Thema des Buches

Wie können Menschen Beziehungen miteinander aufnehmen, die alle Beteiligten tief gehend bereichern? Was befähigt sie, vertrauensvoll und vorwurfsfrei miteinander umzugehen? Der Schlüssel hierzu ist Selbst-Empathie, um für sich selbst genauso wie für andere Mitgefühl zu entwickeln.

Die Autorin, aus langjähriger psychotherapeutischer Praxis kommend, unterstützt die Leser und Leserinnen darin, offen zu werden für alle Erfahrungen des gegenwärtigen Augenblicks. Sie bietet praktische Hilfen an, um die eigenen Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse bewusst zu erkennen und liebevoll zu versorgen, selbst wenn das innere Erleben noch so turbulent ist. Viele lebensnahe Beispiele regen dazu an, eigene Möglichkeiten zu entwickeln, um den Kontakt mit sich und anderen so zu gestalten, dass sich die Schönheit des Lebens im alltäglichen Tun zeigen kann.

Dieses lebendig geschriebene Arbeitsbuch bietet einen roten Faden auf der Suche nach dem ersten Schritt zu einem wertschätzenden Miteinander.
 

Autorin

Gerlinde Ruth Fritsch ist Diplompsychologin und niedergelassene Psychotherapeutin (Hamburg und Dresden). Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Depression, Essstörungen, Sucht, Aggression und akute Krisen.
 

Praktische Selbst-Empathie

Praktische Selbstempathie

Erschienen am 25.04.2008 im Junfermann Verlag 160 Seiten, Kartoniert, ISBN: 978-3-87387-695-8

[fancy_link link=“http://www.junfermann.de/titel-1-1/praktische_selbst_empathie-9889/?affiliate_ref_id=435″ target=“blank“ variation=“green“]Praktische Selbst-Empathie (Junfermann Partnerlink) versandkostenfrei[/fancy_link]

[fancy_link link=“http://www.amazon.de/gp/product/3873876957/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3873876957&linkCode=as2&tag=lebenohnelimi-21″ target=“blank“ variation=“black“]Praktische Selbst-Empathie (Amazon Partnerlink)[/fancy_link]


 

Einschätzung

Gerlinde Ruth Fritsch lädt ein, mehr Klarheit in Bezug auf die eigenen Gefühle zu bekommen. Welche Ereignisse lösen unsere Gedanken und Gefühle aus? Wie reagieren wir? Oftmals merken wir erst am Ende einer langen Kette von Reaktionen, dass es uns nicht gut geht. Zum Beispiel staut sich der Ärger solange auf, bis uns der Kragen platzt, oder noch schlimmer, wir ein Magengeschwür bekommen. Doch wie kam es dazu? Krankheiten kommen ja nicht von heute auf morgen, sondern haben eine Entstehungsgeschichte.

Am Anfang stehen unsere Sinne und unsere Wahrnehmung. Sie sind der Eingang von Informationen. Allerdings ist es nicht einfach, wertungsfrei zu beobachten. Die meiste Zeit fällt es uns gar nicht auf, wie wir die Geschehnisse bewerten, deuten, beurteilen und interpretieren. Wenn wir uns näher mit dem Thema befassen, sind wir erschrocken, was wir alles in die Ereignisse hineindeuten. Doch Gerlinde Ruth Fritsch verurteilt das nicht. „Urteile sind Masken, hinter denen sich Ihre Gefühle und Bedürfnisse verbergen und die bewirken, dass Sie sich dieser Gefühle und Bedürfnisse nicht gewahr werden und sich selbst von ihnen abschneiden.“

Das Urteil „Sie ist wieder mal das Opfer“ bedeutet vielleicht: „Ich halte nicht aus, wie viel Schmerz in ihrem Leben ist. Ich will, dass ihr Leid endlich weniger wird, und kann nicht sehen, dass sie wirksame Beiträge dazu leistet. Dann springe ich ein und übernehme Verantwortung für ihren Schmerz. Das ist mir zu viel. Ich brauche Ruhe und Entlastung“.

Jede Situation in der wir uns befinden, ist mit uns über unsere Erfahrungen, Gefühle und Bedürfnisse verbunden. Wir reagieren in der Regel automatisch, quasi aus dem Bauch heraus, ohne uns darüber im Klaren zu sein, was es ist, das uns bewegt. So fischen wir oft im Dunkeln und versuchen mit wenig nützlichen Mitteln unserem undefinierbaren Unwohlsein, unserer Überforderung oder unserer Verletztheit zu begegnen.

Hier bietet das Buch wertvolle Hilfe, den eigenen Gedankenmustern auf die Schliche zu kommen. Wir lernen zu differenzieren, zwischen Tatsachen und Interpretationen. So wird der Satz „Mein Sohn war wieder einmal zu faul, sein Zimmer aufzuräumen!“ zu „Gestern hat mein Sohn seine Spielsachen auf dem Fußboden nicht in die Spielzeugkiste geräumt, sodass ich nicht Staubsaugen konnte. Darüber bin ich enttäuscht, weil ich ihn vorher darum gebeten habe.“

Wie wir uns fühlen, hängt in einem hohen Maße davon ab, was wir in einer Situation denken, hoffen und erwarten. Sobald wir uns dieser Faktoren bewusster werden, können wir auch aktiv Einfluss auf unsere Gefühle nehmen und natürlich unsere Kommunikation verbessern.

Ausgesprochen hilfreich finde ich den Hinweis auf Pseudo-Gefühle. So bezeichnet Gerlinde Ruth Fritsch die Bemerkung „Ich fühle mich abgelehnt.“ als Bewertung bzw. Interpretation, weil ich glaube, der andere lehnt mich ab. Zudem wird er oder sie mich auch nicht als ganze Person ablehnen, sondern höchstens über eine Handlung oder Äußerung von mir verärgert sein.

Empathie ist die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen. Doch wie soll das funktionieren, wenn wir die eigenen Gefühle und Bedürfnisse kaum deuten können? Die Beschäftigung mit den eigenen Gefühlen ist auf keinen Fall egoistisch, sondern eine wertvolle Investition in ein grundlegendes Mitgefühl.

Das Buch ist ein hervorragender Leitfaden, sich und die Gewaltfreie Kommunikation besser kennenzulernen. Ich habe es mittlerweile dreimal gelesen und entdecke nach wie vor Facetten, die mir vorher entgangen sind.