Wir verbringen ungefähr ein Drittel unseres Lebens im Schlaf. Diese Zeit ist für unser Leben von vitaler Bedeutung, denn wir brauchen diese Regenerationsphase, um verbrauchte Energien wiederzugewinnen und Erlebtes zu verarbeiten.

Wie wichtig Abschalten für uns ist, spüren wir oftmals erst, wenn er uns fehlt. Wenn wir über längere Zeit schlecht schlafen können, oder nachts aufwachen und nicht wieder zur Ruhe kommen. Ohne ausreichende Erholung, wird der Tag schnell zur Qual.

Schlaf gehört zur Erholung wie die Nacht zum Tag. Wahrscheinlich brauchen wir uns darüber die meiste Zeit im Leben keinen Kopf zu zerbrechen. Erst wenn dieses Gleichgewicht gestört ist, machen wir uns Gedanken darüber. Dann taucht unweigerlich die Frage auf: Was kann ich unternehmen, damit die Nachtruhe zur Erholung wird?

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Immanuel Kant“]Der Himmel hat den Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: Die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.[/pullquote2]

Natürlich gibt es keine glückseligmachende Formel um jeden Abend garantiert einzuschlafen. Jeder Mensch ist verschieden und hat seine Empfindlichkeiten. Allerdings gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, sanft in das Reich der Träume zu gleiten, um am kommenden Morgen erholt in den Tag zu starten.

Ernährung

Vielleicht kennen Sie die Situation. Sie sinken müde und erschöpft auf Ihr Bett und möchten sich dringend vom anstrengenden Tag erholen. Ihr Rücken entspannt sich und die Muskeln fangen an, lockerer zu werden. Nur die Verdauungsorgane haben irgendwie nicht mitbekommen, dass jetzt Schlafenszeit ist.

Unsere Nahrung will verarbeitet werden. So ist das nun einmal. Damit Ihre Verdauungsorgane keine Nachtschicht schieben, ist es erforderlich, 2 bis 3 Stunden vor dem Zubettgehen keine Nahrung mehr aufzunehmen. Vor allem keine Gerichte mit viel Fett oder Eiweiß. Also planen Sie die nächste Schweinshaxe lieber für das Mittagessen ein.

Reduzieren Sie Ihre Flüssigkeitszufuhr 2 Stunden vor der Nachtruhe und vermeiden Sie zudem Alkohol. Dadurch schlafen wir vielleicht sanft ein, aber unsere Schlafqualität wird erheblich gemindert. Ebenso sind „Aufputschmittel“ wie Kaffee, Espresso, bestimmte Teesorten und Energiedrinks keine gute Idee.

Rhythmus

Unser Körper verfügt über eine innere Uhr. Deswegen ist es hilfreich, den biologischen Rhythmus durch Gewohnheiten zu unterstützen. Versuchen Sie, sich regelmäßige Aufsteh- und Ins-Bettgeh-Zeiten anzugewöhnen.

Wie sieht es mit der Mittagsruhe aus? Für eine erholsame Nachtruhe, ist es in der Regel kontraproduktiv, tagsüber länger zu schlafen. Gegen ein kurzes (ca. 30 Minuten), kontrolliertes Nickerchen nach dem Mittagessen ist dagegen nichts einzuwenden.

Medien

Computerspiele, Fernsehen oder Surfen im Internet beschäftigen unseren Geist. Der Input will verarbeitet werden. Das kostet Zeit und Energie. Natürlich spielt es auch eine Rolle, welche Eindrücke wir vor dem Zubettgehen speichern. Belasten vor uns mit den Katastrophen und Kriegen aus aller Welt? Bringen wir im Ego Shooter noch mal kurz 100 Menschen um? Es liegt an uns, mit welchen Bildern wir die Nachtruhe beginnen.

Räumlichkeiten

Ein Schlafzimmer ist zum Schlafen da. Soweit die Theorie. Ungestört zur Ruhe kommen wir in der Regel, wenn wenig Ablenkung vorhanden ist. Nutzen Sie deshalb diesen Raum nicht auch als Arbeitszimmer, wo sich die Akten türmen. Das macht es für Sie schwierig abzuschalten, weil die ToDos in Reichweite sind.

Gerne fungiert das Schlafgemach auch als erweiterte Abstellkammer. Jeder Freiraum (unter dem Bett, auf dem Kleiderschrank) wird genutzt, um die Habseligkeiten zu verstauen. Aus Sicht des Feng Shui eine ungünstige Konstellation, denn in überladenen Räumen kann die Energie schlecht fließen.

Temperatur

Die Temperatur hat einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Das gilt nicht nur für den Tag. Viele Menschen schlafen in überheizten Räumen, andere in zu kalten. Temperaturen zwischen 18 und 21 Grad Celsius sind in der Regel ideal, um eine entspannte Nacht zu verbringen.

Loslassen

Wenn sich der Schlaf unmittelbar an den normalen Alltag anschließt, sind Probleme beim Einschlafen leicht die Folge. Unsere Gedanken kreisen noch um die letzten Geschehnisse und planen womöglich, was morgen als nächstes zu tun ist. Gönnen Sie sich deshalb zwischen Ihrem Alltag und dem Zubettgehen eine „Pufferzone“. Eine Stunde vor dem Zubettgehen sollten alle Aktivitäten nach Möglichkeit abgeschlossen sein. Danach steht Erholung auf dem Programm.
Manchmal ist es hilfreich, anstehende Aufgaben in einem Tagebuch abzulegen. So können wir sicher sein, dass wir am kommenden Tag nichts vergessen.

