazu beitragen, dass andere sich gut fühlen?

Im Grunde genommen ist es ganz einfach. Sie brauchen weder Geld, müssen sich nicht aufopfern oder benötigen ein langjähriges Studium der Soziologie. Als Startkapital sind lediglich 2 Dinge gefragt: Achtsamkeit und Mitgefühl. Mit diesen beiden Eigenschaften können Sie Ihre Mitmenschen wunderbar beschenken und das Miteinander bereichern.

Vermitteln Sie anderen ein gutes Gefühl. Das ist das „Geheimnis“ eines guten Miteinanders.

Die meisten Menschen fühlen sich wohl, wenn wir Ihnen für einen Augenblick unsere Aufmerksamkeit schenken. Das kann ein Lächeln sein, ein Kompliment, ein Flirt, ein paar Wortes des Dankes oder eine liebevolle Umarmung. Natürlich ist es wichtig, dass unsere Gesten von Herzen kommen. Ansonsten wirken sie aufgesetzt und künstlich.

Machen wir es uns deshalb zur Übung, jeden Tag aufs Neue Situationen zu entdecken, in denen wir unsere Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Zu schauen, was ist besonders an meinen Mitmenschen. Und nicht davon auszugehen, dass vieles selbstverständlich ist.

Worauf möchten wir uns ausrichten? Unsere Aufmerksamkeit und unsere Handlungen entfalten Kraft. Oftmals geht es nur darum, die eigenen Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen. Auszusprechen, dass wir uns freuen und berührt sind.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Ernst Ferstl“]Anerkennende Worte tun uns gut. Fröhliche Blicke tun uns gut. Freundschaftliche Umarmungen tun uns gut. Herzliche Begegnungen tun uns gut. Wir täten gut daran, uns gegenseitig möglichst oft Gutes zu tun.[/pullquote2]

Es geht um liebevollen und wertschätzenden Kontakt. Eine Selbstverständlichkeit könnte man meinen. Vor allem weil viele sich genau danach sehnen. Nun, wir haben die kostbare Möglichkeit, das jeden Tag zu leben. Klar, wir können abwarten, dass die anderen anfangen. Wir können enttäuscht reagieren, wenn unsere Gesten nicht ankommen. Das ist menschlich. Doch bringt uns das weiter? Was wiegt mehr für Sie: Zwei Menschen, die sich über unser Aufmerksamkeit freuen, oder 2 Erlebnisse, in denen unser Lächeln nicht erwidert wurde?

Was habe ich von all dem Aufwand? Vermutlich wird Ihnen die Freude Ihrer Mitmenschen nahegehen. Zu spüren, wie sich jemand ermutigt fühlt oder zu sehen, wie sich ein Lächeln ausbreitet. Und das Schöne an der Sache ist, dass sich viele der Beschenkten sich gerne revanchieren. Dann kommen die vielen kleinen Geschenke irgendwann von allen Seiten zurück.

Keine Angst, Sie mutieren nicht gleich zum Gutmenschen. Natürlich sind manchmal auch klare Worte angesagt. Es kommt allerdings auf das Verhältnis von Lob und Kritik an. Sprechen wir doppelt so viel Anerkennung aus wie Kritik, dann haben die Empfänger in den meisten Fällen sogar ein offenes Ohr. Anders herum schalten die meisten schnell ab. Wer wird schon gerne mehrmals am Tag gemaßregelt und erzogen?

Selbstverständlich gibt es Zeitgenossen, die einem das Zusammensein nicht gerade leicht machen. Konzentrieren Sie sich deshalb erst einmal auf Bekannte und Kollegen, die Sie mögen. Da fällt es leichter, die angenehmen Eigenschaften wahrzunehmen. Irgendwann erweitern Sie dann Ihren Radius. Mit ein wenig Übung schaffen wir es, liebenswürdige Eigenschaften bei den meisten Menschen zu entdecken. Und ich glaube, es gibt bei fast jedem Menschen Eigenschaften, die hilfreich und wertvoll sind.

Wie jemand reagiert, hängt zu einem großen Anteil von der Art der Ansprache ab. Unsere Resonanz steht in Zusammenhang, wie wir berührt werden. Da macht es doch Sinn, uns angenehme Schwingungen und Töne zu entlocken, damit wir leichtfüßiger zum Rhythmus des Lebens tanzen.

Was halten Sie davon, wenn wir uns jeden Tag ein oder zwei Mal mit einem Lächeln beschenken?