In letzter Zeit frage ich mich oft,
was Erfolg eigentlich so erstrebenswert macht.
Aus welchen Gründen investiere ich Zeit und Energie für Ruhm und Image?
Was ist das Ziel, wenn ich nach Erfolg strebe?
Jage ich vielleicht der Anerkennung hinterher?
Dient der Erfolg als Make up für mein bedürftiges Ego?

Karriere ist in unserer westlichen Gesellschaft ein Leitbild.
Das Streben nach Ansehen, Status und Wohlstand gilt als Ideal.
Doch ist es das wirklich?
Welchen Preis zahlen wir dafür?

Fühle ich mich unwohl in meiner Haut, bin ich dankbar für Wertschätzung von außen.
Vielleicht bin ich sogar in hohem Maße davon abhängig.

Doch was passiert auf Dauer, wenn ich (m)einer Illusion hinterher renne?
Ich suche nach etwas, was ich mir vor allem selber schenken darf.
Was nützt mir Anerkennung und Wertschätzung, wenn ich mich selber nicht achte?

Vor allem muss ich meine Selbsttäuschung aufrecht erhalten.
Das führt oft dazu, weiter nach Bestätigung zu suchen.
Ich baue ständig eine Sandburg, die vom Wasser weggespült wird,
Und am Ende stehe ich mit leeren Händen da.

Natürlich ist auch Misserfolg nicht das Ziel der Selbsterkenntnis.
Erfolg macht dann für mich Sinn, wenn ich die Dinge in meinem Leben umsetze,
die mir am Herzen liegen.
Und zwar mit einer gewissen Entspannung und Gelassenheit.

Ich habe einige Menschen kennen gelernt, die viel in ihrem Leben realisiert haben.
Und doch machten sie wenig Aufheben davon.
Es war ihnen einfach nicht wichtig, von anderen bewundert zu werden.
Wozu soll Verehrung von Außen auch gut sein?

Erfüllung bedeutet für mich, die eigenen Vorhaben umzusetzen.
Dabei darf Anerkennung nicht das Ziel sein.
Vielleicht ist es eine Folgeerscheinung.

Wie so oft, spielt mein Selbstwertgefühl dabei eine entscheidende Rolle.
Gebe ich mir Wertschätzung, bin ich nicht auf das Lob anderer angewiesen.
Ich bin weniger manipulierbar und ich spare viele Umwege in Leben.

Oder um es mit den Worten von Kierkegaard auszudrücken:
Das Große ist nicht, dies oder das zu sein, sondern man selbst zu sein.