Je schneller sich das Aufgabenrad dreht, desto leichter verlieren wir den Überblick. Auf einmal sind wir mehr Handlanger als Hauptperson im eigenen Leben. Wie schaffen wir es in einer Welt voller Optionen und Informationen den Überblick zu behalten?

Martin Krengel ist Experte für Selbstorganisation und Zeitmanagement. Er entwickelte eigene Zeitmanagementkonzepte für Schüler, Studenten und Berufseinsteiger. Daraus entstanden seine Bestseller „Der Studi-Survival-Guide“ und „Golden Rules“. Martin Krengel möchte durch seine Arbeit vor allem eins beweisen: Erfolg und Selbstverwirklichung gehen Hand in Hand. Man muss nicht überdurchschnittlich intelligent sein – viel wichtiger ist ein systematischer Ansatz und die passenden Methoden. Martin Krengel ist begeisterter Kunstturner und studierte in fünf Ländern Psychologie und Wirtschaft.

Wie lauten die 5 Module, die Sie in Ihrem Buch „Golden Rules“ beschreiben und warum sind sie in ihrer Gesamtheit so wichtig?

Die fünf Module sind „Selbstcoaching“, „Motivation“, „Zeitmanagement“, „Konzentration“ und „Organisation“. Ihr Zusammenhang ist folgender: Gutes Zeitmanagement ist wichtig, doch längst nicht alles. Sicher hast du schon einmal einen Tag vertrödelt und dich am Ende gewundert, warum du wieder nichts geschafft hast – obwohl du eigentlich viel Zeit hattest. Spätestens, wenn du alle Verabredungen und Termine abgesagt hast und dann am Schreibtisch auf ein leeres Blatt Papier starrst, merkst du, dass dir weitere Zutaten zur zündenden Idee fehlen.

Und so kannst du wohl nachvollziehen, dass 95 Prozent meiner Seminar- Teilnehmer über Motivations- und Konzentrationsprobleme klagen. Aber auch eine clevere Organisation ist nicht zu verachten: Wenn dein Arbeitsumfeld gut strukturiert ist, fällt die Kontrolle über deine Aufgaben leichter. Und hält dir den Effizienzkiller Unentschlossenheit vom Hals. Um all das zu erkennen, zu steuern und zu perfektionieren brauchen wir Selbstcoaching. Damit können wir auch in der Zukunft neue Situationen spielend meistern. Deswegen bilden diese 5 Module für mich eine Einheit.

Was steht am Anfang für eine effektive Selbstorganisation?

Selbstreflexion. Nur wenn ich erkenne, wie ich meine Zeit verbringe und meinen Tag organisiere kann ich nachhaltig etwas ändern. Um das zu erleichtern gibt es viele hilfreiche Methoden und Tools, z. B. das [fancy_link link=“http://www.studienstrategie.de/zeitmanagement/eisenhower-prinzip/“ target=“blank“ variation=“black“]Eisenhower Prinzip[/fancy_link] zum Priorisieren von Aufgaben in „Wichtig“ und „Nice-to-have“.

Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht der Faktor Entspannung nach einem anstrengenden Tag?

Absolut wichtig. Nur wer abschaltet, kann am nächsten Tag einschalten.

Warum ist es oftmals so mühsam, die bekannten Pfade zu verlassen, also die eigenen Gewohnheiten zu ändern?

Unser Gehirn ist schuld. Es wiegt zwar nur 2-3 Prozent unseres Körpergewichts, verbraucht aber enorm viel Energie beim Arbeiten. Nicht so in gewohnten Bahnen und Routinen. Unser Hirn will also nur Energie sparen…

Manchmal gewinne ich den Eindruck, dass effektive Selbstmanagement-Methoden (z.B Getting Things Done) der Heilsbringer für all meine Organisationsprobleme sein sollen. Doch sind die Methoden nicht nutzlos ohne eine Portion Selbsterkenntnis und Achtsamkeit? Oder anders gefragt: Wird die Wirkung bestimmter Techniken nicht überschätzt?

Nein, nicht unbedingt. Aber alle Zeitmanagement-Techniken haben ihre Grenzen. „GTD“ zum Beispiel ist ein reines Produktivitätssystem für Arbeiter, die nicht priorisieren müssen. Die „4-Stunden-Woche“ von Tim Ferris wollen viele auch gar nicht, weil Ihnen die Arbeit Spaß macht. Aus dem ganzen Angebot sollte sich jeder dass für Ihn funktionierende raussuchen. Das war ja auch die Philosophie der „Golden Rules“ als eine Art Methoden-Lexikon zum nachschlagen.

In welchen Zeitabschnitten (z.B. Tag, Woche, Monat, Jahr) planen Sie und welche Tools setzen Sie dafür ein?

Ich plane zunächst auf Jahresfrist und schreibe mir die wichtigsten 10 Kategorien (Autor, Forschung, Vorträge, Unternehmer, Partnerschaft, Gesundheit, Sport, Lifestyle etc.) auf und welche 5-10 Ziele ich in jeder Kategorie für das Jahr habe. Damit wird es sehr konkret.

Manchmal mache ich das nochmals auf Monatsebene, zumindest dann wenn ich wuselig bin und meine Prioritäten nur schwer sehe.

Am stärksten navigiert mich meine To-Do-Liste und ein Wochenplan durch die Woche.

Zusätzlich arbeite ich mit einer Fokus-Liste für die 2-3 Aufgaben die ich bis zum Mittag, Kaffee, Abend abgearbeitet haben möchte.

Also nur 3-4 Ebenen, nicht 7 wie andere propagieren. Das war mir zuviel.

Was geht Ihnen durch den Kopf bei den Worten von Gerhard Uhlenbruck?
„Manche halten einen ausgefüllten Terminkalender für ein ausgefülltes Leben.“

Okay, erwischt. Natürlich braucht man noch eine Art übergreifende Mission / Vision / Werte – etwas das mich leitet, motiviert antreibt…

Was ist Ihnen im Leben wichtig?

Für mich ist das, meinen Lesern und Zuhörern einen Fahrplan zu geben, wie sie ihr Denken verbessern, ihren Tag strukturieren und ihre Ziele entschlossener anpacken können. Zudem ist mir Freiheit wichtig – die Freiheit, dass zu tun vorauf ich Lust habe. Einige Menschen sind mir sehr wichtig. Mein Sport, gute Bücher, Spass, Spannung.

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