Wer führt schon gerne ein leichtes Leben? Das klingt so unbeschwert, irgendwie nach wenig Tiefgang. Unsere Tiefe ist der Abgrund. Wir sehnen uns nach Schuften, nach Plackerei und leiden lieber. Unser Hobby ist der Schwermut.

Doch sich so richtig schlecht zu fühlen, will gelernt sein. Deswegen gebe ich Ihnen ein paar nützliche Hinweise, wie Sie Ihre schlechte Laune kultivieren. Sozusagen ein Anleitung zum Unglücklichsein.

1. Nehmen Sie die Dinge persönlich.

Jede Kritik ist eindeutig ein Hinweis, dass man Sie nicht mag. Hier geht es nicht um Argumente, hier spüren Sie sofort tiefe Abneigung. Wenn Ihnen jemand helfen will, werden Sie misstrauisch. Hält man Sie für ein Schwächling?

Für Fortgeschrittene: Sie spüren instinktiv die Konfrontation hinter jedem Blickkontakt. Hinter jedem Lächeln erkennen Sie die Verachtung, die Ihnen entgegen schlägt.

2. Seien Sie nachtragend.

Verzeihen ist nur etwas für Menschen, die ein schlechtes Gedächtnis haben. Bei Ihnen brennen sich die Enttäuschungen tief in die Erinnerung. Sie geben den Menschen keine zweite Chance.

Für Fortgeschrittene: Schreiben Sie die Gemeinheiten ihrer Mitmenschen auf. Führen Sie darüber Tagebuch. Bei einer erneuten Konfrontation verfügen Sie über ausreichend Munition. Dann fahren Sie richtig schweres Geschütz auf.

3. Streben Sie nach Perfektion.

Wenn Sie sich dauerhaft überfordern möchten, dann streben sie nach Vollkommenheit. Wer innerlich ausbrennen möchte, gibt sich gerade mal mit Perfektion zufrieden.

Für Fortgeschrittene: Vergleichen Sie sich stets mit den Besten. So spüren Sie schnell und effektiv Ihre Unvollkommenheit.

4. Machen Sie sich Sorgen.

Sorgen kommen nicht von alleine. Sie müssen schon selbst aktiv werden. Schauen Sie sich häufig Nachrichten an. Holen Sie sich die Katastrophen der Welt nach Hause.

Für Fortgeschrittene: Tun Sie sich mit Versagern und Schwarzsehern zusammen. Profitieren Sie von deren Sorgen. So erfahren Sie, was alles schief gehen kann.

5. Üben Sie sich in Pessimismus.

Wer nicht meckert, hat einfach nicht lange nach einem Fehler gesucht. Finden Sie das Haar in der Suppe. Und wenn Sie keinen Makel finden, dann ärgern Sie sich, dass Sie keinen gefunden haben.

Für Fortgeschrittene: Malen Sie sich aus, was alles schief gehen kann. Suchen Sie nach Gefahren und ignorieren Sie die Chancen.

Sie lieben die Sonnenseite des Lebens? Dann wenden Sie diese Tipps einfach nicht an. Noch besser: Machen Sie das genaue Gegenteil.