Kennen Sie das Gefühl, wenn die Angst in Ihnen hochkriecht? Wenn der Körper eine bleierne Schwere annimmt und die Gedanken nur um ein Thema kreisen? In diesen Momenten spüre ich ganz deutlich, dass ich mich der Situation nicht gewachsen fühle. Meine Fähigkeiten und Erfahrungen reichen nicht aus, um entspannt reagieren zu können.

Ganz anders empfinde ich dagegen Erfolge. Glücksgefühle breiten sich aus. Ich fühle mich sicher und habe den Beweis, dass ich kompetent gehandelt habe.

Was hat die Angst nun mit dem Gelingen zu tun?

Spüre ich Panik, wird mir zunehmend bewusst, ich darf etwas ändern. Ich kann das beklemmende Gefühl vielleicht eine zeitlang ignorieren. Doch irgendwann macht mein Körper nicht mehr mit. Mein Verhalten wirkt zerstörerisch auf mich. Deswegen lasse ich es meistens nicht so weit kommen.

Furcht ist daher oftmals der Beginn, neue Wege zu beschreiten. Sie kann der Anstoß für unsere weitere Entwicklung sein. Läuft dagegen alles glatt, fühle ich mich bestätigt. Wozu soll ich mich denn ändern, wenn ich auf der Siegerstraße bin?

Insofern erlebe ich Angst und Erfolg als zwei Seiten einer Medaille. Nur Erfolg zu haben, lässt mich nicht wachsen. Meine Angst fordert mich auf, neue Wege auszuprobieren. Und ist daher häufig die Voraussetzung für neue Fähigkeiten und damit neue Freiheiten.

Ich denke, es macht Sinn, Furcht in meinem Leben zu akzeptieren. Dennoch unternehmen wir viel, um diesem Gefühl zu entrinnen. Wir versuchen Wissen, Geld und Macht anzuhäufen, um uns abzusichern. Habe ich aber etwas gefunden, was meine Angst erträglicher macht, muss ich gleichzeitig bangen, genau das wieder zu verlieren.

Insofern hoffe ich, das mein Vertrauen stets ausreicht, um mich meinen Ängsten zu stellen.