Ich erinnere mich gerne an ein Erlebnis aus meiner Schulzeit. Zu Beginn eines Schuljahres stellte sich ein neuer Sportlehrer vor. Eigentlich nichts besonders Spannendes. Doch was unsere Aufmerksamkeit erregte, waren seine Bewertungskriterien.

Die Schulnote sollte sich aus folgenden Faktoren zusammen setzen. Persönlicher Einsatz (Belohnt, wie man sich in den Unterricht einbringt.), Weiterentwicklung (Berücksichtigt, wo ich mit meiner Leistung am Ende des Jahres im Vergleich zum Anfang stehe.), Sportliche Fähigkeiten (Richtet den Fokus auf meine momentanen Fertigkeiten wie Ausdauer, Koordination usw.)

Das war für mich ungewohnt. Auf einmal hatten auch die „Unsportlichen“ eine Chance. Wenn man sich reinhängte und einen Fortschritt erzielte, sollte das honoriert werden.

Wie Motivation uns wachsen lässt

Dieser neue Rahmen elektrisierte vor allem einen Jungen, der von seinen motorischen Eigenschaften eingeschränkt war. Ich habe seinen Eifer noch immer vor Augen. Zu Anfang agierte er zögerlich, weil er sich noch unsicher fühle. Doch unser Sportlehrer meinte es ernst.

Zu Beginn schmunzelten einige über seine ungelenken Bemühungen. Doch unsere Überheblichkeit wich schnell und Respekt machte sich breit. Ich staunte, wie dieser Junge sich anstrengte, weil er spürte, dass er eine Chance bekam. Und als er unsere Achtung spürte, motivierte ihn das noch stärker.

Irgendwann im Schuljahr passierte es dann. Ein paar von uns klatschen spontan. Wir spürten, hier passiert etwas Besonderes. Nicht nur bei dem Jungen, sondern auch in uns.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Abraham Maslow“]Wir dürfen den Menschen nicht nur als das sehen, was er ist, sondern müssen erkennen, wie er sein kann.[/pullquote2]

Warum erzähle ich diese kleine Anekdote? Aus meiner Sicht macht sie deutlich, wie unsere Einstellung mitentscheidet, was möglich ist. Eine innere Geneigtheit entspannt und schafft Raum für ein Miteinander. In dieser Atmosphäre können wir alle wachsen.

Unsere Zeit auf diesem Planeten ist unendlich wertvoll

Im Alltag geht viel Kraft verloren, wenn wir gegeneinander arbeiten. Nur damit es uns gut geht, gönnen wir unseren Mitmenschen manchmal weniger. Deutlich zu spüren, ist dieser Effekt auch in Beziehungen. Kritisiere ich meine Partnerin/meinen Partner häufig, entsteht eine Atmosphäre der Missgunst. Sobald die negativen Dinge im Fokus stehen, rauben wir uns gegenseitig Energie.

Anders schaut es aus, wenn ich die Fähigkeiten meines Gegenübers herausstelle. Ein harmonische Verbindung ist dann auf einmal mehr als die Summe beider Menschen.

Unsere Zeit auf diesem Planeten ist kostbar. Lassen Sie uns das Beste daraus machen. Gemeinsam.