Dem Leben eine Richtung zu geben, beinhaltet, sich selbst wahrzunehmen. Dafür brauchen wir Achtsamkeit und Stille. Sie sind der Schlüssel, um Zugang zu unserem inneren Reichtum zu bekommen.

Ananta Steuder studierte Pädagogik, Psychologie, Sport und Philosophie. Nach langjähriger Lehrtätigkeit wandte er sich ganz der Humanistischen Psychologie zu und leitet seit vielen Jahren Ausbildungen und Trainings in Persönlichkeitsentwicklung, Kommunikation und Meditation. Studien bei Lehrern in Indien, Korea und Hawaii führten ihn nach Japan, wo er von Zen-Meister Harada Tangen Roshi zum Mönch ordiniert wurde. Heute leitet er das Zen-Zentrum Dai Do An in der Nähe von Bern und arbeitet dort als Meditationslehrer, Therapeut und Berater.

Welche Bedeutung hat Stille für dich?

Im ständigen Wechsel zwischen Stille und Aktivität lernen wir unsere Mitte kennen. Schweigen und Reden gehören zusammen wie Tag und Nacht.

Was suchen Menschen in deinen Seminaren?

Die Stille, als Ausgleich zur Hektik des Alltags und Antworten auf Fragen, die sie beschäftigen, wie z.B.: Wo stehe ich jetzt in meinem Leben und wo will ich hin? Was hindert mich daran, dies zu realisieren? Was ist meine Aufgabe im Leben? Wo komme ich her und wo gehe ich hin?

Unser Geist funktioniert ein wenig wie unsere Augen. Es scheint viel leichter, nach draußen zu schauen, als sich nach innen zu wenden. Woran liegt das? Ist es zum Teil kulturell bedingt, oder einfach unbequem?

Unser Geist ist gewohnheitsmässig nach aussen gerichtet. Hierdurch entstehen die tausend Sorgen, Spannungen und Ängste, die uns plagen.

Inwiefern kann Meditation unser Leben bereichern?
 
In der Meditation holen wir den Geist nach Hause und finden so die Einheit von Körper und Geist wieder. Das nehmen wir als Harmonie wahr.

 


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Wie wichtig ist die Körperhaltung beim Meditieren? Worauf ist zu achten? 

Suzuki Roshi sagte: „Wenn du deinen Rücken aufrichtest, wird dein Geist zur Ruhe kommen“. Ist er Rücken gerade, fliesst der Atem bis in den Bauch, ins Zentrum und der Geist folgt dem Atem.

Wie können wir eine achtsame Haltung in unseren Alltag integrieren?

Durch tägliche Übung.

Die eigene Geschichte mit all den Umwegen und Fehltritten anzuerkennen, erfordert Mut. Viel lieber möchten wir großartig und fehlerfrei sein. Das ist zwar eine Utopie, aber träumen ist ja erlaubt. Warum fällt uns das „Scheitern“ so schwer?

Verabschieden wir uns von der Vorstellung grossartig und fehlerfrei sein zu wollen können wir uns nach und nach mit dem Scheitern anfreunden.

Welche Momente haben dein Leben im besonderen Maße beeinflusst?

Die Geduld und Güte meines Meisters, die Liebe meiner Frau, die Offenheit meines Sohnes, die Unterstützung meiner Freunde und das Vertrauen der Leute, die zu mir kamen und kommen, in den unzähligen Gesprächen und Seminaren.

Was hat dich bewogen, als Coach zu arbeiten?

Die Erfahrungen, die mich in den schwierigen Situationen meines Lebens getragen haben, weiter zu geben.

Welche Gedanken kommen dir bei den Worten von Mahatma Gandhi „Die äußere Freiheit wird uns erst dann bewilligt werden, wenn wir unsere innere Freiheit entwickelt haben.“?

Innen und Aussen sind Eins.

Wie lautet dein Lebensmotto?

„Ichi tan tei“ – Nur dieses Eine

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