Hilfsmittel

Ist der Raum während der Nacht nicht richtig dunkel oder Sie werden von Geräuschen geplagt, dann greifen Sie doch einmal zur Schlafbrille und/oder Ohrstöpseln. Zu Anfang ist das vielleicht noch ungewohnt und wirkt wenig sexy. Auf der anderen Seite ist es ebenso uncool, am nächsten Morgen völlig gerädert aufzuwachen.

Bett

Wenn wir schon ein Drittel unseres Lebens im Bett verbringen, macht es Sinn, sich diesen Ort behaglich zu gestalten. Das fängt bei der Größe an. Sorgen Sie für eine ausreichende Liegefläche in der die nötige Bewegungsfreiheit gewährleistet ist. Wie sieht es mit der Matratze aus? Diese sollte dem Körpergewicht angepasst und möglichst punktelastisch sein, damit wir nicht versinken. Ist die Matratze dagegen sehr hart und gibt wenig nach, spüren wir in der Regel einen unangenehmen Druck an schweren Körperpartien wie Hüfte und Schultern.

Unsere Bandscheiben können sich gut erholen, wenn die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Form gelagert wird. Dafür ist ein passendes Bett mit einer guten Matratze und einem flexiblen Lattenrost eine wichtige Voraussetzung.

Körperlage

Da wir uns im Laufe der Nacht bewegen, können wir nur unsere Einschlafposition beeinflussen. Wichtig ist hierbei, dass unser Kopf nicht zu hoch liegt und es zu Verspannungen kommt. Ein geeignetes, nicht zu großes Kissen stützt die Kopf- und Halswirbelsäule ab. Das Kopfkissen sollte die Halswirbelsäule gut stützen. Damit nur Kopf und Nacken aufliegen und nicht die Schulter, ist eine Kissengröße von 40 x 80 Zentimeter zu empfehlen. Bei Beschwerden der Halswirbelsäule eignen sich spezielle Nackenstützkissen. Das Schlafen in Seitenlage mit leicht gebeugten Knien gilt als ideale Schlafhaltung, weil die Wirbelsäule dabei in ihrer natürlichen Krümmung liegt.

Dunkelheit

Licht und Dunkelheit haben einen großem Einfluss auf den Schlaf. So wird zum Beispiel das Hormon Melatonin (steuert den Schlafrhythmus) nur bei Dunkelheit ausgeschüttet. Licht dagegen hemmt die Produktion. Setzen Sie sich deshalb nach Möglichkeit keinem hellen Licht aus, wenn Sie nachts wach werden. Helligkeit wirkt als „Wachmacher“ und gibt unserem Organismus den Impuls, dass die Nacht zu Ende ist.

Sauerstoff

Sorgen Sie für ausreichend frische Luft in der Nacht. Ohne Sauerstoff kann der menschliche Organismus nicht existieren. Deshalb müssen wir ununterbrochen Luft einatmen, in welche sich der Sauerstoff befindet. Nur wenn sämtliche Körperzellen ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, wirkt der Schlaf erholsam.

Schlafdauer

Jeder Mensch hat einen individuellen Schlafbedarf, von vier bis zwölf Stunden pro Nacht. Der Durchschnittsmensch schläft knapp 8 Stunden. Wenn die Wachsamkeit uneingeschränkt ist, kann man davon ausgehen, dass genügend Schlaf vorhanden war. Wenn nicht, kann man davon ausgehen, dass der Schlaf zu kurz war oder keine gute Qualität hatte.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“George Leonard“]Entspannung ist ein wesentlicher Bestandteil von Kraft. [/pullquote2]

Um noch „produktiver“ zu sein, verzichten manche Workaholics auf eine ausreichende Nachtruhe. Frei nach dem Motto: Diese Zeit kann ich auch besser nutzen. Eine Rechnung die höchstens kurzfristig aufgeht. Auf lange Sicht gesehen, betreiben wir Raubbau, wenn wir unseren Körper nicht achten und seine Signale ignorieren. Irgendwann kommt dann die Rechnung in Form von Unwohlsein und Krankheit.

Was sind die Folgen von Schlafmangel? In erster Linie eine geringere Aufmerksamkeit. Viele kennen wahrscheinlich das Gefühl, sich mit aller Kraft konzentrieren zu müssen, sobald man übermüdet im Auto sitzt. Ein gefährliches Unterfangen, denn unsere Reaktionszeit nimmt deutlich ab. War die Nachtruhe nicht erholsam, fühlen wir uns am kommenden Tag oftmals auch gereizt und energielos. Ein Umstand, der nicht nur für uns unangenehm ist.

Gut schlafen ist also kein Luxus sondern ein wichtiges Grundbedürfnis. Seien Sie sich es wert und schaffen dafür günstige Voraussetzungen. Ein paar Tipps haben Sie jetzt.

Wie lauten Ihre Favoriten für eine erholsame Nacht?