In vielerlei Hinsicht haben wir Menschen eine ähnliche Motivation. Jeder möchte Glück spüren und seinen Weg finden, das Leben zu meistern. Fühlen wir uns gut, schreiten wir leichten Schrittes durch die Welt. Unser Herz ist offen und wir haben Überschuss für andere. Kommen uns dagegen Unannehmlichkeiten in die Quere, ist schnell Rückzug angesagt.

Die eigenen Gefühle bestimmen, wie wir auf andere Menschen zugehen. Oftmals reagieren wir automatisch, so dass einem gar nicht so recht klar ist, was gerade passiert. Doch wenn wir uns zurückziehen, gerät die Kommunikation ins Stocken. Es geht plötzlich mehr um das eigene Wohlbefinden und wir nehmen uns wichtiger als unsere Umwelt.

Miteinander

Ein Miteinander ist allerdings nur möglich, wenn ich die Ziele und Wünsche anderer Menschen auch als wertvoll und wichtig erachte. Aus meiner Offenheit wahrzunehmen, was andere bewegt, erwächst Mitgefühl. Menschen spüren, wenn wir uns wirklich für sie interessieren. Durch Mitgefühl kann Verbindung und Vertrauen entstehen. Ich komme zusehends in die Lage, mich in andere Menschen und ihre Situationen hineinzuversetzen. Ich bin fähig, meine Perspektive zu verändern. Durch diese Einstellung gewinnen alle.

Empathie entsteht aus dem Bewusstsein, das wir miteinander verbunden sind. Diese Sichtweise macht im täglichen Leben vieles einfacher. Je mehr Zuneigung wir für die Menschen entwickeln, desto reicher wird das Leben. Mitgefühl hat für mich nichts mit Gefühlsduselei zu tun. Ich brauche nicht alles Schönreden, oder muss jede Situation erdulden. Klartext und die Achtung vor der eigenen Person haben nach wie vor ihren Stellenwert.

Wenn ich erkenne, was andere Menschen bewegt, wird klarer, warum sie so handeln. Dadurch ergibt sich in der Regel mehr Handlungsspielraum und die Reaktionen fallen angemessener aus.

Wie kann ich Mitgefühl entwickeln?

Grundsätzlich verfügen wir wohl alle über diese wunderschöne Fähigkeit. Wenn uns Menschen wichtig sind und wir sie mögen, nehmen wir uns gerne Zeit und versuchen, sie zu verstehen. Das Wohlergehen der Freunde, der Familie oder des Partners bzw. der Partnerin liegen uns am Herzen. Schwieriger wird es dagegen, wenn uns Personen nicht nahestehen. Dann werden Kollegen oder Nachbarn leicht zu Gegnern.

Fokus – Hier ist die gewinnbringende Sichtweise, zu erkennen, was an einem Menschen liebenswert ist. Nehme ich die für mich positiven Eigenschaften in den Fokus, kann Verbundenheit entstehen. Es ist besser, andere so zu akzeptieren, wie sie sind, anstatt ihre „Fehler“ in den Mittelpunkt zu stellen. Sobald ich versuche, meine Umgebung zu erziehen, wird es schnell für alle Beteiligten anstrengend.

Wahrnehmung – Sich der eigenen Gefühle bewusster zu werden, ist ein ganz entscheidender Schritt. Zu spüren, ob ich angespannt, aufgeregt oder ablehnend reagiere, ist der Schlüssel für Veränderung.

Geduld – Gewohnheiten zu ändern, ist oftmals harte Arbeit. Gerade wenn wir vielleicht nur die Spitze des Eisberges sehen. Natürlich vollzieht sich die Wandlung zu einem Altruisten nicht von heute auf morgen. Was aus meiner Sicht zählt, ist unser Mut zur Veränderung. Freuen wir uns über die Erfolge, verleiht das weitere Energie.

Ich brauche sicherlich nicht für alle Menschen genau das gleiche Mitgefühl zu haben. Manche Zeitgenossen liegen mir mehr, anderen gehe ich lieber aus dem Weg. Doch ich kann versuchen, für jeden Verständnis aufzubringen, ohne mich zu verbiegen. Ob wir die Zeit und Anstrengung aufbringen, bewusster zu werden, liegt an uns. Lerne ich achtsamer zu werden, wird Mitgefühl eine Gewohnheit des Herzens. Gebe ich das Klammern an eigene Wünsche und Vorstellungen auf, entsteht Raum für meine Mitmenschen. Die Einstellung „Ich mag dich“ kann zu einer unerschöpflichen Kraftquelle werden.