Es gibt mehrere Arten sein Leben zu führen und dabei glücklich zu sein. Conni Biesalski ist ein wunderbares Beispiel, wie befreiend es sein kann, die eigenen Träume ernst zu nehmen. Lesen Sie den etwas anderen Lebenslauf …

Conni Biesalski reist hauptberuflich als digitale Nomadin um die Welt. Den ersten und letzten „Erwachsenen-Job“ hat sie 8 Monate ausgehalten. Danach hat Conni sich selbständig gemacht, um als Social Media Beraterin, Tauchlehrerin und Minimalistin von überall arbeiten zu können. Ihre Reiseliste umfasst mittlerweile 40 Länder in 6 Kontinenten. Und Conni ist noch lange nicht fertig.

Was ist deine Motivation, die Welt zu sehen?

Grundsätzlich habe ich wohl eine unendliche Neugierde dem Leben gegenüber und ein riesiges Interesse an unserer Welt.

Reisen ist mein Leben und die ganze Welt mein Zuhause.

Ich liebe es, neue Leute kennenzulernen, meine Grenzen auszuweiten und mich dabei selbst immer wieder neu zu entdecken. Reisen ist die beste Universität des Lebens.

Jeder Mensch zeigt mir wiederum eine neue Welt, jedes Land eröffnet mir ein neues Universum. Ich lass meine Sicherheiten zuhause und stürze mich ins Ungewisse, lerne wie die Dinge wirklich sind und nicht wie ich dachte.

Jede Reise lässt mich neue Ängste überwinden, wodurch ich mich weiterentwickle und mir näher komme.

Ich habe einen endlosen Durst neue Länder kennenzulernen. Dabei genieße ich das Unterwegsein, den Weg genauso wie das Ankommen.

Und das mit nur einem Rucksack auf dem Rücken. Diese physische und mentale Leichtigkeit ist unbezahlbar.

Ich liebe neue Sprachen zu lernen, andere Kulturen zu verstehen, neue Herausforderungen zu meistern.

Und schließlich reise ich, weil ich finde dass das Leben ein atemberaubendes Erlebnis sein sollte. Nichts weniger als das.

Wann hattest du den Entschluss gefasst, deinem Leben eine andere Richtung zu gehen? Gab es einen bestimmten Impuls, als Globetrotter zu leben?

Eigentlich bin ich schon mein halbes Leben lang ‚Globetrottern‘.

Mit 15 bin ich für ein High-School-Jahr in die USA, dann war ich für zwei Jahre auf einer Schule in England, dann fing das mit dem Reisen an als ich volljährig war und hat seitdem nicht mehr aufgehört.

Ich habe schon immer jede Gelegenheit genutzt ins Ausland zu gehen oder meinen Rucksack zu packen und um die Welt zu ziehen. Aus diesem Grund bin ich auch Tauchlehrerin geworden und schließlich zur digitalen Nomadin, um überhaupt nicht mehr an einen Ort gebunden zu sein.

Was hast du bei deinen Reisen über dich und das Leben gelernt?

Eine ganze Menge, schwer hier in ein paar Zeilen zu fassen!

Hier eine Auswahl: Ich habe gelernt, dass …

… ich weniger zum leben brauche, als uns vorgelebt wird. Und dass Besitztümer mental schwer wiegen.

… es Spaß macht sich zu öffnen und es einfach ist neue Menschen kennenzulernen und Freundschaften zu knüpfen.

… Small Talk dabei unabdingbar ist und Spaß machen kann.

… das, was ich zuhause bin, meine Geschichte, unterwegs völlig irrelevant ist.

… meine Leben, meine Herkunft, meine Familie mehr wert ist als ich mir manchmal eingestehen möchte.

… alleine Reisen eine herausfordernde, aber fantastische Art ist die Welt zu sehen.

… Pläne und Erwartungen keine Bestandteile eines aufregenden Lebens sind.

… du nicht reich sein musst um die Welt zu bereisen, dich Reisen aber zu einer reicheren Person macht.

… jeder Ort, jedes Land, irgendwann ’normal‘ wird wenn du längere Zeit dort verbringst.

… ich mich an alles gewöhnen kann, wenn es sein muss.

… Fernsehen die sinnloseste Zeitverschwendung ist.

… ich unvergessliche Momente und tiefe Erfahrungen mehr schätze als ‚Dinge‘.

… ein offener Geist und ein offenes Herz alles sind.

… es nicht wild ist, 28 Stunden in einem Bus zu sitzen oder eine Woche lang die selben Socken und Jeans zu tragen.

