Alle Menschen haben die Anlage, kreativ zu sein. Leider bemerken es die meisten nie. Der Hauptunterschied zwischen den Kreativen und den weniger Kreativen resultiert aus ihrem Selbstbild. Die einen schätzen sich kreativ ein, die anderen nicht.

Selbst auferlegte Beschränkungen bestimmen den eigenen Weg in einem Ausmaß, dessen wir uns oft gar nicht bewusst sind. So machen wir uns aufgrund großer Erwartungen selber klein oder der erste Schritt wird aus Angst vor Fehltritten niemals unternommen.

Kreativität ist eine unerschöpfliche Energiequelle

Dabei geht es nicht um das perfekte Kreieren von allseits bewunderten Kunstwerken. Das Ziel lautet vielmehr: Ausprobieren. Zum Beispiel mit Farben zu spielen, Wörter aus sich heraus zu lassen, die Welt mit der Kamera aus einem anderen Blickwinkel zu entdecken, zu Tanzen oder einfach „nur“ zu Träumen.

Damit unsere Vorstellungen nicht den Blick einengen, darf die Normalität auch mal Urlaub machen. Denken und Bewerten haben Freizeit. Bringen Sie dagegen Farbe in Ihr Leben. Lassen Sie Ihrer Fantasie abseits der bekannten Pfade freien Lauf. Betrachten Sie das Vertraute als fremd.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Marcel Proust“]Die eigentliche Bedeutung der Entdeckungsreise liegt nicht darin, neue Landschaften zu finden, sondern darin, sie mit neuen Augen zu sehen.[/pullquote2]

In einer Welt voller Eindrücke wird der Informationskonsum schnell zur Einbahnstraße. Entwickeln Sie mit Hilfe Ihrer Phantasie ein Gegengewicht. Ideenreichtum als Ventil, anstatt permanente Eindrücke von Außen.

Vielleicht regt sich bei Ihnen Widerstand. Vielleicht fragen Sie sich: „Warum soll ich das machen?“ „Wozu der Aufwand?“ Den inneren Reichtum zu entdecken, setzt voraus, dass wir danach suchen. Wir tragen einen Schatz in uns, den nur wir heben können. So ist Kreativität oftmals ein Weg, das Unaussprechliche auszudrücken oder sich spielerisch kennenzulernen.

Lassen Sie sich bitte von Gewohnheiten nicht die Lust am Experimentieren verderben. Setzen Sie auf Individualität anstatt Anpassung. Investieren Sie in EinfallsReichtum anstatt Selbstverleugnung.

Sich auszuprobieren, heisst auch, einmal nicht produktiv zu sein. Es geht darum, neue Wege für sich zu entdecken und mit den eigenen Fähigkeiten in Kontakt zu kommen. Und vor allem geht es nicht um gut oder schlecht.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Virginia Satir“]Wir können jederzeit etwas Neues lernen, vorausgesetzt wir glauben, dass wir es können.[/pullquote2]

Mir bereitet zum Beispiel das Schreiben große Freude. Den Weg dorthin habe ich mir nicht leicht gemacht. Ich habe lange Zeit alle möglichen Gründe aufgeführt, es nicht zu tun. Im Nachhinein betrachtet, was das sehr schade. Ich kenne all die Zweifel. Vor allem den Schritt, sich in die Öffentlichkeit zu wagen. Heute sind diese Seiten nur schwer aus meinem Leben wegzudenken. Das Schreiben verschafft mir Klarheit und es ist zudem ein wunderschönes Gefühl, einen kleinen Beitrag leisten zu können.

Entdecken Sie Ihren inneren Reichtum

Ja, es gehört Mut dazu, etwas Neues auszuprobieren oder alte Leidenschaften zum Leben zu erwecken. Doch wie wollen wir Freude erleben, wenn wir unsere Fähigkeiten brach liegen lassen? Haben Sie schon einmal bei einem Mal- oder Tanzkurs in die Augen der Teilnehmer geschaut? Nach einer gewissen Zeit fangen sie an zu strahlen. Sie haben Freude an der Bewegung und am Gestalten. Es ist eine Begeisterung die von Innen kommt. Da braucht keiner zu sagen: „Ihr Bild ist aber schön.“

Was möchten Sie gerne als Nächstes ausprobieren? Ich bin schon ganz neugierig …