Dank der heutigen Technik ist es ein Leichtes, mit Menschen auf der ganzen Welt in Kontakt zu sein. Der Fortschritt erweitert unsere Möglichkeiten. Dadurch verlieren Entfernungen an Bedeutung und Informationen rund um den Globus stehen uns auf Knopfdruck zur Verfügung.

Ein Leben mit zunehmenden Optionen bietet allerdings nicht nur Vorteile. Komplexität erfordert Zeit und Energie und beansprucht unsere Aufmerksamkeit. Die Fülle an Möglichkeiten und Alternativen fordert uns heraus. Bei der Vielzahl an Chancen stellt sich manchmal die Frage: Wofür soll ich mich entscheiden?

Einfachheit ist gefragt

Im Gegensatz zu Fülle klingt Einfachheit im ersten Moment nach Mangel. So als ob wir auf irgendetwas verzichten müssen. Doch gerade gutes Design hängt entscheidend vom Reduzieren ab. Klarheit und Harmonie entstehen durch Weglassen des Überflüssigen. Gegenstände, die sich schnell erschließen, werden zu unentbehrlichen Helfern im Alltag. Dagegen entpuppen sich Gerätschaften, bei denen schon das Studium der Bedienungsanleitung ein Diplom in Raketenwissenschaft erfordert, schnell als Hemmschuh.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“John Maeda“]Einfachheit ist das Weglassen des Offensichtlichen und das Anbringen des Bedeutsamen.[/pullquote2]

Dieses Prinzip lässt sich auch leicht auf die eigene Umgebung übertragen. Je mehr Gegenstände wir horten, desto mehr Raum nehmen diese in unserem Leben ein. Zum Kaufen, zum Instandhalten, zum Aufräumen, zum Entsorgen … Kurzum: Unsere Herzensangelegenheiten müssen warten. Ohne innere und äußere Klarheit verlieren wir uns leicht in einem Dickicht von Aufgaben, Wünschen und Hoffnungen. Wir bewegen uns in einem Irrgarten und verlieren die wichtige Ziele aus den Augen.

Was trägt dazu bei, meine Ziele zu verwirklichen?

Mir geht es vor allem darum, Ballast abzuwerfen. Wenn Sie zu einer Wanderung aufbrechen, prüfen Sie zu Beginn, was auf dem Weg hilfreich ist. Alles Überflüssige wird zur Bürde. Noch extremer wird die Wahl ausfallen, wenn Sie, wie im Titelbild gezeigt, einen Berg erklimmen.

Um den Alltag einfacher zu gestalten, dürfen wir uns 3 Fragen beim Shoppen stellen. 1. Bringt mich die neue Anschaffung in Bezug auf meine Pläne weiter? 2. Wie lautet der konkrete Nutzen? 3. Brauche ich die Errungenschaft wirklich schon jetzt?

Wenn Unkompliziertheit das Ziel ist, macht es zudem Sinn, auf Funktionalität zu verzichten. Brauche ich all die Features, die da soll vollmundig angepriesen werden? Verstehe ich sie überhaupt? Manche Computerprogramme sind zum Beispiel so überladen, dass die Anwender raten dürfen, wo sich wohl einige der gewünschten Funktionen verbergen.

Ebenso verlieren einige Anschaffungen im Laufe der Zeit ihre Daseinsberechtigung. Sie nehmen Platz ein, sind vielleicht gar nicht mehr ganz funktionstüchtig und strapazieren trotzdem unsere Aufmerksamkeit. Die Schränke und Keller sind voll davon. Ein alter Plattenspieler, der Lattenrost von meinem Kinderbett, Computerzeitschriften aus dem letzten Jahrtausend und Bedienungsanleitungen von Geräten, die gar nicht mehr existieren.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Henry David Thoreau“]Der Reichtum eines Menschen bemisst sich an der Zahl der Dinge, um die er sich nicht kümmern muss.[/pullquote2]

Gestalten wir unseren Alltag wieder einfacher. In dem Maße, in dem wir unser Leben entwirren, gewinnen wir an Klarheit, Energie und Zeit hinzu. Glück erfahren wir vor allem nicht, indem wir viel besitzen. Glück und Zufriedenheit sind das Resultat von befriedigenden Aufgaben, Dankbarkeit und Mitgefühl. Es liegt an uns, wie bewusster die eigene Ausrichtung im Leben ist und womit wir uns umgeben.

Wie fühlt sich Ihr Leben momentan an?