Manchmal wirkt ein Ziel übergroß, weil wir glauben, nicht die nötigen Fähigkeiten oder Voraussetzungen zu haben. Natürlich gibt es immer Gründe, etwas nicht zu tun. Doch das bringt uns nicht weiter. Wir brauchen vor allem mutige Vorbilder, die ungewöhnliche Wege gehen und uns motivieren, unsere ureigenen Träume zu realisieren.

Dr. Katarzyna Mol-Wolf ist geschäftsführende Gesellschafterin des Verlags INSPIRING NETWORK und Herausgeberin des Frauen-Magazins EMOTION und der Philosophie-Zeitschrift HOHE LUFT. Die promovierte Juristin arbeitete viele Jahre als Verlagsleiterin beim Verlag Gruner + Jahr, bevor Sie 2009 einen eigenen Verlag gründete. Mit Ihrem Buch „Mit dem Herz in der Hand“ schildert Katarzyna Mol-Wolf ihre polnische Heimat und Familie, die Schwierigkeiten des Neuanfangs in Deutschland, ihren beruflichen Werdegang und den gewagten Schritt in die Selbständigkeit, mit dem sie ihr Glück gefunden hat. Eine bewegende Geschichte die ermutigt, an sich zu glauben und unbeirrt den eigenen Weg zu gehen.

Sie sind Herausgeberin der beliebten Zeitschriften EMOTION und HOHE LUFT aus den Bereichen Psychologie und Philosophie. Aus welchem Grund haben Sie sich für die Magazine entschieden? Was möchten Sie damit bewirken?

Es ist ein großes Glück, dass ich Magazine verlegen darf, die eine Inspirationsquelle für andere sind. So möchte zum einen HOHE LUFT Menschen einen neuen Blickwinkel – den philosophischen – auf Themen bieten, die uns beschäftigen. Es ist ein Heft für alle, die Lust am Denken haben. Wir möchten mit HOHE LUFT zeigen, dass Philosophie auch im 21. Jahrhundert spannende Denkanstöße geben und neue Perspektiven auf das eigene Leben und unsere Welt eröffnen kann. Dieses Magazin haben wir im Sommer 2011 entwickelt, als wir das Gefühl hatten, dass Menschen in unserer komplexen, schnelllebigen Zeit nach Sinn und Orientierung suchen und sich mehr denn je fragen, wie ein gutes Leben gelingen kann.

Unser Magazin EMOTION, war das erste Heft unseres Verlags INSPIRING NETWORK, das wir im Rahmen eines Management-Buyout von Gruner+Jahr im Jahr 2009 übernommen haben. Es bietet Inspiration und Impulse für Frauen, die ihr Leben selbstbestimmt gestalten und sich weiterentwickeln möchten. Wir wollen sie mit EMOTION darin bestärken, ihren eigenen Weg zu gehen. Und zwar nicht mehr im Sinne eines Ratgebers, sondern eben als Inspirationsquelle, denn moderne Frauen suchen heute eher nach Inspiration – beruflich wie privat. Zwischen Karriereleiter und Klettergerüst, Selbsterfüllung und Fremdbestimmung, Partnerschaft und Solotrip ist es oft nicht leicht, die eigenen Wünsche zu ergründen und es zu schaffen, diese auch zu verwirklichen. Da zeigen wir ihnen mit unseren Themen neue Perspektiven auf.

Mit Ihrer Biografie widerlegen Sie eindrucksvoll, dass Erfolg nicht unbedingt an optimale Voraussetzungen gebunden ist. Ihre Kindheit schien nicht immer einfach und sie siedelten in jungen Jahren mit Ihrer Mutter von Polen nach Deutschland über. Wie erlebten Sie damals den Neuanfang?

Wir haben hier von Null angefangen. Und obwohl wir lange Zeit nichts hatten, waren wir glücklich. Dabei habe ich schnell gelernt, dass wir nicht Opfer unseres Schicksals sind, sondern dass wir unser Glück selbst in die Hand nehmen können. Ich finde, dass das auch unsere Aufgabe im Leben ist.

Meine Mutter hat mir mit ihrem Weg in Deutschland gezeigt, dass alles möglich ist, wenn man voller Überzeugung dafür kämpft. Allerdings muss man zunächst wissen, was man wirklich für sich möchte, sich dann auf den Weg machen und an sich glauben.

Wandel birgt Chancen und schürt auf der anderen Seite oftmals Ängste. Wie gehen Sie mit Veränderungen um? Was sind aus Ihrer Erfahrung wichtige Voraussetzungen, um etwas Neues zu wagen?

