Patrick Hundt reist gerne und betreibt mit Herzblut 2 interessante Blogs. Vor allem ist er vielen von uns einen Schritt voraus, denn Patrick lebt seinen momentanen Traum.

Patrick Hundt reist als digitaler Nomade um die Welt. In seinem Blog 101places.de schreibt er über das Reisen und seinen unabhängigen Lebensstil. Auf introvertiert.org unterstützt er Introvertierte darin, sich auf ihre Stärken zu konzentrieren. Mit seinen Blogs möchte er Menschen helfen, ihr Potential zu entfalten.

Was ist deine Motivation, um die Welt zu reisen?

Der Wunsch zu reisen, steckt tief in mir drin. Ich bin immer wieder gern unterwegs, seitdem ich diesen Wunsch entdeckt habe. Ich mag den Ausbruch aus dem Alltag. Ich probiere gern neue Dinge aus. Und vor allem mag ich es, in einem schönen Umfeld zu arbeiten, das nicht immer das Gleiche ist. Der Wunsch nach Veränderung ist wohl meine größte Motivation. Na ja, und ich mag den Winter nicht besonders.

Wann hattest du den Entschluss gefasst, deinem Leben eine andere Richtung zu geben? Gab es einen bestimmten Impuls, als Globetrotter zu leben?

Das war im April 2012. Vorher hatte ich vier Jahre lang eine Agentur für Online Marketing aufgebaut. Die Zusammenarbeit mit meiner Geschäftspartnerin hat immer schlechter funktioniert. Daher habe ich keine andere Lösung gesehen, als aus meinem Unternehmen auszusteigen. Da ich keinen Plan B hatte, ging ich erstmal auf eine lange Reise. Ich hatte mir sechs Monate vorgenommen – daraus sind neun geworden. Doch selbst nach meiner Rückkehr habe ich nicht einfach aufgehört, sondern den neuen Lebensstil beibehalten und meine Arbeit immer mitgenommen.

Viele verbinden durch die Welt zu reisen wahrscheinlich mit grenzenloser Freiheit. Am Strand liegen, Nichtstun, viel in Cafés sitzen … Wie verbringst du deine Zeit am liebsten?

Zurzeit mit meiner Arbeit. Das mag widersprüchlich klingen, da viele das Reisen tatsächlich mit Urlaub gleichsetzen. Das ist es für mich aber nicht. Ich sehe mich als Selbständiger, der seine Arbeit von überall auf der Welt verrichten kann. Ich genieße dabei das wechselnde Umfeld.

Wenn ich nicht gerade arbeite, lese ich gerne ein Buch, bin in der Natur unterwegs oder mache auch mal etwas Sightseeing.

Welche Orte haben dich besonders fasziniert?

Es gibt so viele Orte, die mir sehr gefallen. In jedem Land finde ich ganz wunderbare Seiten, aber auch langweilige.

Hong Kong hat mich fasziniert, weil die Stadt so belebt und unglaublich eng ist. Leben möchte ich dort nicht, aber für eine Woche war es sehr spannend. Anderswo fasziniert mich hingegen die weite und wundervolle Natur, wie zum Beispiel bei einer Vulkanüberquerung in Neuseeland.

Momentan bin ich in Mexiko und fühle mich hier so wohl wie seit einigen Monaten nicht. Ein Ort ist schöner als der andere.

Wie pflegst du deine sozialen Kontakte?

Ich bin nicht sehr gut darin, meine Kontakte zu pflegen. Es erfordert von mir immer eine gewisse Anstrengung. Wenn ich unterwegs bin, schreibe ich mit wenigen Freunden E-Mails, mit anderen kommuniziere ich bruchstückhaft über Facebook und meine Eltern rufe ich einmal im Monat an.

Würde ich das lange Zeit so machen, blieben bald nicht mehr viele Kontakte übrig. Daher möchte ich nicht mehr so lange am Stück reisen, dafür häufiger mal nach Hause kommen. Das Reisen ist es mir nicht wert, mein soziales Umfeld zu verlieren.

Was bedeutet das Schreiben und Bloggen für dich?

