Der Artikel stammt von Annette Auch-Schwelk (Gastautorinnen) und ist ein Auszug aus ihrem Buch „Erfolgreich mit Selbstbewusstsein: Das Ich bin Ich Prinzip“ erschienen im HAUFE Verlag.
© Annette Auch-Schwelk, HAUFE Verlag

„Wenn ich einen Tag in einer Besprechung bin und meine Emails nicht geprüft habe, liegen mir oft über 100 Stück vor. Danach noch die Mailbox am Festnetz, Firmenhandy und privaten Handy abhören. Vor 21 Uhr gehe ich nie aus der Firma. Es sei denn, ich muss abends noch in eine andere Stadt, wo am nächsten Tag bereits das nächste Meeting stattfindet. Aus diesem Grund lese ich oft während der Besprechungen meine Mails. Meine zwei kleinen Kinder sehe ich fast nur am Wochenende.“ Diese oder ähnliche Aussagen höre ich von vielen berufstätigen Menschen. Immer unter Strom.

Viele Menschen sind frustriert und ausgelaugt. Die bekannte Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Dr. Miriam Meckel beschreibt in ihrem Buch „Brief an mein Leben: Erfahrungen mit einem Burnout“, wie sie das Burnout-Syndrom dazu gezwungen hat, innezuhalten. Viele Menschen sind emotional erschöpft, bis hin zur Depression. Einige steigen aus. Wie Hape Kerkeling, der nach einem Hörsturz den Jakobsweg gegangen ist. In seinem bekannten Buch „Ich bin dann mal weg“ schreibt er über diese Erfahrungen.

Angenommen Sie fahren seit Jahren auf Hochtouren. Wenn dann jemand zu Ihnen sagt: „Entspann Dich doch mal und setze Dich still hin“, dann ist das, als ob Sie mit Ihrem Auto 250 km/h fahren und jemand haut die Handbremse rein. Bei einigen Menschen geschieht es durch plötzliche Krankheiten. Doch wenn dies bei Ihnen nicht der Fall ist und Sie merken, Sie möchten von 250 km/h runter kommen, empfehle ich Ihnen, am Anfang auf 200, 150, 120, 90 zu reduzieren bis dahin, wo Sie stehen möchten. Es heißt nicht, dass Sie nie wieder 250 km/h fahren dürfen, doch permanent bei dieser Geschwindigkeit ist anstrengend. Sie müssen sich bei dieser Geschwindigkeit stark konzentrieren. Und Sie verpassen die kleinen und oft bedeutsamen Dinge am Wegesrand, die Sie so nicht sehen können.

Mein Kollege Prof. Dr. Lothar Seiwert ist Experte Nr. 1 in Sachen Zeitmanagement und hat ein Buch herausgegeben mit dem Titel: „Wenn du es eilig hast, gehe langsam.“ Das heißt: Entschleunigen Sie! Schritt für Schritt weniger PS!

Kennen Sie das? Die besten Ideen kommen, wenn Sie gelassen sind. In der Badewanne oder Sauna. Beim Spazieren gehen oder in der Hängematte. Selten, wenn Sie verbissen oder gestresst sind. Einige Firmen haben sich diese Erkenntnis zu Nutzen gemacht. Es gibt Ruheräume, in denen jeder Mitarbeiter einen zwanzigminütigen „Powernap“ machen kann. Power heißt Kraft und nap bedeutet Nickerchen. Durch einen kurzen Schlaf ausruhen, zu neuer Kraft und neuer Energie finden! Probieren Sie es aus! Erlauben Sie sich eine Mittagspause. Gehen Sie spazieren an der frischen Luft. Gönnen Sie sich und Ihrem Körper Sauerstoff. Bewegung regt die Durchblutung an. Die vermehrte Durchblutung des Körpers wirkt entspannend auf das vegetative Nervensystem.

 


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Mein Bruder sagt, bei zwei Schwestern, die viel reden, sei er mit „blutigen Ohren“ aufgewachsen. Er kann es bis heute kaum glauben, dass ich tatsächlich vor einigen Jahren für vier Wochen im Schweigekloster war. Dort habe ich abwechselnd eine Stunde im Gehen meditiert und eine Stunde im Sitzen. Bis zu 16 Stunden am Tag. Zum Ende hin war ich gelassen und entspannt, was allerdings nicht anhielt. Doch Spannung und Entspannung gehören zum Leben. Bedeutsam ist hierbei, eine gute Balance zu finden und zuzulassen.

