Wie fühlen Sie sich, wenn viele Augen auf Ihnen ruhen und Sie im Rampenlicht stehen? Die meisten von uns bekommen wahrscheinlich weiche Knie und spüren einen deutlichen Fluchtimpuls. Isabel García kennt diese unangenehmen Gefühle und hat sich ihnen gestellt. Mittlerweile ist es Ihre Passion, auf der Bühne zu stehen.

Isabel Garcia ist schwer in eine Schublade zu packen, da sie über viele Talente verfügt. Hier eine kleine Auswahl: Isabel Garcia arbeitet als Autorin, Sängerin und zeigt als erfahrene Kommunikationsexpertin, was es bedeutet, authentisch zu sein. Zudem war Sie mehrere Jahre als Radiomoderatorin tätig. Ihre Ich REDE. – Hörbuchreihe ist mittlerweile Kult und Anfang 2012 hat Isabel Garcia ihr sechstes Buch „Schlagfertig in der Schule“ veröffentlicht.

Während eines Gesprächs konzentrieren sich viele Menschen bevorzugt auf den Inhalt einer Botschaft. Körpersprache, Atmung, Pausen und Satzmelodie werden dagegen eher unbewusst eingesetzt oder vernachlässigt. Kann so überhaupt eine gewinnbringende Kommunikation stattfinden?

Aber klar. Es kommt ja auch auf den Inhalt an. Und wenn Sie von Ihrem Inhalt überzeugt sind, darüber hinaus wirkliches Interesse an Ihrem Gegenüber haben und daran, dass er versteht, was Sie sagen, dann werden Sie dies auch transportieren. Rhetorik ist dann Feinschliff. Ich bringe Kommunikation nicht nur bei, damit Inhalte besser verstanden werden, sondern hauptsächlich damit sich Menschen noch wohler fühlen. Und da es eben häufig Menschen gibt, die sich bei einer Rede oder bei einem wichtigen Gespräch unwohl fühlen, helfe ich Ihnen mit Atmung, Pausen, Satzmelodie, etc. sich wohler zu fühlen und auf eine authentische Art und Weise zu überzeugen.

In gewohnter Umgebung und mit Freunden fällt uns das Reden leicht. Doch sobald wir vor einem größeren Publikum stehen, wissen wir auf einmal nicht mehr wohin mit unseren Händen, die Atmung wird flach und die innere Spannung steigt. Woran liegt das und was können wir dagegen tun?

Wir leben hauptsächlich unbewusst. Die Wissenschaftler sagen, dass wir nur mit 5 bis 15% bewusst leben. Unsere wahre Intelligenz liegt also im Unbewussten. Bei Gesprächen mit Freunden und in einer vertrauten Umgebung konzentrieren wir uns bewusst auf den Inhalt, aber die Körpersprache, Mimik, Betonung, etc. läuft unbewusst nebenher. Wenn Sie nun auf einer großen Bühne stehen oder vor einem schwierigen Publikum, dann sind Sie zu 100 Prozent mit dem Bewusstsein dabei. Und da wir nicht wissen, wie wir unbewusst unsere Hände bewegen, können wir es dann in diesen schwierigen, ungewohnten Situationen nicht reproduzieren.

Das bedeutet, dass wir auf unsere wahren Stärken nicht zurückgreifen können, weil wir uns nicht – bewusst – kennen. Die Aufgabe ist also, sich selbst immer bewusster wahrzunehmen (Selbstbewusstsein), damit Sie wissen, was für eine Körpersprache Sie bei Freunden haben und wie Ihre Stimme klingt in einer vertrauten Umgebung, damit Sie genau diesen Stimmsitz und diese Körpersprache auch in schwierige Gespräche mit rein nehmen können.

Welche Möglichkeiten habe ich, meiner Stimme mehr Ausdruck zu verleihen?

Da gibt es viele Möglichkeiten. Eine davon ist die innere Einstellung. Wenn Sie davon überzeugt sind, dass Sie etwas Wichtiges zu sagen haben und dies von der Haarwurzel bis zum kleinen Zeh spüren, dann wird Ihre Stimme dies auch umsetzen. Und wenn Sie sich denken, dass Sie bei diesem Kunden vorsichtig agieren möchten, weil er sehr sensibel ist, dann wird die Stimme dies automatisch umsetzen. Ihre Stimme, Ihr Körper und Ihr Kopf können vieles.