… das Leben draußen das schönste Leben ist.

… ich ein schlechter Tourist, aber eine gute Reisende bin.

… es Luxus ist vom Wasserhahn zu trinken und Toilettenpapier ins Klo zu werfen.

… Geduld und Flexibilität nicht immer einfach ist, aber das Leben so viel mehr lebenswerter machen.

… das Jetzt so viel wichtiger ist als alles andere.

[image_frame style=“shadow“ align=“left“ alt=“Conni Biesalski“ title=“Conni Biesalski“]https://leben-ohne-limit.com/wp-content/uploads/2013/11/ConniBiesalski.jpg[/image_frame]

 

Viele verbinden durch die Welt zu reisen wahrscheinlich mit grenzenloser Freiheit. Am Strand liegen, Nichtstun, viel in Cafés sitzen. Wie verbringst du deine Zeit am liebsten?

Ich liebe die Natur und das Wasser! Daher bin ich sehr gern in den Bergen unterwegs, gern auch am Beach und im Wasser beim Tauchen zu finden!

Da ich ortsunabhängig arbeite, verbringe ich auch viel Zeit mit meinem Laptop in Cafés mit Wifi.

Außerdem mag ich es planlos durch Städte zu laufen und mich zu verlieren, die Menschen zu beobachten.

Nur entspannen und Nichtstun ist weniger was für mich – mir wird recht schnell langweilig nach ein paar Tagen. Zudem liebe ich es zu erkunden, neues zu sehen und Leute kennenzulernen!

Was glaubst du, macht den Unterschied zwischen dir und den vielen anderen Menschen, die gern neue Wege ausprobieren möchten, es aber nicht schaffen? Kannst du ihnen ein paar Tipps mit auf den Weg geben?

Das größte Hindernis ist wohl Angst. Der größte Unterschied ist die Art und Weise wie ich im Vergleich zu vielen anderen Menschen da draußen mit ihr umgehe.

Viele Menschen halten aus Angst vor dem Unbekannten an konventionellen Lebensweisen fest. Es ist bekannt und daher ist es einfach. Neue Wege zu gehen bedeutet sich Dingen auszusetzen, die unvertraut und fremd sind – nicht etwas, das sich viele zutrauen.

Ich habe auch aufgegeben in Grenzen und Limitationen zu denken und zu leben. Im Gegensatz zu vielen andere Menschen glaube ich fest daran, dass wir alle unsere Träume verwirklichen können. Die meisten träumen aber lieber als zu handeln.

Neue Wege zu gehen bedeutet für mich:

• sich bewusst vom Status Quo verabschieden
• seinen Ängsten in die Augen zu sehen
• herauszufinden was man wirklich vom Leben will, was seine eigene, einzigartige Mission im Leben ist
• seinen Leidenschaften auf den Grund gehen
• seine persönlichen Werte und Träume mit seiner Realität auszurichten
• sich zu entscheiden aktiv sein Leben zu gestalten und ein Macher zu werden.
• sich mit Menschen zu verbinden, die auch neue Wege gehen und ein unkonventionelleres Leben führen
• ins kalte Wasser springen, ohne zu wissen ob und was funktionieren wird – d.h. Risiken auf sich nehmen und Scheitern als etwas gutes anerkennen.
• aufzuhören sich Gedanken darüber zu machen, was andere Leute von mir denken
• seine Komfortzone auszuweiten.
• sich damit wohlfühlen, dass man anders denkt als die Mehrheit und Kritik zu ignorieren.
• irrationale und unrealistische Ideen zu haben und sie genau deswegen zu verfolgen.

Wenn wir immer alle tun was andere vor uns getan haben, bekommen wir genau das, was alle vor uns bekommen haben – aber bestimmt gehen wir keine neue Wege.

Wie pflegst du deine sozialen Kontakte?

Heutzutage ist das ja relativ einfach, auch wenn man viel unterwegs ist.

Ich bin auf Facebook sehr aktiv und halte dort viel Kontakt zu meinen Freunden zuhause. Außerdem nutze ich Skype und WhatsApp für den direkten Live-Kontakt mit meiner Familie und Partnerin zuhause.

Je nachdem wo ich mich auf der Welt aufhalte, versuche ich mich mit meinen internationalen Freunden vor Ort zu treffen.

Wie gehst du mit Einsamkeit um?

Für mich war Einsamkeit lange Zeit etwas sehr Unangenehmes, etwas das mir Angst bereitet hat – also habe ich solche Situationen aktiv vermeidet oder hatte depressive Phasen, wenn das Gefühl anhielt.

