Die meisten von uns haben eine beachtliche Wunschliste im Gepäck. Darin befinden sich Ansinnen wie „Ich möchte gesünder leben.“, „Nächstes Jahr reizt mich ein Urlaub in Australien.“ oder „Für meine Beziehung nehme ich mir mehr Zeit.“ Von diesen Herzensangelegenheiten hängt oft unser Wohlbefinden ab.

Da wir mit unserem jetzigen Zustand nicht zufrieden sind, möchten wir unser Leben verändern. Mit der Zeit merken wir allerdings oftmals, wie wir die Dinge hinausschieben oder Hindernisse uns den Weg versperren. Wenn die Dinge nicht so laufen wie erhofft, und das kommt häufig vor, erlahmt schnell unser anfänglicher Enthusiasmus.

Das Ergebnis sind meistens Enttäuschung und Frustration. Das Gefühl „versagt“ zu haben, macht sich breit. Auf jeden Fall haben wir Zeit und Energie verbraucht und unser Spiegelbild hat an Glanz verloren. Das Beruhigende an diesem Phänomen ist, dass es fast jeder kennt. Egal wie willensstark oder intelligent jemand ist. Wir setzen Vorhaben in den Sand, obwohl sie uns wirklich wichtig sind.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Albert Einstein“]Perfektion der Mittel und Konfusion der Ziele kennzeichnen meiner Ansicht nach unsere Zeit.[/pullquote2]

Zum Thema Zielerreichung gibt es jede Menge Selbsthilfeliteratur. Prinzipien, Formeln und Gesetzmäßigkeiten suggerieren, wir können gar keinen Schiffbruch erleiden. Uns wird erklärt, wie wir smarte Ziele formulieren, ein Projektplan mit wohldefinierten Schritten wird entworfen und trotzdem …

Obwohl ich mich als diszipliniert einschätze, passiert es auch mir, dass ich Vorhaben nicht realisiere. Woran liegt es, dass manche Interessen nicht konsequent verfolgen werden? Damit die nächste Reise entspannter wird, macht es Sinn, sich mit den Widrigkeiten schon im Vorfeld zu befassen. Aus meiner Sicht lassen vor allem 3 Dinge viele ambitionierte Vorhaben scheitern.

Warum wir scheitern

Selbstüberschätzung – In der Hoffnung unsere Wünsche möglich schnell zu realisieren, gehen wir mehrere Aufgaben gleichzeitig an. Ziele haben mit Entscheidungen und Neuland zu tun, was uns viel Energie kostet. Erschwerend kommt hinzu, dass wir unser altes Pensum gerne beibehalten. Wir wollen ja nicht weniger, sondern mehr erreichen. Das ist in etwas so, als wenn sie nach einem anstrengenden Arbeitstag noch ein paar Fremdsprachen lernen wollen.

Widersprüche – Sie möchten mehr Zeit in ihre Partnerschaft investieren und streben gleichzeitig die Beförderung im Büro an. Sie planen mehr Geld für Ihre Altersvorsorge zurück zu legen und wünschen sich gleichzeitig ein Sabbatical. So erstrebenswert die einzelnen Punkte auch sind, in Summe wird das schwer werden, weil die einzelnen Ziele miteinander konkurrieren.

Motivation – Wenn der Weg in Richtung Ziel nicht ein bisschen Freude bereitet, dann gehen Sie barfuß durch die Wüste. Sie beissen die Zähne zusammen und fangen wahrscheinlich irgendwann an, Ihr Ziel oder sich zu hassen. Das Tun macht den größten Teil der Reise aus. Deshalb sollte dieser Teil uns etwas geben. Wenn wir nur den Lohn einstreichen wollen, ohne Freude am Weg zu haben, wird der Weg sehr, sehr steinig.

Die eigene Fantasie gaukelt uns gerne einen Spaziergang vor. Mit Wünschen alleine lassen sich allerdings keine Ziele umsetzen. Deshalb macht es Sinn, mit Hilfe der drei Punkte zu prüfen, ob es überhaupt lohnt, an den Start zu gehen. Damit spare ich mir Enttäuschung und Frustration.

Was war der Grund, dass Sie beim letzten Mal Ihr Ziel nicht erreicht haben?