Wir stören nur diesen natürlichen Prozess, den wir privat häufig noch wunderbar hinbekommen, weil wir zu viel denken. Wenn Sie einen Vorschlag machen und 30 Prozent denkt, dass es wirklich eine tolle Idee ist, während 20 Prozent daran zweifeln und 10 Prozent Angst vor einer möglichen Blamage haben und sich 40 Prozent schon Alternativen überlegen, dann wird Ihre Stimme genau dieses Wirrwarr widerspiegeln mit wenig Ausdruck und wenig Überzeugungskraft in der Stimme.

Was beinhaltet Ihre Botschaft „Die Stimme folgt dem Körper“?

Der Ablauf in unserem Körper ist folgendermaßen. Zuerst kommt ein Gedanke, dem folgt eine Emotion, die sich sofort als Mikrobewegung im Gesicht zeigt. Danach zeigt sich die Emotion im Körper (Körpersprache und Haltung) und dann geht es auf die Stimme. Somit können wir unser Stimme mit der inneren Einstellung lenken oder spätestens mit der Körpersprache und Körperspannung, wenn Sie mental noch zerrissen sind. Viel Spannung im Körper sorgt für eine hohe Stimme, Entspannung im Körper sorgt für eine entspannte, tiefe Stimmlage.

Wenn Sie Ihre Hände oberhalb des Bauchnabels bewegen, dann ist die Stimme höher, als wenn Sie Ihre Hände seitlich hängen lassen oder sie unterhalb des Bauchnabels bewegen. Bewegen Sie die Hände und Arme zackig und ruckartig, dann haben Sie dies in der Stimme. Wenn Sie sich weich bewegen, klingt auch die Stimme weich. Sie können also mit der Körpersprache noch dafür sorgen, dass Ihre Stimme nicht Ihre Emotionen verrät.

Innere Zerrissenheit macht es manchmal schwer, authentisch zu wirken. Gerade wenn die inneren “Stimmen” einem Botschaften wie “Du schaffst das nie.” und “Was denken bloß die anderen?” einflüstern. Welche Möglichkeiten sehen Sie, dieses Dilemma zu lösen?

Sie können sich vor Augen halten, dass es diese innere Zerrissenheit nicht wirklich gibt. Denn beide Stimmen wollen immer das gleiche: Und zwar, dass es Ihnen gut geht. Sie stehen zum Beispiel vorm Chef und wollen ihm eine tolle neue Idee erzählen, die Sie gerade hatten. Nun kommt die eine Stimme und sagt Ihnen „Mach es! Er wird begeistert sein und Du bekommst vielleicht sogar die Projektleitung.“ und die andere Stimme sagt: „Bist Du bescheuert? Wahrscheinlich wird er die Idee armselig finden und dann bist Du für immer und ewig unten durch bei ihm.“!

Die eine Stimme möchte, dass es Ihnen gut geht und rät Ihnen dazu Ihre Idee zu äußern. Die andere Stimme möchte auch, dass es Ihnen gut geht, möchte Ihnen die Blamage ersparen und rät Ihnen deswegen davon ab. Wenn Sie begreifen, dass beide Stimmen dasselbe Ziel verfolgen, dann können Sie die Emotionen leichter aus dem Spiel lassen und sich überlegen, was Ihnen mehr bringt. Diese Entscheidung kann Ihnen keiner abnehmen. Und wenn Sie die getroffen haben, dann bleiben Sie hundertprozentig bei der Sache und fangen Sie nicht an zu zweifeln, während Sie reden.
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Das erfolgreiche Onlinetraining „Kommunikationsfallen und wie man sie umgeht” von und mit Isabel García.
 
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In ihren Vorträgen und Hörbüchern spüre ich eine ungeheure Lebendigkeit und Lebensfreude. Zudem verfügen Sie über die wunderbare Gabe, Inhalte mit Humor zu vermitteln. Pflegen Sie diesen individuellen Stil von Anfang an oder hat er sich mit der Zeit entwickelt?

Erst einmal vielen Dank für das Kompliment. Ich habe in der Tat schon immer meine Familie und meine Freunde zum Lachen gebracht. Ich mag es, wenn andere lachen. Als ich dann später lernte, dass Humor dafür sorgt, dass wir uns Inhalte leichter merken können, habe ich es bewusst noch häufiger eingesetzt. Manchmal habe ich mich früher nämlich gefragt, ob ich seriös genug rüberkomme, wenn ich das Publikum so häufig zum Lachen bringe. Und jetzt weiß ich, dass es meinen Zuhörern dadurch leichter fällt, sich viele meiner Inhalte zu merken.

