Wie fühlen Sie sich an einem verregneten Sonntag ohne Verabredungen und sonstigen Terminen? Haben Sie Angst vor der Ruhe? Oder freuen Sie sich auf die freien Stunden?

In der westlichen Welt gehören laute Töne zum Repertoire. Es gilt die Devise: Höher, weiter, schneller. Damit keine Langeweile aufkommt, sind wir für jede Ablenkung dankbar. Um am Montag im Büro mitzureden, sind spannende Erlebnisse gefragt. Das Gleiche gilt für die Rückkehr aus dem Urlaub. Manchmal scheint es regelrecht ein Wettbewerb zu sein, wer am meisten erlebt hat. Unsere Vorstellung vom Glück macht uns glauben, dass wir aktiv sein müssen, um uns gut zu fühlen.

Unser Spiegelbild können wir nicht im bewegten Wasser beobachten.

Je mehr uns das Außen beschäftigt, desto weniger Aufmerksamkeit schenken wir den eigenen Bedürfnissen. Wie wollen wir bei all dem Lärm unsere innere Stimme hören? Selbstbewusstsein entsteht aus dem Wechselspiel von Stille und inspirierenden Erlebnissen. Um mit mir in Resonanz zu kommen, brauche ich Schweigen. Die Stille ermöglicht das Gefühl, ganz mit sich alleine zu sein. Ohne Ablenkung und ohne Zerstreuung.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Paramahansa Yogananda“]Glücklich wird man nur, wenn man sich die Zeit nimmt, nachzudenken und sich selbst zu erforschen.[/pullquote2]

Ich plädiere nicht dafür, wie ein Einsiedler zu leben, oder sein Leben ausschließlich der Meditation zu widmen. Natürlich ist es wichtig, sich mit Freunden zu treffen. Die Frage ist vielmehr, ob die Balance stimmt.

Abseits der Betriebsamkeit findet unser Gefühl leichter seine Stimme.

Doch um unsere Träume und Qualitäten zu entdecken, dürfen wir nach ihnen forschen. Einkehr ist eine Verabredung mit sich selbst, um spüren zu können, was mich bewegt. Wir brauchen oftmals lange, um zu begreifen, wie wichtig Ruhe ist. Dabei bedeuten Alleinsein und Stille keinen Rückzug. Sie sind vielmehr die Voraussetzung, dass wir uns begegnen.

Stille verbindet uns mit dem Hier und Jetzt. Wir lernen, in uns hineinzuschauen, die Gedanken und Gefühle bewusst wahrzunehmen. Zu spüren, was die ganze Zeit schon da ist. Machen wir uns auf den Weg, den inneren Reichtum zu entdecken. Es gibt keine bessere Investition.