Den Jahreswechsel nutze ich gerne zum Innehalten. 2017 ist für mich mit vielen Veränderungen verbunden. Deswegen habe ich das starke Bedürfnis, innerlich zur Ruhe zu kommen. Mein Leben hat sich grundlegend gewandelt. Vom Kopf her habe ich das begriffen. Bis es im Herzen ankommt, dauert es wohl noch ein wenig.

Oftmals werde ich ungeduldig, wünsche mir, dass alles viel schneller geht. Ebenso habe ich in der Vergangenheit erfahren, dass Unverarbeitetes immer wieder anklopft, keine Ruhe gibt, im Verborgenen arbeitet. Also gönne ich mir jetzt mehr Raum. Schenke mir das kostbarste Gut überhaupt: Zeit.

 

Abschiede

Manche Veränderungen wiegen schwer. Auch wenn sie ein natürlicher Prozess im Leben sind. Manche Veränderungen habe ich angestoßen, andere kamen auf mich zu. Im Nachhinein kann ich vieles annehmen. Ebenso bleibt eine Melancholie. Ich lasse einen Teil meines Lebens hinter mir. Sage Lebewohl.

Traurig zu sein, ist nicht immer leicht. Das passt nicht unbedingt zum erfolgreichen Image, beunruhigt vielleicht das eigene Umfeld. Ich kenne mich damit aus, denn die Traurigkeit ist bislang ein stete Begleiterin in meinem Leben. Sie legt sich manchmal wie ein Schleier über mich. Deswegen schenke ich ihr zunehmend Aufmerksamkeit, kann und möchte sie nicht mehr übergehen.

„Wir müssen bereit sein, uns mit Dunkelheit und Verzweiflung auseinanderzusetzen, und dies so oft, wie es notwendig ist, ohne davonzulaufen und uns auf eine der vielen Weisen zu betäuben, mit denen wir versuchen, dem Unvermeidlichen aus dem  Weg zu gehen.“ – Jon Kabat-Zinn

Die Zeit heilt sicherlich nicht alle Wunden. Vielmehr gibt der Jahreswechsel mir die Möglichkeit, noch einmal zurück zu schauen und einen anderen Blickwinkel einzunehmen. Vor allem ist es wichtig für mich, innerlich weich und empfindsam zu bleiben. Ansonsten besteht die Gefahr, unachtsam zu werden und wichtige Dinge im Leben zu übersehen.

 

Was bleibt?

Zeiten der Einkehr geben mir Orientierung. Ich schöpfe aus ihnen Kraft, weil ich sehe, welchen Weg ich bereits gegangen bin. Dieser Raum ermöglicht mir, mein Verhalten und meine Vorstellungen zu hinterfragen. Es ist ein Ankommen, ein inneres zur Ruhe kommen. Ein Sortieren und Annehmen. Die stillen Momente tun mir gut. Sie sind so viel mehr als Nichtstun. Wie ein gutes Gespräch führt der innere Dialog zu einer Vertiefung der inneren Beziehung.

Dem Leben Tiefe zu geben, bedeutet für mich auch, zu erkennen, was für mich wichtig und von Bedeutung ist. In diesem Sinn drängen sich mir zum Jahreswechsel 3 Fragen auf, die Zeit brauchen. Vielleicht haben Sie ebenfalls Lust, für sich nach Antworten zu forschen.

Was bleibt?
Wie möchte ich dem neuen Jahr begegnen?
Was erlaube ich mir zu leben?