Wie kam es dazu, dass Sie Ihre Berufung(en) gefunden haben?

Es war ein langer Weg. Ich wollte immer singen, allerdings war ich stets zu schüchtern. Mit 14 wurde mein Talent entdeckt, aber ich musste erst mit 24 einen Gesangwettbewerb gewinnen, bevor ich mich traute Gesang zu studieren. Für eine Pop-Karriere auf der Bühne war ich den Plattenlabels allerdings nicht hübsch genug und für eine Musical-Karriere war ich mittlerweile zu alt. Somit habe ich dann viel ausprobiert mit Radio- und Fernsehmoderation, mit Sprecherjobs (Werbung sprechen) und mit Unterrichten, bis ich dann als Speakerin meine Berufung gefunden habe.

Diese Mischung aus Singen, auf der Bühne stehen, die Leute zum Lachen bringen und trotzdem aktiv dabei helfen, ihr Leben zu verbessern, ist für mich ein Genuss und Spaß pur. Wobei ich nun aber mittlerweile zu meinen Wurzeln zurück gehe und meinen ersten eigenen Song aufgenommen habe. [fancy_link link=“http://www.youtube.com/watch?v=JJno3XwgHvc&list=LL8Hh-cROWvxqJGNRc4tjezA&feature=mh_lolz“ target=“blank“ variation=“orange“]Hören Sie „Para mi papa“ auf YouTube[/fancy_link] Das Album folgt im nächsten Jahr.

Gab es Lebenssituationen, die Ihr Selbstbewusstsein maßgeblich beeinflusst haben?

Oh, da gab es so viele, dass ich die gar nicht alle hier erzählen kann. Für mein Leben reicht nicht ein Buch als Biografie … Freunde sagen über mich, dass bei mir in einer Woche mehr passiert, als bei ihnen in einem Jahr. Ich denke, dass meine Schüchternheit ein großer Punkt ist. Ich habe mich nie getraut vor anderen laut zu sprechen und da ich dies mittlerweile schaffe, kann ich es auch anderen beibringen.

Ich bin kein Naturtalent, was vom Himmel gefallen ist. Ich habe mir alles hart erarbeitet und das macht mich zu einer guten Trainerin. Zu der Schüchernheit kommt eine große Empathie und Sensibilität. Ich spüre bei Menschen Dinge, die sie selber erst Tage, Wochen oder Monate später selber realisieren und in Worte fassen können. Das hilft mir sehr beim Unterrichten. In einer Beziehung ist dies nicht sonderlich beliebt. Wer mag schon eine Lebenspartnerin, die fragt „Was ist denn los?“ Monate bevor Sie merken, dass es Ihnen in der Tat nicht gut geht ;-)

Welche Gedanken kommen Ihnen bei den Worten von Alexander Graham Bell? „Wenn sich eine Tür schließt, so öffnet sich eine andere. Aber allzu oft, blicken wir so lange voller Bedauern auf die verschlossene Tür, dass wir die, die sich für uns geöffnet hat gar nicht erst bemerken.“

Ganz wichtiges Zitat mit einer wertvollen Aussage. Ich habe früher auch häufig auf die verschlossene Tür gestarrt und gar nicht gesehen, dass sich schon zig andere halb geöffnet haben. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich nicht nur eine Tür öffnet, wenn sich eine schließt, sondern gleich mehrere. Ich war zwar immer ein braves Steh-auf-Männchen und habe mich immer wieder aufgerappelt, wenn mich etwas niedergeworfen hat, aber ich habe dann trotzdem auf die gleiche geschlossene Tür gestarrt und mich gewundert, dass mir immer und immer und immer wieder dasselbe passiert.

Mittlerweile bin ich ein Meister darin, mich von einer Tür schon abzuwenden, wenn sie sich anfängt zu schließen. Damit meine ich nicht, dass ich nicht mehr für Dinge kämpfe, die mir wichtig sind. Ich kämpfe viel mehr, weil ich mich dem Unvermeidlichen füge und mit den neuen Türen meinem Ziel sogar noch näher komme. Ich überlege mir immer, ob ich es ändern kann. Wenn ich es nicht ändern kann, dann drehe ich mich emotionslos um. Wenn ich es ändern kann, kämpfe ich wie eine Löwin.

Was ist Ihnen im Leben wichtig?

Nähe. Ehrlichkeit. Selbstverantwortung.

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