Wichtig ist, für Sie herauszufinden, welche Hilfsmöglichkeiten für Ihre Entspannung gut sind. Sport ist eine sehr schnelle und hilfreiche Methode. Was machen Sie gerne? Ist es das Joggen, Nordic Walking, Tennis spielen, Inlineskaten, Fahrrad fahren, Trampolinspringen, Golfen, Schwimmen oder Boxen? Haben Sie schon einmal Bogenschießen versucht? Es fördert die Konzentration und ist aus meiner Sicht eine gute Mischung aus Anspannen und Entspannen. Oder gehen Sie gerne spazieren? Gehen Sie in den Wald oder an einen See. Genießen Sie die Natur. Gehen Sie in die Stille. Egal, was Sie machen, wichtig ist, dass Sie es regelmäßig tun.

Vielleicht ist Ihnen Yoga lieber, Autogenes Training, Muskelentspannung nach Jacobsen, Qi Gong oder Tai Chi. Haben Sie schon einmal meditiert? Es kann sein, dass einige von Ihnen jetzt das klassische Bild eines meditierenden Menschen im Kopf haben, der ruhig am Boden sitzt und die Augen geschlossen hat. „Das ist nichts für mich“, höre ich von vielen. Doch es gibt verschiedene Arten der Meditation. Es gibt dynamische Meditationen, bei denen Sie sich bewegen. Probieren Sie es aus!

Nehmen Sie sich bewusst eine Auszeit! Schreiben Sie ein „Heute geschlossen“-Schild und hängen es auf. Machen Sie sämtliche Telefone, Handys, PCs, das Radio und den Fernseher aus. Legen Sie sich in die Badewanne oder auf das Sofa. Hören Sie entspannende Musik. Legen Sie eine Entspannungs-CD mit einer geführten Meditation ein. Wann haben Sie sich das letzte Mal Zeit genommen um zu fantasieren, zu träumen? Machen Sie Atemübungen. Hören und fühlen Sie bewusst Ihren Atem. Legen Sie Ihre Lieblings-CD ein und tanzen Sie. Machen Sie ein Mittagsschläfchen. Gehen Sie in die Sauna. Gönnen Sie sich einen Tag in einer Wellnessoase. Lassen Sie sich massieren. Duschen Sie ganz bewusst. Stellen Sie sich vor, dass das Wasser all Ihre Anspannung wegfließen lässt. Gehen Sie mit Ihrem Lieblingsbuch in ein schönes Café. Schreiben Sie Tagebuch. Beten Sie. Machen Sie Musik! Malen Sie! Es geht nicht darum, Picasso zu werden, sondern darum, zu malen. Singen Sie. Auch hier gilt: Sie sollen nicht gleich eine CD aufnehmen, sondern singen. Keine Sorge, es schaut und hört niemand zu! Das ist für Sie alleine gedacht! Lesen Sie ein schönes Buch, zum Beispiel „Wo die Seele auftankt“ von Marco von Münchhausen.

Treffen Sie Menschen, die Sie mögen. Gönnen Sie sich ein gutes Restaurant oder kochen Sie gemeinsam. Haben Sie Spaß! Gehen Sie in eine Kneipe, ins Kino, schauen Sie sich einen guten Film zu Hause an. Genießen Sie mit Ihrem/r Partner/-in Sexualität. Fahren Sie ein Wochenende ans Meer und lauschen Sie dem Meeresrauschen. Fahren Sie in die Berge und wandern Sie.

Egal was Sie machen – genießen Sie es! Jeden Augenblick. Nehmen Sie alles bewusst wahr. Machen Sie ein Bild von sich zur Erinnerung und schauen Sie es sich immer wieder an, wenn Sie in einer besonders stressigen Situation sind.

Wie entspannen Sie? Wie werden Sie gelassener? Finden Sie es heraus!

Übung

Schreiben Sie mindestens 5 Dinge auf, bei denen Sie entspannen. Legen Sie das Ergebnis in Ihre Schatzkiste. Immer wenn Sie es vergessen haben oder merken, Sie sind am oberen Limit Ihrer Kräfte, haben Sie Wahlmöglichkeiten. Selbstverständlich können Sie immer Neues hinzufügen und streichen.
– 5 Dinge, die mich entspannen, sind:
– Wann habe ich zum letzten Mal diese 5 Dinge gemacht?

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