Vor kurzem erreichte mich ein Newsletter mit dem Slogan
„Lieber Joachim, mal Hand auf’s Herz. Bist du materiell angemessen reich?“.
Interessanter Aufmacher dachte ich.
Wer wird diese Frage schon verneinen?

Und das ist wohl auch der Trick an der Sache.
Ein bisschen mehr können wir meistens gebrauchen.
Zumindest kann es ja nicht schaden …
Gerade in Sachen Geld als das universelle Tauschmittel
und Glücksversprechen darf es ruhig noch mehr als genug sein.

Unsere Fantasie ist ein starker Verbündeter der Werbung.
Mit ein paar geschickt inszenierten Worten oder Bildern
wandern wir in Gedanken in schöne Länder,
umgeben uns mit attraktiven Partnern und schwelgen im Luxus.

Das „Was wäre wenn …“ ist für uns scheinbar begehrenswerter
als das „Was gerade anliegt“.
Wir haben schöne Wohnungen, nette Autos und gut gefüllte Kleiderschränke.
Trotzdem sind wir weiter auf der Suche nach dem ultimativen Kick.

Wann hört diese Mehr-haben-wollen Spirale eigentlich auf?
In Deutschland, Österreich und der Schweiz
geht es den meisten von uns recht gut.
Zumindest im Vergleich zu vorigen Jahrhunderten
und erst recht im Vergleich zu vielen Ländern
in Afrika, Asien und Südamerika.

Den meisten ist das auch irgendwie bewusst.
Und trotzdem …
Wenn ich dieses oder jenes noch hätte, wäre die Welt ein noch schönerer Ort.
Mir kommt das Gefühl auf jeden Fall sehr bekannt vor.

Insofern kann der Werbung nur daran gelegen sein,
(unerreichbare) Ideale zu propagieren.
Das Glück wartet (wahrscheinlich) gleich um die Ecke.
Statt zufrieden zu leben, werden wir zu Auchhabenwoller.
Dabei verpassen wir meines Erachtens einen schönen Teil
unseres Lebens während wir auf rastloser Suche sind.

Drei Eigenschaften helfen mir, zufriedener zu sein.

[div style=“float:left;margin-right:20px“]
[dropcap3 variation=“copper“]1[/dropcap3][/div]
[div style=“overflow:hidden“]

Achtsamkeit

Bekanntermaßen findet das Leben immer jetzt statt.
Was brauche ich in diesem einem Moment wirklich?
Bin ich glücklicher, wenn ich viele Optionen habe?
Oder zerreißen mich diese sogar?
[/div]

[div style=“float:left;margin-right:20px“]
[dropcap3 variation=“copper“]2[/dropcap3][/div]
[div style=“overflow:hidden“]

Dankbarkeit

Dankbarkeit ist die Erinnerung des Herzens.
Was macht es für einen Sinn, nach Neuem zu streben,
wenn ich mich über das Vorhandene nicht freuen kann?
[/div]

[div style=“float:left;margin-right:20px“]
[dropcap3 variation=“copper“]3[/dropcap3][/div]
[div style=“overflow:hidden“]

Nicht Vergleichen

Sobald der eigene Erfolg nur an Bedeutung gewinnt
wenn ich „besser“ als meine Mitmenschen bin, entsteht schnell Druck und Unzufriedenheit.
Es wird wohl stets wohlhabendere oder ehrgeizigere Menschen geben.
Je mehr wir vergleichen, desto weniger leben wir unser eigenes Leben.
[/div]

Glück entsteht in uns.
Dafür sind wir alleine verantwortlich.
Es geht nicht um ein Leben in Askese.
Doch wahrer Reichtum entsteht meines Erachtens
nur in der Begegnung mit einem selbst.

Solange wir nicht zufrieden sind mit unserer Person,
werden wir wohl niemals glücklich sein.
Da nützt auch ein bisschen mehr Geld oder Ansehen wenig.

Sobald ich mich annehmen kann, entspannt sich vieles.
Dann antworte ich auf die Frage im Newsletter „Bist du materiell angemessen reich?“:
Ja und noch viel mehr als das.