Man muss sein Ziel vor Augen haben. Dabei darf man nicht blauäuig handeln, sondern im festen Vertrauen auf seine Fähigkeiten. Und Probleme anpacken – aber erst wenn sie wirklich da sind. Probleme antizipieren ist ein K.O.-Schlag fürs Unternehmertum. Und Angst ist kein guter Ratgeber, sondern blockiert die eigene Intuition, die ein wichtiger Wegweiser ist. EMOTION im ersten Management-Buyout von Gruner + Jahr zu übernehmen, war eine Entscheidung halb Kopf, halb Bauch.

Als ich sie endlich getroffen hatte, habe ich keinen Moment mehr daran gezweifelt, dass es die richtige war. Und auch als die erste Zeit nicht gerade einfach war, habe ich diesen Entschluss nie bereut, sondern meinen Plan weiterverfolgt und ein paar Hürden mehr überwunden, um voran zu kommen. Heute führe ich einen mittelständischen Verlag mit fast 50 Angestellten.

 


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Wie schaffen wir es, unseren Herzensangelegenheiten auf die Spur zu kommen?

Um herauszufinden, welches die eigenen Herzensangelegenheiten sind, muss man in sich hineinhorchen: Führe ich das Leben, das wirklich zu mir passt? In dem ich wirklich „Ich“ sein kann? In dem ich meine Stärken und Talente nutze? Denn nur dann werde ich nachhaltig glücklich sein.

Dabei ist es wichtig, sich nicht von den Lebensentwürfen anderer beeinflussen zu lassen. Sondern zu sich und seinen eigenen Wünschen und Träumen zu stehen. Und man muss sich kennenlernen. Das ist ein Prozess, der ein bisschen Zeit braucht, aber auch ganz viel mit Mut zu tun hat, populäre Lebenswege u. U. zu verlassen, um seinen eigenen Weg zu gehen.

Wie treffen Sie Entscheidungen? Überwiegen dabei rationale Informationen oder spielt Intuition auch eine Rolle?

Bauchentscheidungen spielen für mich eine wichtige Rolle. Aber man darf den Kopf nicht ausknipsen. Eine realistische Einschätzung ist eine gute Grundlage, um seine Träume zu verwirklichen.

Welche Lebenssituation hat Sie besonders geprägt?

Meine Flucht als junges Kind mit meiner Mutter aus Polen nach Deutschland. Das Ausgesetztsein in ein neues Leben, das in den ersten Jahren alles andere als einfach war. Aber dass wir es geschafft haben, uns durchzukämpfen – das hat mich für viele weitere Situationen gestärkt, beruflich wie privat. Diese Erfahrung bildet nicht zuletzt die Grundlage für meine Entscheidung, den MBO zu wagen. Und die Fähigkeit zur Freude darüber, dass ich tatsächlich erreicht habe, was ich mir gewünscht habe: einen Verlag zu führen und mit unseren Medienmarken, Menschen zu inspirieren.

Wie tanken Sie Kraft und erholen sich?

Neue Kraft schöpfe ich vor allem aus der gemeinsame Zeit mit meiner Familie. Auch beim Sport kann ich gut abschalten. Ich laufe und schwimme sehr gerne. Außerdem radle ich jeden Tag ins Büro. Und ein ganz großes Glück: Ich habe einen gesunden und tiefen Schlaf. Aber ich gebe zu: meine Life-Balance ist noch ausbaufähig ;-).

Was bedeutet Dankbarkeit für Sie?

Meine Mutter ist mein großes Vorbild. Ihr bin ich sehr dankbar, dass sie mir gezeigt hat, dass es nur Mut und Selbstvertrauen braucht, um seinen eigenen Weg zu gehen. Und auch meinem Mann, denn er unterstützt mich, obwohl mein Unternehmertum auch weniger Zeit für uns und unsere Tochter bedeutet und auch finanziell ein ganz anderes Risiko darstellt. Das finde ich – bei aller Emanzipation – sehr großmütig und nicht selbstverständlich.

Welche Gedanken kommen Ihnen bei den Worten von Paul Ferrini? „Arbeite nicht aus Pflichtgefühl. Auch dann nicht, wenn du etwas für andere tust. Tu, was du mit Freude tun kannst, oder tue es nicht. Tu nicht irgend etwas, das dir keine Freude bereitet, nur weil du Geld dafür bekommst. Wo Dinge ohne Liebe getan werden, kann nichts gedeihen.“

Das stimmt. Es ist wichtig, stets mit Herzblut an die Sache zu gehen. Ich merke, dass ich Menschen für die Dinge, für die ich brenne, entzünden kann. Und dass Geld kein Antreiber ist. Mich trägt meine Vision, das Gefühl auf meinem Weg zu sein und das Vertrauen darauf, dass mich das zum Erfolg bringt.

Was ist Ihnen im Leben wichtig?

Meine Familie, meine Freunde, mein Beruf. Das ist für mich meine Lebenstrias.

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