Kennen Sie die Angst, sich womöglich falsch zu entscheiden? Oder den Ärger, wenn Ihre Entscheidung daneben lag? Hätte ich doch damals bloß …

Ich kenne Menschen, die sich deshalb kaum festlegen können. Der Zweifel nagt an ihnen. Sie fürchten sich, Fehler zu begehen.

Doch bringt uns das weiter? Wahrscheinlich nicht. Auf der einen Seite werde ich zum Zögerer, der keine Wahl treffen kann. Auf der anderen Seite schwäche ich mein Selbstwertgefühl, wenn ich ängstlich handele.

Haben Sie sich schon einmal bewusst für die falsche Option entschieden? Ich auf jeden Fall nicht. Warum sollte ich mir auch absichtlich schaden?

Ich versuche in jedem Moment, mein Bestes zu geben. Und zwar aufgrund meiner Möglichkeiten und meines Wissens. Das kann sich später als nicht optimal herausstellen. Trotzdem habe ich meine Fähigkeiten in die Waagschale geworfen.

Selber wenn ich später daneben liege, habe ich heute eines gewonnen. Meine Selbstachtung. Persönliche Erfolge sind nun einmal auch von Rückschlägen gepflastert. Das macht doch auch Stärke aus. Stets wieder aufzustehen und mit Begeisterung den eigenen Weg zu gehen.

Sobald ich ständig Angst vor Fehlern habe, fühle ich mich wie gelähmt. Mit einem gesunden Selbstwertgefühl nagen Missgeschicke nicht an mir. Sie sind Schritte auf dem Weg.

Was glauben Sie, wie oft stürzen professionelle Eiskunstläufer während ihres jahrzehntelangen Training? 100 Mal? 1000 Mal? Oder noch mehr? Es geht hier nicht um Sieg oder Niederlage. Die Niederlagen sind Teil ihres Sieges.

Die Profis machen weiter, weil sie an sich glauben. Sie geben ihr Bestes. Wahrscheinlich erleben sie die Fehlschläge gar nicht als dramatisch.

Ich denke, wir können das auch. Nur dürfen wir uns das stärker bewusst machen. Und indem ich mir das vor Augen führe, steigt mein Selbstbewusstsein.

Vielleicht macht es auch Sinn, andere mehr zu ermutigen. Sie nicht für ihre „falschen“ Entscheidungen zu tadeln. So kann auch bei uns eine andere Einstellung entstehen.

Ein großer Teil der Sorge besteht aus unbegründeter Furcht. Was kann uns denn schlimmstenfalls passieren? Die meisten Pannen sind leicht zu reparieren. Eine kleine Kurskorrektur und weiter geht es …

Oder um es mir den Worten von Seneca auszudrücken: „Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.