Die Grundvoraussetzung für Wohlergehen und Gesundheit ist die Befriedigung unserer grundlegenden Bedürfnisse. Wir können noch so viel Reichtum anhäufen oder Einsichten gewinnen, wenn wir die Ebene der Grundbedürfnisse nicht mit einbeziehen, wird es uns auf Dauer nicht gut gehen.

In stressigen und konfliktreichen Zeiten neigen wir dazu, weniger auf uns zu achten. Das ist auf der einen Seite verständlich, denn wir möchten unsere Energie anderweitig einsetzen. Doch ist es auch sinnvoll? Wir dürfen uns stets vor Augen führen, dass es Dinge im Leben gibt, die für unser Wohlbefinden elementar sind, an denen wir nicht sparen können.

Sauerstoff

Besonders eindringlich spüren wir das beim Atmen. Schon nach kürzester Zeit sind wir nicht mehr lebensfähig, sobald unserem Körper Sauerstoff fehlt. Doch wie bewusst gehen wir damit um? Nehmen wir uns zum Beispiel einmal am Tag bewusst Zeit zum Atmen? Oder gehen wir in die Natur, um frische Luft in unsere Lungen zu lassen? Öffnen wir ab und an das Fenster, damit Sauerstoff in die Räume gelangt? Alles Aktivitäten die nicht viel Zeit und Aufwand erfordern, jedoch unsere Lebensqualität verbessern.

Flüssigkeit

Ebenso lebenswichtig ist Flüssigkeit. Der menschliche Körper besteht aus über 50 % aus Wasser. Jeden Tag brauchen wir Nachschub, damit unsere Zellen versorgt werden oder um Schadstoffe auszuscheiden. Die meisten von uns wissen das. Die Frage ist jedoch: Wie gehen wir mit dieser Erkenntnis im Alltag um? Wie viel trinken wir? Und vor allem: Was trinken wir?

Nahrung

Die Aufnahme von Nahrung verkommt bei manchen Menschen scheinbar zur Nebensächlichkeit. Da wird mal schnell nebenbei Fastfood in sich hinein gestopft. Um das Hungergefühl zu betäuben, wird während des Gehens oder beim Lesen ein Burger in den Kopf gesteckt. Auf das Kauen wird gerne aus Zeitgründen verzichtet, mit der Folge, dass der Magen Schwerstarbeit leisten muss. Einen Großteil unserer Energie beziehen wir aus der täglichen Nahrung. Warum also ausgerechnet hier sparen? Was nützen mir die besten Zeitmanagement-Methoden und Produktivitätstools, wenn ich mich ausgelaugt fühle?

Ausscheidungen

Was wir an Lebensmitteln zu uns nehmen, verlässt uns nach einiger Zeit in Form von Ausscheidungen. Der natürliche Fluss unserer Verdauung. Jeder hat vielleicht schon das unangenehme Gefühl erlebt, wenn dieser Prozess gestört ist. Die Ursachen sind meistens Eile, Unachtsamkeit und Ignoranz. Wie für viele Dinge im Leben ist es wichtig, sich dafür Zeit zu nehmen. Der Gang zur Toilette ist keine Zeitverschwendung oder Nebensächlichkeit. Vielmehr ist er eine Grundlage für unser Überleben, weil Schadstoffe unseren Körper verlassen.

Licht

Im Winter sind viele für Stimmungsschwankungen anfällig. Eine Ursache des Winterblues ist das wenige natürliche Licht in dieser Jahreszeit. Wir fühlen uns schnell müde und antriebslos. Im Frühjahr, wenn sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen, ist das dann schon wider ganz anders. Deswegen ist auch hier eine aktive Lebensplanung wichtig. Planen Sie Zeit für einen Spaziergang oder eine Radtour im Freien ein.