Sehr viel. Ich habe es erst für mich entdeckt, seit ich reise. Anfangs schrieb ich nur für Freunde und Familie. Nach einem halben Jahr entschied ich mich, noch mehr aus meinem Blog zu machen. Mittlerweile ist es nicht nur mein Hobby, sondern auch meine Arbeit.

Hin und wieder frage ich mich, was ich hier eigentlich mache und wofür das gut ist. Diese Stunden gehören dazu. Aber ich bin sehr motiviert, seit ich intensiv darüber nachgedacht habe, warum ich für andere schreibe.

Jetzt weiß ich: Ich möchte Menschen helfen, ihr Potential zu erkennen und zu entfalten. Ich möchte, dass sie so leben, wie sie es sich wünschen.

Daher zielen viele meiner Artikel auf ein besseres Reiseerlebnis ab. Andere wiederum beschäftigen sich mit meinem freieren Lebensstil. In meinem zweiten Blog introvertiert.org möchte ich Introvertierten helfen, aus ihrer Veranlagung das Beste herauszuholen. So kann ich meinem Schreiben einen Sinn geben und bin umso motivierter.

Wirft dein Reiseblog genügend Geld ab, um davon zu leben? Oder arbeitest du noch an anderen Projekten?

Ich kann noch nicht davon leben, bin jedoch nah dran. Ich denke, dass es in einem halben Jahr soweit sein wird.

Um die Blogs herum erstelle ich eigene Produkte. Derzeit sind das eBooks, die ich an meine Leser verkaufen kann, weil sie einen zusätzlichen Mehrwert bieten. Mal sehen, was in Zukunft noch daraus wird.

Ich arbeite noch an anderen Projekten, die mir jedoch nichts mehr bedeuten. Sie erfüllen nicht meine Frage nach dem „Warum“. Daher werde ich sie austrudeln lassen, wenn ich von dem leben kann, was ich gerne mache.

Was sind deine (Reise) Ziele für das kommende Jahr?

So weit habe ich noch nicht gedacht. Kurz vor Weihnachten komme ich aus Zentralamerika zurück und bleibe sicherlich ein paar Wochen in der Heimat. Für Januar und Februar werde ich mir jedoch eine Winterresidenz in wärmeren Ländern suchen.

Beruflich möchte ich meine Blogs soweit ausbauen, dass ich vom Schreiben leben kann. Dazu soll auch das eine oder andere Infoprodukt beitragen. Außerdem bleibe ich aufgeschlossen für alles, was noch kommen mag.

Langfristige Ziele stecke ich mir nicht mehr. Die Erfahrung zeigt, dass sowieso alles anders kommt.

Welche Gedanken gehen dir bei den Worten von Thich Nhat Hanh durch den Kopf? „Heutzutage neigen die Menschen dazu, ihre Zuflucht in übermäßiger Arbeit zu suchen, um sich nicht mit ihrem inneren Aufruhr auseinandersetzen zu müssen.“

Dem stimme ich zu, allerdings mit einer wesentlichen Einschränkung.

Ich denke tatsächlich, dass Beschäftigung ein gutes Mittel ist, sich nicht mit den eigenen Wünschen und Werten auseinandersetzen zu müssen. Ich habe vor einigen Wochen darüber spekuliert, wie Menschen sich wohl ihre eigenen Hamsterräder schaffen. Damit entziehen sie sich den schwierigen Fragen, die die Freiheit mit sich bringt.

Allerdings möchte ich nicht zu weniger Arbeit aufrufen, sondern zu sinnvoller Arbeit. An etwas Bedeutendem zu arbeiten, trägt aus meiner Sicht zum eigenen Wohlbefinden bei. Wir müssen nicht gleich die ganze Welt retten. Aber wir können sie ein kleines Stück besser machen, indem wir anderen Menschen helfen.

Meine Arbeit macht mich zufrieden, solange sie etwas schafft, dem ich einen Wert beimessen kann. Natürlich will ich auch davon leben können.

Wie lautet dein Lebensmotto?

Ich habe es bisher nicht als mein Lebensmotto gesehen, aber dieses passt wohl am Besten: Denke groß, und Du kannst Großes erreichen.

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