Dann kam eine große, schmerzhafte Trennung letztes Jahr. Einsamkeit war das vorherrschende Gefühl in der Zeit danach und ich musste mich auf einmal direkt damit auseinandersetzen. Ich habe dabei endlich erkannt, dass ich lernen kann mit mir allein zu sein und dass ich nicht davor weglaufen muss.

Also habe ich viel über das Thema Einsamkeit und Alleinsein gelesen, habe angefangen zu meditieren und mich mit dem Buddhismus beschäftigt. Seither komme ich mit dem Alleinsein viel besser zurecht, kann es viel mehr genießen und spüre gleichzeitig weniger Einsamkeit.

Wenn ich mich auf Reisen etwas alleine fühle, stürze ich mich in Arbeit oder schreibe. Oder Skype mit meiner Mum, Partnerin oder besten Freundin.

Das beste ist aber, raus zu gehen und neue Menschen kennenzulernen. Dann löst sich das Gefühl ganz schnell im Nichts aus.

Oft hilf es mir auch etwas zu tun, das mir Freude bereitet: Eine Massage, Yoga, Shoppen oder Kino. Manchmal hilft einfach doch auch die Beschäftigungstherapie.

Was bedeutet das Schreiben und Bloggen für dich?

Durch das Bloggen und das Schreiben habe ich viel über mich selbst gelernt und über die Dinge, die mir wichtig sind im Leben.

Ohne das Bloggen wäre ich nicht da wo ich jetzt bin: ortsunabhängige Unternehmerin.

Außerdem habe ich wahnsinnig viel von anderen Bloggern gelernt, bevor ich selbst eingestiegen bin und zudem viele tolle Freundschaften geknüpft.

Schreiben und Bloggen ist eine wunderbare Art zu reflektieren, wichtige Aspekte und Erfahrungen näher zu beleuchten.

Außerdem hat mir Bloggen es ermöglicht, vielen anderen Menschen zu helfen ihre Träume zu verwirklichen. Es ist ein toller Kanal, um viele andere Leute zu erreichen, die die selben Ansichten oder Ziele teilen.

Grundsätzlich schreibe und blogge ich um einen Wert für andere Menschen zu generieren, um meine Erfahrungen weiterzugeben und um meinen Lesern als Inspiration zu dienen.

Und schließlich: Schreiben und Bloggen hat mich zu einer besseren Denkerin und Beobachterin gemacht. Dafür bin ich sehr dankbar.

Reisen bedeutet auch, mit weniger Sachen auszukommen. Auf welche Dinge kannst du nur schwer verzichten?

Ich lebe gern mit sehr wenig und genieße es wenig Besitztümer zu haben.

Nur sehr schwer könnte ich ohne mein MacBook Air leben, denn das brauche ich, um mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Es gibt auch zwei, drei Kleidungsstücke, an welchen ich sehr hänge.

Außerdem könnte ich nur schwer ohne meinen Kindle – ich lese für mein Leben gerne und genieße es auf Reisen rund um die Welt nicht mehr von limitierten Book Exchanges abhängig zu sein.

Welche Gedanken kommen dir bei den Worten von Nietzsche? „Es gibt in der Welt einen einzigen Weg, auf welchem niemand gehen kann außer dir.“

Wir alle haben eine andere Aufgabe im Leben, jeder muss unterschiedliche Lektionen lernen.

Und jeder hat seinen eigenen individuellen Lebensweg. Auch wenn wir probieren andere zu imitieren, Dinge tun wie andere sie gemacht haben, werden unsere Erlebnisse, unsere Eindrücke, das was wir für unser Leben mitnehmen, unterschiedlich sein.

Wir alle haben unseren eigenen Weg im Leben.

Wir alle sind einzigartig.

Wir alle haben unsere individuellen Realitäten, keine gleicht der anderen, daher sind all unsere Erfahrungen einmalig.

Wie lautet dein Lebensmotto?

Schau deinen Ängsten in die Augen und dann geh und mach das, was auch immer dir Angst bereitet, trotzdem und gerade deswegen.

[image_frame style=“shadow“ align=“left“ alt=“Conni Biesalski“ title=“Conni Biesalski“]https://leben-ohne-limit.com/wp-content/uploads/2013/11/Interview-ConniBiesalski.jpg[/image_frame]

[fancy_link link=“http://www.planetbackpack.de“ target=“blank“ variation=“black“]www.planetbackpack.de[/fancy_link]
[fancy_link link=“http://www.conni.me“ target=“blank“ variation=“black“]www.conni.me[/fancy_link]