Der Artikel stammt von Anna Caroline Türk. Seit mehr als 10 Jahren begleitet sie als ganzheitliche Unternehmensberaterin und Coach Menschen in Veränderungsprozessen. © Anna Caroline Türk

Manchmal fängt der Alltag an zu schlingern, die Woche schlägt Riesenwellen und der Kalender droht, auseinander zu bersten. Dann dröhnt der Kopf und trotzdem versuchen wir, alles zu schaffen, schnell die Dinge zu regeln. „Nur noch die Kleinigkeit“, flüstern wir uns zu. Und schnell schleichen sich noch weitere to-do’s auf die Liste: das Protokoll schreiben, das Telefonat führen, diese eine Sache noch abklären. So vergeht der Tag voller organisatorischer Wichtigkeiten, aber das entscheidende Vorhaben wurde wieder vernachlässigt: mit der Akquise beginnen, den Ausflug ins Grüne machen, mein Buch schreiben. Das haben wir alle schon erlebt – und oft ist das die ganz alltägliche Realität.

In stressigen Phasen gesellen sich zu allem Überfluss dann zufällig noch andere Überraschungen hinzu: der Kopf schmerzt, der Fuß knickt um, der Kaffee wird verschüttet. Wir fragen uns dann: sind das Zufälle oder machen uns die Ereignisse auf etwas anderes aufmerksam? Denn: Wir sind theoretisch und praktisch aus unserer Mitte gekommen – deswegen laufen wir gegen Menschen oder Gegenstände. Vor lauter Stress haben wir die Verbindung zu unserer Mitte verloren und stehen neben uns.

Was ist unsere innere Mitte und wie kommen wir dahin zurück, sollten wir sie verloren haben? Das Entscheidende ist zunächst die Erkenntnis, dass es eine Mitte gibt. Wie lässt sie sich beschreiben? Wenn wir in unserer Mitte sind, dann ist das Herz am rechten Fleck und der Verstand ist klar und wir fühlen uns aufgeräumt und aufmerksam. Wenn wir in unserer Mitte sind, sind wir geerdet und zugleich offen für Neues. Dann fühlen wir uns stark und sind in der Lage, unsere Träume wahr werden zu lassen.

Ich stelle hier eine mögliche Anwendung des Medicine Wheel Tool™ (dt. Organisationskompass) des Genuine Contact™ Programms vor. Es kann bei der Suche nach der eigenen Mitte sehr hilfreich sein. Es basiert auf dem Medizinrad, das in allen indigenen Kulturen vorkommt. Das Medizinrad ist ein Kreis, der in mehrere Bereiche aufgeteilt ist. Diese repräsentieren Himmelsrichtungen, Jahreszeiten, Krafttiere, Meditationsformen und vieles mehr.

In der hier vorgeschlagenen Anwendung des Medicine Wheel Tool arbeite ich mit diesen fünf Bereichen:

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Im Zentrum steht der Sinn und Zweck, im Norden findet sich Werte und Führungsverantwortung, im Osten ist der Bereich der Vision und Ziele, im Süden befindet sich das Thema Gemeinschaft und im Westen Management (Strukturen und Abläufe).

Im Medizin Wheel Tool ist das Zentrum der Sinn und Zweck. Das entspricht unsere Mitte. Wenn ich mir meines Sinns und Zweckes bewusst bin und ich mich damit identifizieren kann, dann bin ich glücklich und in meiner Mitte. Wenn ich aber keinen Sinn erkenne, in dem was ich tue oder dort wo ich arbeite, dann fühle ich mich sinnentleert. Dann gerät mein ‚Rad’ ins Wanken: Ich bin aus meiner Mitte gefallen. Ein kurzer Gang durch das Medicine Wheel Tool macht mir bewusst, was noch Aufmerksamkeit verdient, um in meiner Mitte zu bleiben oder wieder in die Mitte zu gelangen.

Im Norden befinden sich Führung (Verantwortungsübernahme)und Werte: Wenn ich keinen Wert erkenne in dem, was ich tue, und die Tätigkeit, die ich ausübe, meinen Wertevorstellungen widerspricht, auch wenn ich keine Verantwortung für mein Handeln übernehmen kann oder will, dann entsteht ein Ungleichgewicht im Rad – es beginnt zu eiern.

Im Osten finden sich Vision und Ziele. Wenn ich mit meiner Tätigkeit Ziele verfolge, die für mich bedeutungslos sind, gerät das Rad ins Schlingern. Manchmal äußert sich das, und ich sage „Ich sehe schwarz.“. Dann habe ich den Bezug zu meiner Vision verloren. Ich kann mich fragen: Was ist meine Vision? Wo will ich in 5 Jahren sein?

Der Süden des Medicine Wheel Tool ist das Thema Gemeinschaft. Hier bin ich eingeladen zu überlegen, ob ich zur Einzelkämpferin geworden bin und es an Unterstützungen von Gleichgesinnten mangelt. Wer ist meine Community – stärkt sie mich? Habe ich Menschen hinter mir bzw. an meiner Seite, auf die ich zählen kann? Wer ist da? Wen brauche ich noch?

Im Westen des Medicine Wheel Tools befindet sich das Thema Management, das oft unsere gesamte Aufmerksamkeit einfordert. Dann nimmt das Organisatorische soviel Platz ein, dass wir die anderen Bereiche des Medizinrads vernachlässigen. Anders gesagt: wenn das Management im Scheinwerferlicht steht, werden alle anderen Bereiche des Rads überschattet.

„Es geht nicht anders“, sagen andere oder wir selbst. Aber wenn wir Ideen sofort an der Machbarkeit messen und nicht zuvor die anderen Bereiche des Rads durchlaufen, ersticken wir Innovationen im Keim. Darum ist es wichtig, daran zu erinnern, dass Innovationen entstehen, weil sie notwendig und sinnvoll und nicht, weil sie einfach umsetzbar sind. Um die Ebene des Management zu reflektieren, können wir fragen: Schaffen die Strukturen und Prozesse, in denen ich arbeite, ein freundliches Klima? Ermöglichen sie Kreativität und Innovation? Fühle ich mich bestärkt, meine Talente und Kompetenz voll einzubringen? Was kann ich jetzt verändern?

Das Medicine Wheel Tool lädt uns ein, ehrlich hinzuschauen und zu sehen, welchen Teil des Rades wir gerade vernachlässigen oder überstrapazieren. Es kann die Grundlage für ein klärendes Gespräch sein – am Arbeitsplatz, in der Familie oder in der persönlichen Reflexion.

Ein Gang durch das Medicine Wheel Tool lohnt sich. Uns wird klarer, in welchem Bereich wir etwas verändern wollen und müssen, damit wir zurück in unsere Mitte kommen. Danach fühlen wir uns gestärkt, klarer und glücklicher. Und davon profitieren nicht nur wir, sondern auch unsere Familie, Kollegen und Kunden.

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Anna Caroline Türk arbeitet als ganzheitliche Unternehmensberaterin und Coach. Seit mehr als 10 Jahren begleitet sie Veränderungsprozesse und Großgruppen von 6–800 Teilnehmerinnen in Europa, Äthiopien und den USA.

Sie ist Program Director Genuine Contact™ Program, einem ganzheitlichen Beratungsansatz, der weltweit angewendet wird. Sie hat mit ‚cutting edge’ Facilitators zusammengearbeitet: den Gründern des Future Search Netzwerks, dem Begründer von Open Space Technology und den Gründern des Genuine Contact™ Programs. Ihre Expertise und Leidenschaft sind innovative Meeting Designs und ganzheitliche Unternehmensführung für ein neues Zeitalter.