Entspannung

Entspannung hat in der heutigen Zeit nicht unbedingt einen guten Ruf. Klingt irgendwie nach Müßiggang und Faulenzen. Es liegt jeden Tag so viel an, da passt einen Gang runterschalten nicht ins Konzept. Schade eigentlich denn unser Körper ist dringend auf Erholung angewiesen. Wer ein paar Tage schlecht schlafen konnte, spürt das sofort. So schön Bewegung und Sport auch sind, ohne die entsprechend Entspannung hat unser Körper wenig davon.

[pullquote2 quotes=“true“ align=“center“ variation=“orange“ cite=“Arthur Schopenhauer“]Die Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.[/pullquote2]

Anregung

Verläuft der Alltag über längere Zeit sehr gleichförmig, macht sich leicht Unzufriedenheit breit. Dann fragt man sich: Eigentlich habe ich doch alles und trotzdem fühlt sich mein Leben gerade fade an. Was wir immer wieder brauchen, sind Impulse die uns inspirieren. Ein gutes Gespräch, eine interessante Ausstellung, ein Wochenendseminar, ein Buch über Meditation, ein Spaziergang in ungewohnter Umgebung, neue Leute kennenlernen, was auch immer. Es ist das Wechselspiel aus Sicherheit und Herausforderung, das gut tut. Dabei findet natürlich jeder sein eigenes Maß.

Wie viel Zeit und Aufmerksamkeit schenken Sie Ihren Bedürfnissen?

Die Liste der Grundbedürfnisse ist natürlich nicht vollständig. Eine allgemeine Definition gibt es meines Erachtens auch nicht. Worum es mir vielmehr geht, ist, dass Sie Ihren Fokus auch auf die scheinbaren Banalitäten des Lebens richten.

Nehmen Sie sich bitte bewusst einen Moment Zeit für die folgenden Fragen, denn wir neigen dazu, Informationen aufgrund ihrer Vielzahl zu konsumieren. So nach dem Motto: „Hört sich interessant an. Könnte ich mal drüber nachdenken“. Leider machen wir es oftmals nicht, weil kurz danach schon der nächste Input kommt.

– Welche Priorität haben Grundbedürfnisse für Sie?
– Was machen Sie, wenn Sie das jeweilige Bedürfnis spüren?
– Wie schnell reagieren Sie?
– Haben Sie sich schon einmal unwohl gefühlt, weil Sie Ihre Bedürfnisse „vergessen“ haben?
– Wie haben Sie darauf reagiert?
– Welche Gedanken kommen Ihnen beim Thema Selbstfürsorge?
– Planen Sie bewusst Zeit und Raum ein für Ihre Bedürfnisse?
– Müssen andere Personen Sie darauf hinweisen, dass Sie Ihre Gesundheit vernachlässigen?
– Wie fühlen Sie sich, wenn Sie ausreichend geschlafen haben?
– Wie geht es Ihnen ohne ausreichenden Schlaf?

Selbstfürsorge oder Ich bin es mir wert

Gesundheit halten wir solange für normal, bis wir krank sind. Dann müssen wir unsere Aufmerksamkeit zwangsläufig darauf richten, wieder fit zu werden. Mit ein wenig Selbstfürsorge lässt sich das vermeiden. Investieren Sie lieber frühzeitig in sich und Ihre Gesundheit.

Gewohnheiten zu ändern, ist bekanntlich keine einfache Angelegenheit. Üben Sie deshalb in kleinen Schritten. Richten Sie zum Beispiel jede Woche Ihre Aufmerksamkeit auf ein Bedürfnis. Eine Sache zurzeit sonst kommt schnell Stress auf. Es ist wie beim Training. Zuerst kosten uns die neuen Abläufe Energie und irgendwann werden sie zur Gewohnheit.

Gesundheit und Wohlbefinden sind bekanntlich keine Zustände, die einmal erreicht, für immer anhalten. Vielmehr dürfen wir jeden Tag auf uns achten. Dies erreichen wir durch Achtsamkeit und Wertschätzung für die eigene Person. Jeden Tag.

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