In letzter Zeit bin ich Adressat
von zahlreichen Speedreading Angeboten.
Die Offerten klingen verlockend.
„So lernen Sie Ihre Lesegeschwindigkeit zu verdoppeln.“
„Trainieren Sie Ihr Gehirn.“
„Mit Leichtigkeit zu mehr Wissen.“

Um die Informationsfülle zu verarbeiten,
möchte man schon mal den Turbo einschalten.
Schnell zu lesen, lässt sich auf jeden Fall trainieren.
Warum auch nicht. Ich kann ja auch lernen, schneller zu laufen.

Das Prinzip ist simpel.
Mit Hilfe der Mustererkennung vervollständigt unser Gehirn Wörter und Sätze,
auch wenn wir nur Bruchstücke davon gesehen haben.
Das funktioniert natürlich nur,
wenn wir die jeweilige Sprache beherrschen.
Je umfangreicher der eigene Wortschatz,
desto besser ist in die interne Datenbank gefüllt.

Ich habe die „Technik“ vor ein paar Jahren geübt.
Nach kurzer Zeit konnte ich in 2 bis 3 Stunden ein Fachbuch scannen.
An manchen Tagen schob ich noch ein weiteres Exemplar nach.

Beflügelt von dieser neuen Geschwindigkeit,
steigerte sich mein Informationskonsum.
Weil ich gleichzeitig noch ein paar andere Dinge übertrieb,
zeigte mein Körper mir nach einer gewissen Zeit die rote Karte.
Vollbremsung statt Vollgas.

Insofern hat die „Turbolesetechnik“ auch ihre Schattenseiten.
Das liegt weniger am Speedreading, sondern vielmehr in der Anwendung.
Es ist wie mit einem Sportwagen.
Wenn man damit fahren kann, sind die Gefahren bekannt.

Wir können viel mehr, als wir fähig sind, uns vorzustellen.
Um mit den eigenen Fähigkeiten umzugehen, bedarf es allerdings einer gewissen Reife.
Fehlt diese, kann es dann schon mal zu einer Bauchlandung kommen.

Es gibt auch Techniken, schnell Artikel zu schreiben.
Doch ich glaube, ich lasse es jetzt erst einmal langsamer angehen.
Jeden Tag einen Blogpost wäre wohl für alle Beteiligten ein wenig anstrengend.